Shane Hollander und Ilja Rozanov sind die beiden Shooting Stars am NHL-Himmel. Beide sind so grundverschiedene Spieler und haben so verschiedene Charaktere, dass jeder annimmt, die Rivalität, die sie auf dem Eis ausstrahlen, MUSS einfach echt sein.
Doch Shane und Ilja haben ein Geheimnis. Sie treffen sich seit Jahren und haben Sex miteinander. Was als Spaß begann, wird irgendwann ernst ...
Ich bin Opfer des Hypes um dieses Buch, ich gebe es zu. Es lag jetzt seit dem Frühjahr auf meinem SuB und "endlich" kam ich dazu, es zu lesen.
Meine größte Kritik dürfte die fehlende Handlung sein. Über 2/3 des Buches geht es einfach nur um die Bettgeschichte, die Shane und Ilja am Laufen haben. Vielleicht erhält man als Leser ein kurzes Zusatzinfo, zum Beispiel, dass Shane ein Haus gekauft hat, nur damit sie dort ungestört sind oder irgendeine Kleinigkeit über das letzte Spiel, wie wer gewonnen hat. Ansonsten bietet Reid hier nichts weiter, und als die Handlung endlich ansetzt, ist der Leser vielleicht gar nicht mehr interessiert.
Wenn jetzt kommt, ich würde nur einfach Smud nicht lesen, weit gefehlt. Ich lese Smud, wenn er in Romanen vorkommt. Nur habe ich gern zumindest eine Rahmenhandlung drum herum. Allein weil da zwei gerade im Bett spielen, dafür kann ich mir einen Porno raussuchen im Internet, dazu muss ich nicht lesen. Und selbst der schlechteste Porno hat zumindest die Idee einer Handlung - hier dagegen ist so gut wie nichts.
Der zweite, und für mich sehr wichtige, Punkt ist, dass Ilja und Shane quasi jede Mannschaftssportart spielen könnten, okay, abgesehen von Basketball, weil Shane ja kleiner ist als wohl viele NHL-Spieler. Es gibt kaum Szenen auf dem Eis, keine Details, mit denen ich gerechnet habe. Immerhin gibt Reid in ihrer Vita an, dass sie von Kindheit an ein riesiger Eishockey-Fan ist. Aber wo genau sieht man das IM Roman? Die Szenen, die auf dem Eis spielen, sind an einer Hand abzählbar und so nichtssagend, dass man als Leser nur mit den Schultern zuckt - ja, auch die Szene, in der Shane verletzt wird.
Alles in allem bin ich enttäuscht von diesem Buch. Ich kann es kaum Roman nennen, denn die nennenswerte Handlung erstreckt sich gerade mal auf Novellenlänge. Ich wusste, dass es viel Smud gibt, und, wie gesagt, das stört mich auch nicht. Aber ich hätte wirklich gern eine ganze Mahlzeit und nicht nur ein paar Happen.