Die Bestimmung der Bibliothek ist der erste Band der neuen Reihe Die Welt der Buchmagie von Mela Nagel. Ada und Henry sind beste Freunde, begeisterte Leichtathleten und Bücherwürmer. Als sie wegen eines kleinen Unfalls in der altehrwürdigen Bodleian Library in Oxford in den Ferien zur Strafarbeit in der Bibliothek verdonnert werden, entdecken sie ein geheimnisvolles Buch, mit dem ein Abenteuer beginnt, das ihre kühnsten Erwartungen übertrifft: Durch ein Portal gelangen sie nach Panlibris, einen geheimnisvollen Ort voller Buchmagie und der Quell aller Fantasie auf der Erde. Dieser wird jedoch bedroht, und es ist an Ada und Henry, Panlibris zu retten.
Mein zwölfjähriger Sohn und ich haben dieses Buch gemeinsam gelesen. Da es sich um einen Reihenauftakt handelt, wird die Fantasy-Welt erst einmal relativ ausführlich beschrieben und es dauert, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Der Weltenbau wirkte auf mich schon etwas konstruiert und hat mich nicht vollständig überzeugt. Auch das Ende empfand ich als vorhersehbar, während mein Sohn davon überrascht wurde. Das hängt sicher von der Leseerfahrung im Genre ab. Die Kernhandlung der Geschichte ist abgeschlossen, doch es bleiben insgesamt noch Fragen offen, die sicher in den Folgebänden aufgegriffen werden.
Die Autorin hat, wie sie im Nachwort schreibt, selbst ADHS, und auch die Widmung richtet sich an Kinder mit ADHS. Ada ist so angelegt, dass man erahnen kann, dass sie ADHS hat (hoher Bewegungsdrang, das Gefühl, nicht richtig zu sein, manchmal unkonzentriert), allerdings wäre es mir ohne Widmung und Nachwort nicht aufgefallen. Das Buch ist recht emotional geschrieben, die enge Freundschaft zwischen Henry und Ada wird sehr stark betont. Das war mir schon fast etwas zu viel.
Der Fantasy-Bereich rund um Buchmagie boomt, und eine neue Reihe muss schon etwas Besonders sein, um hier aus der Konkurrenz herauszustechen. Auch wenn die Geschichte durchaus spannend und unterhaltsam ist, fehlt mir das gewisse Etwas. Mal sehen, ob sich das in Band 2 noch ändert.