Gute Idee, enttäuschend umgesetzt.
Plant Lady ist ein Buch, auf dass ich mich wirklich gefreut hatte. Eine Frau, die einen kleinen Blumenladen führt und ihr Wissen über Pflanzen nutzt, um andere Frauen aus gefährlichen Beziehungen zu retten, klang nach genau meiner Art von Buch, doch ich musste leider schnell feststellen, dass Plant Lady mehr Interesse daran hatte, Männer zu ermorden, als Frauen zu retten -- was ironisch ist für einen Roman, der sich mit dem Leid, das Frauen im alltäglichen Leben erfahren, befassen will und am Ende doch wieder mit den Männern beschäftigt ist. Während die ersten Kapitel sich noch Zeit nehmen, die Hintergründe der Frauen zu erforschen, bestehen die späteren Kapitel nur noch aus ihrem Namen und dem teils sehr brutalen, sehr blutigen Mord an dem jeweiligen Mann. Die Protagonistin selbst hat keine tieferen Gedanken oder Gefühle zu den Taten, die sie begeht. Sie wird als kalkuliert, als zu klug um erwischt zu werden, dargestellt, während ihre Morde eher schlampig ausgeführt sind und vor allem deshalb nicht auffliegen, weil der einzige Kommissar, dem sie verdächtig vorkommt, ausgesprochen passiv ist (die Polizei ist wirklich realistisch geschrieben, Kudos dafür).Plant Lady hätte davon profitiert, länger zu sein, sich mehr Zeit für die Opfer und ihre Leben zu nehmen. Die Pflanzen waren bei Weitem nicht so wichtig, wie sowohl der Titel als auch der Schauplatz es vermuten lassen, und ich hätte mir gewünscht, der Roman hätte sich insgesamt etwas differenzierter mit dem Thema auseinander gesetzt, die Protagonistin wäre etwas raffinierter mit ihren Morden gewesen und der Kommissar etwas aktiver, um wirklich Spannung zu erzeugen. Min-young Kangs Intentionen waren sicherlich gut, die Umsetzung hätte besser sein dürfen.