3.75Als ich das Buch angefangen habe, habe ich nicht erwartet, es mit einer positiven Bewertung abzuschließen.Mein Problem, besonders zu Beginn: Wren. Ich fand es unheimlich anstrengend, aus ihrer Perspektive zu lesen. Die ersten ca 15-20% habe ich öfter die Augen verdreht als mir lieb ist.Allerdings hat sich das dann zum Glück gelegt und ich konnte mich mehr auf die Handlung einlassen.Was sich allerdings nicht verbessert hat, war Wrens Sturheit, die auch immer wieder zum Thema wird, sowohl während ihrer Ausbildung als auch während ihrer Zusammenarbeit mit der Rebellengruppe.Hinzu kommt noch ihre teilweise vorhandene Naivität und die Unfähigkeit, Befehle zu befolgen. Alles Eigenschaft, die sie eigentlich nutzlos für den Militärdienst und jemanden in der unteren Hackordnung einer Rebellion machen.Trotzdem wird Wren, dank einiger unglücklicher Umstände, in das Programm zur Silver Elite Ausbildung aufgenommen. Und mit "aufgenommen¿ meine ich eher aufgefordert/gezwungen.Zu Beginn der zweimonatigen Ausbildung (ja, zwei Monate (!); wie man in dieser Zeit realistisch Elite Soldaten ausbilden will, ist mir allerdings schleierhaft) stellt sich Wren allerdings alles andere als geschickt an. Ihr Ziel: wieder nach Hause in ihren Bezirk, zu ihrer besten Freundin und den Kontakten der Rebellengruppe Uprising, bei der sie selbst zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht wirklich Mitglied ist.Also stellt sie sich blöd. Sie kann angeblich nicht anständig mit einer Waffe schießen (bloß das Ziel nicht genau treffen; man darf weder zeigen, dass man zu gut ist, noch zu schlecht) oder kämpfen (extra falsche Positionen einnehmen oder sich absichtlich das Handgelenk brechen lassen) oder einen mentalen Schild hochhalten.Das alles nützt nichts, denn ihr wird unmissverständlich klargemacht: entweder die Ausbildung oder das Arbeitslager.Als sich dann noch die Rebellenbewegung bei ihr meldet, entscheidet sie sich für die Ausbildung.Das ist ungefähr das, was in der ersten Hälfte passiert.Die zweite Hälfte des Buches geht mehr auf die Beziehung von Wren & Cross ein, die Arbeit in der Silver Elite & die Zusammenarbeit mit den Rebellen von Uprising.Man merkt schnell während der Ausbildung als auch während Wrens Arbeit in der Silver Elite, dass es ihr Spaß macht. Sie ist eine sehr gute Schützin und weiß eine gute Waffe zu schätzen. Sie ist sehr gut im Nahkampf und kann sich für die doch recht fancy Technologie der Company begeistern. Man könnte sogar fast sagen, dass sie dort während ihrer Zeit aufgeht und das merkt sie auch selbst, denn mit jeder Begeisterung für die Ausstattung, die die Company zur Verfügung hat, kommen Zweifel und Gewissensbisse, da sie verdeckt für die Rebellen arbeitet und sich mitten im feindlichen Lager befindet.Die Beziehung zwischen Wren & Cross war ungefähr das, was man von so einer Situation erwarten kann. Da jedoch das ganze Buch aus Wrens Perspektive geschrieben ist, hat es zu einigen unsauberen Momenten geführt, in denen Cross plötzliches Interesse in Wren zum Vorschein gekommen ist. Wen ich allerdings durchweg suspekt fand, waren die Rebellen. Mehr als einmal haben sie deutlich gemacht, dass sie ihre eigenen Leute lieber im Stich lassen, als sie zu retten oder ihnen Hilfe zu schicken.Die Kommunikation zwischen Wren und ihren Kontaktleuten war für mich auch öfter frustrierend mitzulesen. Ich habe mich auch zwischenzeitlich gefragt, ob Wren überhaupt an die Rebellen glaubt oder ob sie sie einfach nur als das kleinere Übel sieht oder es eher eine Gewohnheitssache für sie ist, sich an sie zu wenden.Trotz all der Dinge haben mir auch viele Aspekte gefallen. Wie zum Beispiel einige Momente in Wrens Ausbildung und die Arbeit in der Einheit, wahrscheinlich weil es Wren selber gefallen hat, genauso wie viele Momente in den letzten ca. 20-30% des Buches, die mit neuen Informationen, Erkenntnissen und Überraschungen gefüllt waren.Werde ich die Fortsetzung Broken Dove lesen? Ja!Vielen Dank an LYX für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars über NetGalley. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.