Sophie Passmann blickt zurück auf die Internet-Phänomene der letzten Jahre. Sie beschreibt, wie sie als Influencerin bewertet und beurteilt wird, welche Maßstäbe angelegt werden, wie andere Frauen beurteilt und kodiert werden. Daraus wird die Beschreibung einer Selbsterfahrung.
Sie seziert die Popkultur, die Oberfläche, die Bilder und versucht dabei, die Trends im Zusammenhang mit Weiblichkeit und geschlechterspezifischen Rollenbildern zu verorten.
Sophie Passmann wirft einen Blick zurück und liest die webbasierte Popkultur wie ein Buch. Ob Girlhood oder Diäten, Clean Girls, Lana Del Rey oder Billie Eilish, Barbie, Kylie Jenner oder Taylor Swift, sie sammelt Eindrücke, Memes, Kommentare, Haltungen. Sie ist eine von ihnen und beobachtet doch scharf.
Dazu entwirft sie viele Fragen, die schon die Innenseite des Covers zieren. Doch mysteriöserweise verweigert sie eine weiterführende Analyse und kontextualisiert die Phänomene weder gesellschaftlich noch politisch.
Prominente waren schon immer die Projektionsfläche ihrer Anhängerschaft. Auch vor den sozialen Medien. Was sich verändert hat, ist der Einfluss auf die Selbstdarstellung, während der Einfluss auf die parasoziale Beziehung vermeintlich ausbleibt.
Sophie Passmann beschreibt eingehend die Merkmale der jeweiligen Ästhetik eines popkulturellen Phänomens und offenbart ihre eigenen Gedanken zum Thema. Ohne Thesen oder Alternativen zwingt sie sich selbst in eine Selbstreflektionsschleife.
Vielleicht habe ich etwas anderes erwartet. Aber es ist ja schließlich ihre Lebensrealität.
Dies ist ein Text über Frauen im Internet. Darüber, wie sie sich zeigen und welche Urteile über sie entstehen. Differenzierungen in Bezug auf soziale Klassen, Genderfluidität, Bildungsniveaus und Anmerkungen zu Lebensphasen habe ich dennoch vermisst. Widersprüche bleiben unaufgelöst, der Text bleibt oft unspezifisch.
Das wiederum ist am Ende doch konsequent, denn ihr Schluss-Plädoyer steht dafür, jede Version sein zu können, die sie sein möchte. Ein Recht, das selbstverständlich für alle Frauen im Internet gilt. Nichts ist absolut. Veränderung ist immanent.