Guter Anfang ¿ allerdings ab der zweiten Hälfte zäh. Wird leider keinen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Die japanische Schriftstellerin Michiko Aoyama ist mir nach ihrem Buch"Frau Komachi empfiehlt ein Buch"positiv in Erinnerung geblieben. Ich mochte diesen leisen unaufgeregten Roman, in dem eine Bibliothek im Mittelpunkt steht und beim Lesen entschleunigend wirkte. Nun steht in "Matcha Tee am Montag"ein kleines Café im Mittelpunkt. In diesem Café finden jedem ersten Montag im Monat Teeverkostungen der besonderen Art statt. Der Café-Besitzer, genannt Master, erwartet seine Besucher und hat für jeden ein offenes Ohr. Denn die Gäste des Cafés sind an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie Halt und Trost brauchen. Das Café wird zu einem Ort der unerwarteten Begegnungen und Austausch. Der Aufbau des Buches ähnelt sehr an "Frau Komachi empfiehlt ein Buch". In einem gemütlichen Ort - diesmal Café - erwartet ein weiser Mentor seine Gäste. Die erste Hälfte es Buches hat mir gut gefallen. Die Idee, das Buch in zwölf Kapitel zu gliedern, die sich am Mondzyklus im Jahresverlauf orientieren, gefiel mir. Jedes Kapitel ist einer bestimmten Mondphase zugeordnet und soll die jeweiligen Geschichten und Charaktere im Kapitel widerspiegeln. Auch gut fand ich, dass anfangs die japanische Teekultur - hier der "bittere" Matcha genutzt wird, um die "Bitterkeit des Lebens" darzustellen und zu bewältigen. Es gab einige schöne Stellen und sehr weise Sätze, die mir gefielen und ich mir rausgeschrieben habe. Schade fand ich allerdings, dass die Autorin ab circa der Hälfte des Buches den Handlungsort wechselte. Plötzlich stand nicht mehr das Café im Mittelpunkt, sondern deren Gäste, die ihre Familien in Kyoto besuchen oder in Parks gehen. Gerne hätte ich mehr vom Café-Besitzer, dem Master, oder von der japanischen Teezubereitung erfahren. Dieses wiederkehrende Muster, dass ein Gast ins Café kommt, sein Problem mit dem Master bespricht und geholfen bekommt, wurde durchbrochen. An sich ist es gut, wenn Muster verändert werden, aber bei dieser Form des Romans und auch in Anlehnung an"Frau Komachi empfiehlt ein Buch",hatte ich es irgendwie erwartet. Leider empfand ich die Episoden, die ab der zweiten Hälfte erzählt wurden, zäh und langweilig. Fazit:"Matcha Tee am Montag"konnte mich leider ab der zweiten Hälfte nicht mehr begeistern. Man erfährt schon etwas von der japanischen Kultur, aber es bleibt oberflächlich. Es kommt an Frau Komachi nicht heran, obwohl mit dem Café und der japanischen Teezubereitung so viel Potential da gewesen wäre.