Hallo ihr Lieben ¿die Frage des Tages: Seid ihr dem Hype entkommen oder habt ihr auch schon entweder das Buch gelesen oder die Serie geguckt? Worum es geht? Um "Heated Rivalry" ein Buch, das von zwei Eishockeyspielern handelt, die sich ineinander verlieben.Ehrlich gesagt habe ich das Buch wirklich nur gelesen, weil ich der Faszination auf die Spur kommen wollte. Weshalb ist genau dieses Buch nun im Hype, obwohl es doch eigentlich schon einige Sports Romance Bücher mit Gay Love Story gibt. Also, machen wir uns an eine kleine Analyse.Was als geheimes Spiel mit dem Feuer beginnt, wird bald gefährlich - für ihre Karrieren und alles, woran sie glauben.Aber was passiert, wenn das heißeste Geheimnis der Liga auffliegt?Schreibstil:Der Schreibstil der Autorin ist sehr mitreißend und flüssig erzählend. Ich war sofort in der Geschichte drin und konnte mich gut in die Figuren einfühlen. Die Thematik wurde sehr feinfühlig rübergebracht, sodass hier jeder meiner Meinung nach ins Schwärmen geraten kann.Die Geschichte - Naturtalente auf dem Eis, Feinde vor der Presse, Liebhaber bei NachtErzählt wird fast abwechselnd aus den Perspektiven beider Hauptprotagonisten, der Eishockeystars Ilya Rosanov und Shane Hollander. Das Besondere an den beiden ist wohl, dass ihre Leben komplett gleich sind. Ja geradezu inhaltslos, denn beide spielen Eishockey in der Profiliga und haben keine Zeit und keinen Kopf für andere Dinge. Soweit ich das beurteilen kann, würde ich aber sagen, dass ist völlig normal und soll hier keineswegs ein Kritikpunkt sein. Ihr solltet euch nur darauf gefasst machen, dass hier kein Wunderwerk an Komplexität vollbracht wird fernab der Lovestory:)Shane Hollander - der schüchterne EigenbrödlerShane kennen- und erwachsen werden zu sehen, war wie einen Welpen zu bekommen: Am Anfang aufregend und dann ist man einfach nur noch stolz. Anfangs ist er wirklich zurückhaltend, aber in ihm schlummert auch eine unglaubliche Neugierde. Das führt immer wieder dazu, dass er Sachen tut, die ihm Angst machen, dennoch gibt er vollen Einsatz. Ich denke, dass ist der schönste Charakterzug von ihm. Und auch der, der Ilya auf ihn aufmerksam macht.Im Laufe der Geschichte lernt Shane so nicht nur zu erkennen, was er mag, sondern auch, was er überhaupt vom Leben will, wie er mit anderen Menschen umgehen, wie er aussehen will. Bei ihm ist quasi alles eine Entwicklung und das fand ich ganz schön gemacht, weil es zeigte, wie anders alles doch verläuft, wenn man dem Sport so zugewandt ist wie er. Und dann noch zusätzlich nicht die Sexualität hat, von der man dachte, das man sie hat.Ilya Rosanov - der Bad BoyIlya ist sehr viel einfacher zu greifen als Shane, weil er sich mehr den Klischees hingibt. Er schläft gerne und oft mit Frauen, geht feiern, hat viele Freunde und ist generell mehr der outgoing Typ. Für mehr Tiefe bekam er eine Backgroundstory, die mit einer schwierigen Familie in Russland zu tun hatte. Definitiv kam diese etwas zu kurz, allerdings hat sie auch so einige Szenen hervorgebracht, die mehr als süß waren. Beispielsweise die, in der er Shane einfach auf russisch ALLES erzählt hat und so seine Sorgen losgeworden ist, obwohl Shane nicht ein Wort verstanden hat. Manchmal hilft es eben, wenn jemand einem einfach nur zuhört.Ich mochte es außerdem, dass er eine sehr sanfte Seite hatte, die er meist nur Shane zeigte, und die nicht wechselhaft war. Keine emotionale Erpressung, keine Selbstverletzung, einfach nur Ilya, wie er eben ist. Manchmal schalten Figuren ja zwischen sanft und verärgert wild hin und her und schlagen dann wild um sich. Das war hier nicht der Fall.Eine verbotene Liebe - Outing im Profisport?Die Lovestory der beiden wird über neun? Jahre glaube ich erzählt. Immer nur in den kurzen Treffen, die sie sich erschleichen. So ist es natürlich sehr kurzlesig und man kommt kurz voran. Man kann es aber nicht ganz beschönigen: es geht echt lange Zeit nur um Sex. Und das auch schon ab ziemlich früh und ohne viele Worte. Zwar merkte man in diesen Szenen, wie die beiden immer mehr dazu fanden, was sie mochten und was sie sich für ihr Leben vorstellen, merkte vielleicht sogar, dass da mehr zwischen den beiden ist, aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit der Situation passiert lange Zeit über nicht. Das muss man natürlich mögen, denn es bedeutet in erster Linie viel Spice.Ich fand es überraschenderweise nicht ganz so abschreckend, wie ich gedacht hätte, und es in anderen Büchern mit so viel Spice schon der Fall war. Das lag vor allem daran, dass der Sex zwischen den beiden sehr viel Vertrauensarbeit ist und man auch immer wieder merkt, dass sie irgendwo die Anpassung an die Gesellschaft aufrecht halten wollen. Wie ihr euch bestimmt vorstellen könnt, ist das Thema Outing hier sehr präsent. Denn gerade im Profisport herrscht immer noch die Vorstellung davon, dass nur heteronormative Männer auf Erden existieren und alles andere den Blick auf den Sport trüben würde. Das ist nicht nur ein Thema, dass sich dann auf die Zuschauenden, die Medien und die Vereinsmanager:innen auswirkt, sondern leider auch auf das Team und die Mitspielenden untereinander. Was einfach super schade und nicht mehr zeitgemäß ist.Aus diesem Grund aber, halten auch Shane und Ilya daran fest, dass sie nicht einfach mal eben so bekannt geben können, dass sie ein Paar sind.Ich als Außenstehende kann mir nur so halb vorstellen, was für einen Druck, eine Unsicherheit, ein gespaltenes Verhältnis zur Gesellschaft, dem Team und den Fans aufkommt, mal ganz davon abgesehen von dem Verhältnis zu sich selbst.Die Autorin geht das Ganze sehr unspektakulär an und lässt es nur indirekt im Raum stehen. Eine direkte Auseinandersetzung mit anderen oder Gerüchte usw. gibt es nicht. Das lässt den beiden natürlich mehr Zeit, für sich selbst rauszufinden, wie weit sie gehen wollen und vor allem wann, nimmt der Geschichte aber natürlich auch ein wenig die Möglichkeit, Komplexität im Zusammenspiel mit Nebenfiguren zu kreieren.Ich persönlich fand es ganz süß gemacht, ich muss aber gleichzeitig sagen, dass die Geschichte für mich so einfach sehr gleichförmig blieb und ich mich hinterher echt gefragt habe, ob 100 Seiten für die Story nicht gereicht hätten.Den Hype wert? Warum besonders?Ob das Buch den Hype wert ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich würde sagen, so viel anders als andere Bücher dieses Genres ist das Buch nicht. Und es ist auch nicht das erste Buch, dass über die Schwierigkeiten von LGTIQA+-Menschen in der Gesellschaft, Vorurteilen diesen gegenüber und im Profisport erzählt und quasi aufklärt. Ich kann mir vorstellen, dass es durchaus eine Art Vorbild schafft, das Mut erzeugen kann. Dies können aber meiner Meinung nach viele authentische Liebesgeschichten aus diesem Feld.Das einzig Besondere für mich an dem Buch war, dass man die Figuren so gerne mochte, weil es ab Dreiviertel des Buches echt endlich in die Tiefe ging und die beiden sich einfach so unheimlich zart und süß annähern. Es ist ein Herantasten, dass man normalerweise so nicht oft liest, weil sonst (der Gesellschaft geschuldet) nicht so viele Unsicherheiten auftreten. Vieles geschah über Blicke, über zögerliche Annäherung, über unausgesprochene Worte. Das war einfach nochmal eine ganz andere, intensivere Art der Erzählung, die mich richtig in ihren Bann gezogen hat. Und das, OBWOHL es hier zwischenzeitlich eigentlich nur um ungesagte Worte geht. Aber diese können eben nicht nur nicht ausgesprochen werden, weil die Figuren sich nicht trauen, sondern weil sie auf mehreren Ebenen die Tragweite dieser Worte beachten müssen. Und das ist es glaube ich auch, was es für die Community so spannend macht.Außerdem mochte ich es, dass es bist zum Ende hin authentisch blieb. Kein rosarotes Happy End, sondern eins, dass zu Ilya und Shane mit ihrer Situation passte.Fazit:Auch, wenn das Buch mit unheimlich viel Spice daherkommt, habe ich die besondere Anziehung zwischen den beiden super besonders und fand es durch den erst schnellen, sprunghaften Erzählen hin zum langsameren Erzählen sehr spannend zu lesen. Hier gehts definitiv um vorsichtigen Mut, der authentisch und liebenswert dargestellt wurde. Man muss aber mit dem Spice umgehen können.Von mir gibt es 4 von 5 Sterne.Liebe GrüßePS: Ich habe gerade die erste Staffel der Serie beendet und mein Fazit dazu ist im Vergleich: Die besondere Beziehung der beiden zueinander kommt im Buch noch besser rüber, dafür geht es in der Serie aber nicht um ganz so viel Spice, weil noch zwei weitere Figuren sehr viel mehr Raum bekommen. Die beiden wiederum fand ich sehr süß.