Im Königreich Auréal ist die Magie längst verschwunden, doch Zauberer wie Odiles Vater wollen sie wieder zurückbringen. Darum muss Odile sich als zukünftige Braut des Kronprinzen ausgeben und die zur Hochzeit benötigte wertvolle Krone stehlen. Dafür verzaubern sie Marie, die eigentliche Verlobte des Prinzen, in einen Schwan, der auf dem See zwischen Theater und Königspalast seine Kreise zieht. Doch wegen dem unvorhergesehenen und brutalen Mord am König muss sich Odile mit Marie verbünden. Und sich auch die Frage stellen, ob ihr Bruder wirklich der Mörder sein könnte.
Die Geschichte hatte für mich durchweg eine düstere Stimmung. Schon auf den ersten Seiten wandelt Odile durch das dunkle Theater und tritt an den See in die Nacht hinaus. Die Autorin beschreibt immer wieder solche atmosphärischen und gedrückten Situationen. Auch Handlungen, wie z. B. die Verwandlung von Marie in einen Schwan durch Odiles Vater, sind böse und verschlagen. Ein weiterer Moment ist auch unheilvoll und sehr brutal. Insgesamt hat mich die Geschichte an ein Märchen erinnert. Das Theaterstück "Schwanensee" kenne ich leider nicht genauer und kann deshalb keine Vergleiche ziehen. Mir hat die Stimmung der Gothic Geschichte sehr gut gefallen. Außerdem ist die Spannung auch immer recht hoch und es passieren so einige Dinge, die mich überrascht haben.
Zum Ende der Geschichte wird es nochmals unheilvoll und es baut sich der Druck im Geschehen auf, aber vor allem auf Odile. Wie die Autorin hier ihre Rolle darstellt, hat mir wirklich sehr gut gefallen. Die Protagonistin mag zwar nicht die größte Sympathieträgerin sein, aber Odile ist ein anschaulich ausgearbeiteter Charakter, mit dem man gerne mitfiebert. Der Schluss hat mich etwas irritiert, da er sich für mich etwas überhastet anfühlt. Die Handlung nimmt einen Faden auf, durch den ich dachte, es gäbe einen zweiten Band, wird im Epilog dann aber doch abgeschlossen, was sich für mich überhastet angefühlt hat. Als hätte es wirklich einen Nachfolgeband geben sollen, aber der Verlag hat dies der Autorin untersagt, wodurch sie schnell noch ein abschließendes Ende entwickeln musste.
Fazit:
"Verrat der Schwäne" ist eine düstere und atmosphärische Geschichte, die mich mit den unterschiedlichen Charakteren und vielen spannenden und überraschenden Momente in Atem halten konnte. Das Ende fühlt sich überhastet und zu erzwungen an, da sich der Abschluss der Geschichte für mich zu abrupt anfühlt.