Titel, Klappentext und Cover haben mich angesprochen, so dass ich wirklich neugierig auf die Geschichte war. Die beiden Schwestern Jane und Lily werden Anfang der 60er Jahre geboren und wachsen in Portsmouth in einem stark katholisch geprägten Bildungsbürgerhaushalt auf. Ihre Eltern sind liebevoll, und trotz ihres festen Glaubens ist die Mutter überzeugte Feministin. Lily trifft in der Highschool ihre große Liebe, einen überaus begabten Footballspieler, dem eine Profi-Karriere winkt. Beide sind das perfekte Paar, bis ein tragisches Ereignis alles verändert und das Leben mehrerer Menschen aus der Bahn wirft. Lily findet in den folgenden Jahren Halt bei dem Ornithologen Marshall, doch sie kann den Jungen von damals nicht vergessen.
Debra Curtis packt viel in diesen Roman: Glaube und Verzweiflung, Verantwortung und Loslassen, Schuld und Sühne, Rache und Vergebung. Hinzu kommen queere Themen, Drogenkonsum, Trauer, Patriarchat, Rollenmuster und Feminismus. Das alles wird verquirlt mit Lyrik, Zitaten aus Literaturklassikern, Metaphysik, Vogelkunde, mystischen Erfahrungen, Mythologie und quantenphysikalischen Anleihen. Das Ergebnis konnte mich leider nicht überzeugen. Zu oft verliert sich die Erzählung in Details, lässt einen roten Faden vermissen, so dass ich mich beim Lesen dabei ertappe, wie ich immer wieder gedanklich abschweife. Als Mathematikerin mag ich es zudem überhaupt nicht, wenn halbgare philosophische Parallelen zB zwischen der Quantenmechanik und der Verbundenheit zweier Personen gezogen werden.
Mit dem Schreibstil wurde ich überhaupt nicht warm und Lily und Jane blieben mir fremd. Das der Jugendfreund immer nur der Junge genannt wurde und nie einen Namen erhält, wirkt gekünstelt und verstärkte meine Distanz zu den Figuren.
Letztendlich habe ich mich leider eher durchgequält und war erleichtert, als ich das Buch beendet hatte, und kann daher nur 2 Sterne vergeben.