Vorstellungsabbruch - zu langatmig, wiederholend und unausgereift
An aller erster Stelle möchte ich mich herzlichst bei netgalley und dem Verlag: Mayhem x Piper für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken. Dies beeinflusst jedoch nicht meine konstruktive Kritik, welche für mich auch eine wichtige Rückmeldung ist und neben Lob auch immer stattfinden sollte.Fangen wir von vorne an und das wäre für mich das Cover. Es ist auf jeden Fall ein Hingucker. Die Farbe rot als Signalfarbe die Vorsicht und Gefahr vermittelt, der Strippenzieher in Form der Hand mit den Fäden und die beiden Figuren vorne drauf.Und dann mit Sprung auf die Rückseite, lesen wir einen wirklich interessanten Klappentext, der eine düstere Fantasiegeschichte verspricht.Leider war für mich alles weitere eine sehr langgezogene Geschichte, welche sich immer wieder in Wiederholungen und gleichbleibenden Dialogen zeigte. Daher muss ich auch an dieser Stelle leider sagen, dass ich das Buch nach 52% und zwei Wochen durcharbeiten abgebrochen habe.Aber wie kommt es dazu, dass ich diese Aufführung, pardon, dieses Buch verfrüht beendet habe?Hauptfigur Riven hat da ganz klar einen großen Anteil dran. Sie verliert als Kind Ihren Vater an den Spielern und ihr Bruder prägt ihr ein Leben lang ein, wie auch in der Schule und der restlichen Gesellschaft des Nordens, wie gefährlich die Spieler sind und welche Regeln eingehalten werden müssen, wenn man auf diese trifft. Sie wird ganz zu Anfang des Buches von einem unbekannten Spieler vergiftet und der Fluch lässt sie nach und nach körperlich zu Grunde gehen. Sie sieht mehr tot als lebendig aus und in ihrer Welt können die Leute nicht lügen und daher hört sie auch so manch böse Kommentare. Da kommt das Schauspielhaus und sie will ihre Chance ergreifen und den Fluch beenden und die Gefahr für alle Personen. So körperlich schwach sie auch sein soll, so ist sie dann auf einmal doch echt stark in ihrer Zeit im SSH. Und dort verhaut sie natürlich erstmal alle Regeln. Und sie ist naiv, unsichtig und vorlaut. Für ihre 18 wirkt sie wie die klassischen 12-Jährigen, wo man die Pubertät vorschieben kann.Dann haben wir die Spieler. Vorab der erste Spieler Jude, welcher Riven mit falschem Vornamen unter seine Fittiche nimmt. Alle Spieler haben einen Neuling ausgewählt und bilden diesen aus. Wer glaubt die Verlierer gehen einfach so ausm Laden raus, vielleicht mit nem kleinen Vergessensschub, der täuscht. Auch hier war Riven natürlich total verblüfft, wieso die Verlierer so unschön abtreten.Jude ist dabei der klassische Schönling, Gottesgleich, vorne rum Prinz Charming und dann zeigt sich doch hin und wieder die andere Seite. Auch hier gibt es keine großen Überraschungen, vor allem da schnell für uns zu sehen ist, dass Jude so gar keinen Bock auf den Job hat.Die weiteren Spieler mit Titus, Mattia, Arius und Parrish, so wie der Spielleiter Silenus kommen leider viel zu kurz. Alle haben verschiedene charakterliche Schwerpunkte und eigene Lebensgeschichten vor Ihrer Zeit als Spieler (waren alle immer vorher Menschen gewesen), die mich bis hierhin schon sehr interessiert hätten.Leider passiert bis zur Mitte des Buches einfach zu wenig. Riven, Alistaire für die anderen, zeigt keine Entwicklung und bleibt charakterlich blass. Dialoge und Diskussionen wiederholen sich, die Auftritte auf der Bühne bleiben unspektakulär. Das düstere kommt zu wenig rüber, da die Spieler an sich sehr freundlich sind, wenn auch nen heftigen Humor haben. Sie schützen aneinander, auch wenn sie immer im klassischen Wettstreit sind den ersten Platz zu machen.So habe ich eine Geschichte nicht mit klassischen Kapiteln, sondern mit mehreren Akten und darin die Szenen. Das fand ich interessant gelöst. Leider war dann im Buch der ständige Wechsel zwischen den direkten Dialogen und dann wie in einem Skript NAME: "Text" was nicht wirklich passte. Entweder sollte man wie in einem Skript schreiben, oder wie in der klassischen Weise in einem Dialog, es aber nicht mischen. So rissen mich die große geschrieben Namen auch immer mal wieder raus.Und dann kommt das letzte Manko für mich. Die Erklärung wie die "Magie" funktionieren soll. Die gottähnliche Bühnenwesen, deren Aufführungen tatsächlich Herzen, Gedanken und sogar die Realität beeinflussen können, konnten mich leider nicht überzeugen. Diese Realitätsbeeinflussung konnte ich leider nicht nachvollziehen und fand diese zu kompliziert beschrieben.Es mag sicherlich anderen Leuten gefallen, mir war diese Geschichte aber zu komplex, zu wenig weiterführend und mit einer Hauptcharakterin, welche zu wenig Entwicklung mitbringt. Zumindest kann ich sagen, dass bis hierhin noch keine Liebesgeschichte zu sehen war, was gut ist, dass sich diese viel Zeit lässt.