Zwischen Bücherregalen, Kaffeeduft und kleinen Köstlichkeiten wartet hier eine Geschichte, die nicht laut an die Tür hämmert. Sie stellt lieber eine Tasse auf den Tisch, setzt sich daneben und fragt ganz vorsichtig, wie es einem eigentlich wirklich geht.
Fumiya arbeitet inzwischen seit vier Monaten in der Bahnhofsbuchhandlung und hat dabei nicht nur seine Liebe zu Büchern entdeckt. Seine Chefin lässt sein Herz nämlich regelmäßig ein wenig schneller stolpern. Manchmal möchte man ihm freundlich zurufen: Nun sag doch endlich etwas, Junge! Gleichzeitig beginnt er, hinter die gemütliche Fassade der Buchhandlung zu schauen.
Besonders berührt hat mich die Geschichte von Makino, Yasu, Sugawa und Jin. Aus dem vertrauten Trio war früher ein Quartett, bis Jin während einer Weltreise ums Leben kam. Dieser Verlust liegt noch immer zwischen ihnen, leise, aber deutlich spürbar. Das Buch zeigt wunderbar, dass Trauer nicht einfach verschwindet. Sie verändert sich, bekommt einen Platz und wird manchmal durch Erinnerungen, Freundschaft und die richtigen Worte etwas leichter.
Die Handlung lässt sich viel Zeit. Hier explodiert nichts, niemand rettet nebenbei die Welt und selbst große Gefühle kommen auf Hausschuhen daher. Genau das passt zur Healing Fiction, kann zwischendurch aber auch etwas gemächlich wirken. Ein klein wenig mehr Tempo hätte manchen Seiten gutgetan.
Dafür besitzt die Buchhandlung wieder diesen besonderen Zauber. Bücher verbinden Menschen, Essen weckt Erinnerungen und aus scheinbar gewöhnlichen Augenblicken entsteht etwas Kostbares. Nach dem Lesen wollte ich eigentlich nur noch in dieses kleine Café spazieren, etwas Leckeres bestellen und darauf hoffen, dass mir jemand genau das Buch reicht, das ich gerade brauche.
Ein warmer, sanfter Roman über Trauer, Freundschaft und den Mut, das Herz wieder für neue Momente zu öffnen.