In diesem Buch ist so unglaublich viel passiert, dass ich zwischendurch wirklich erstmal durchatmen musste. Immer wieder wurden Theorien bestätigt, gleichzeitig kamen aber gefühlt doppelt so viele neue Fragen dazu. Genau das liebe ich an Geschichten wie dieser sobald man denkt, man hat etwas verstanden, wird wieder alles auf den Kopf gestellt.
Mit Paltro bin ich übrigens bis zum Schluss überhaupt nicht warm geworden. Mein Bauchgefühl hat mir von Anfang an gesagt, dass mit diesem Mann etwas nicht stimmt. Und dieser Tee... ich war die ganze Zeit überzeugt, dass dahinter mehr steckt. Vielleicht liege ich komplett falsch, aber mein Misstrauen ihm gegenüber wurde mit jeder Seite größer.
Die Enthüllung rund um Rhea Corvi hat mich dagegen wirklich schockiert. Dass ausgerechnet sie hinter so vielen schrecklichen Ereignissen steckt, hätte ich niemals erwartet. Umso trauriger fand ich es, wenn man gleichzeitig an die liebevolle Nan aus Violas Erinnerungen denkt. Dieser Gegensatz hat mich wirklich beschäftigt.
Viola hat mich während des ganzen Buches beeindruckt. Sie handelt mutig, obwohl sie oft selbst gar nicht weiß, wem sie überhaupt noch vertrauen kann. Auch Sylas ist mir im Laufe der Geschichte immer mehr ans Herz gewachsen. Anfangs konnte ich seine Art oft nicht nachvollziehen, aber je mehr man über ihn erfährt, desto besser versteht man seine Entscheidungen. Dass die beiden sich füreinander entschieden haben, fand ich wirklich schön. Ja, es ging vielleicht etwas schnell, aber wenn man bedenkt, in welcher Situation sie stecken und dass Viola nicht einmal weiß, wie viel Zeit ihr noch bleibt, konnte ich ihre Entscheidung gut nachvollziehen.
Besonders gefallen hat mir, dass die Geschichte nie aufgehört hat, neue Geheimnisse einzubauen. Gleichzeitig gab es aber auch Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob ich etwas überlesen habe oder manche Zusammenhänge einfach etwas zu schnell erklärt wurden. Vor allem rund um Grimm und Willow bin ich irgendwann gedanklich nicht mehr ganz mitgekommen.
Und dann natürlich Lyria... Ihr Schicksal hat mich wirklich traurig gemacht. Ich hoffe sehr, dass sie im nächsten Band noch eine wichtige Rolle spielen wird und wir erfahren, wie es mit ihr weitergeht.
Was ich an diesem Buch am meisten mochte, war das ständige Miträtseln. Ich habe ununterbrochen Theorien aufgestellt, Verdächtige gewechselt und versucht, die ganzen Puzzleteile zusammenzusetzen. Einige Wendungen haben mich komplett überrascht, andere hatten wir als Leser gemeinsam schon geahnt. Genau das hat das Lesen für mich so besonders gemacht.
Natürlich bleiben am Ende noch einige Fragen offen. Wer ist der dritte Puppenspieler? Was steckt hinter den blauen Augen? Was genau hat es mit Grimm, Willow und einigen Relikten auf sich? Und ich muss zugeben... bei den Briefen wurde ich auch ganz schön auf die Folter gespannt.
Alles in allem hat mir das Buch richtig viel Spaß gemacht. Es war spannend, emotional, düster und voller überraschender Wendungen. Vor allem die Leserunde mit all den Theorien und Diskussionen hat das Ganze für mich noch schöner gemacht. Jetzt bleibt eigentlich nur noch eine Frage:
Wann kommt endlich Band 2?