Holpriger Start mit unerwartetem Ende
[Rezensionsexemplar]Nach einem kurzen Prolog geht es direkt los und man landet mitten im Geschehen.Das erste Drittel des Buches fühlte sich für mich etwas holprig an. Viel wird erklärt, vor allem das Academy-Setting, das Blake und Florence in einem fast schon monologartigen Stil vermitteln. Sobald diese Grundlagen gelegt sind, gewinnt die Geschichte jedoch deutlich an Fahrt und konnte mich immer mehr packen.Die Bloodwing Academy selbst folgt bekannten Academy-Regeln, wird jedoch stark von der Präsenz der mächtigen Vampire geprägt. Besonders eindrücklich ist der Klassenunterschied zwischen Seuchengeborenen und Highbloods. Die meisten sehen in den Vampiren ihre Beschützer, aber nicht alle sind bereit, den Status quo einfach hinzunehmen.Medra ist eine Protagonistin, die mir insgesamt gut gefallen hat. Sie ist tough, geht grundsätzlich vom Schlimmsten aus und lässt sich nicht leicht einschüchtern. Sie hat das Herz am rechten Fleck und beschützt die Menschen, die ihr wichtig sind. Besonders schön war für mich die Freundschaft zwischen Medra, Florence und Naveen, die einen emotionalen Gegenpol zur sonst oft düsteren Atmosphäre bildet.Blake ist genau die Art Love Interest, die polarisiert: gefährlich, arrogant, stark, possessiv und gleichzeitig berechnend, zurückgezogen und erstaunlich bedacht.Die Anziehung zwischen den beiden wird immer intensiver, auch wenn Medra sich mit aller Kraft dagegen wehrt. Sie macht klar, dass sie niemandem gehört, während Blake das anders sieht. Eine bekannte Dynamik, die hier aber trotzdem für ordentlich Spannung sorgt. ¿Das Worldbuilding wirkte oft sehr fokussiert und erklärend statt fließend. Die offensichtlichen Parallelen zur Artus-Sage, zu Harry Potter und Fourth Wing machten es mir stellenweise schwer, die Geschichte als etwas wirklich Eigenständiges wahrzunehmen.Das Ende hat mich dann tatsächlich überrascht und der Cliffhanger hat mich extrem neugierig auf den zweiten Band gemacht!Rating: 4/5 ¿¿Spice: 3/5 ¿