Mit spicy Erwartungen an das Buch ranzugehen, empfiehlt sich auf jeden Fall! Ich habe das gemacht und wurde nicht enttäuscht. Doch auch darüber hinaus steckt so viel Gutes in diesem Buch, dass ich es nur von Herzen allen empfehlen kann, die kein Problem mit expliziten Szenen haben.
Slow Burns sind nicht mein Fall und an alle, denen es ebenso geht: Das ist unser Buch! Ich fand das Pacing ganz toll gewählt für ein Buch, das ich explizit zu Unterhaltungszwecken lese. Ich habe es geliebt und inhaliert, so gut ist es geschrieben.
Die 6szenen sind wie schon gesagt ziemlich explizit, aber sie sind auch von ganz viel Konsens und Augenhöhe geprägt. Enemies-/Rivals-to-Lovers ist echt nicht mein Lieblingstrope, weil die Geschichten oft von einem Hass geprägt sind, der für meinen Geschmack in der Regel übertrieben ist. Und ich fand es hier ganz toll, dass die Rivalität zwar da ist, aber eben in einem nachvollziehbaren Umfang.
Zwischendurch habe ich mir schon gewünscht, ein bisschen mehr über das Innenleben der beiden zu erfahren. Der 6 prägt lange das Miteinander und schiebt so die emotionale Entwicklung etwas in den Hintergrund. Aber ganz ehrlich? Die Figuren, und dabei meine ich ausdrücklich auch die Nebencharaktere, sind so liebevoll geschrieben, dass ich trotz der kleinen Kritik nichts von der Bewertung abziehen will.
Der Roman ist ein unglaublich guter Beitrag queerer Repräsentation, der mich mehrfach zum Weinen gebracht hat und das ist im Romance-Bereich sehr selten. Es macht mich wirklich wütend, dass der Second Chances Verlag die Lizenz für die anderen Bücher des Universums nicht bekommen hat, obwohl sie sich so authentisch für queere Repräsentation einsetzen. Dass es am Ende doch wieder nur darum geht, welcher Verlag das meiste Geld und die größte Plattform bietet, ärgert mich.
Aber umso mehr Gründe gibt es, "Heated Rivalry" zu lesen und damit den tollen Indie-Verlag zu unterstützen. Ein Roman, der ganz locker inhaliert werden kann und sich wie eine Achterbahnfahrt zwischen Hotness und warmer Umarmung anfühlt.