Rebecca Gugger und Gemahl Simon Röthlisberger bilden ein Künstler-Duo, das mit liebevoll-fantastischen, leicht philosophischen Bilderbuch-Geschichten sowohl Kinder als auch uns erwachsene (Vor-)Leser anspricht.
Die buchstäblich fabelhafte Geschichte von Herrn Leopold, der als Kind schweben konnte, aber damit von der Gesellschaft nicht anerkannt wurde, könnte einen wirklich traurig stimmen,
wenn, ja wenn nicht eines Tages Mathilda vorbeigeschwebt wäre...
Aber von Vorne: Leopold kann schweben und schätzt diese Art der Fortbewegung sehr.
Leider versuchen schon seine Eltern ihn daran zu hindern(ihm könnte ja etwas passieren, falls er weggeweht würde) und als er größer wird, halten ihn die Bemühungen der Leute, die ihn mit all ihren Erwartungen in Form vieler Dinge beschweren, immer mehr am Boden fest und er vergißt schließlich, was er einmal vermochte.
Als alter Herr jedoch trifft er auf Mathilda, die einfach vorbeischwebt und das toll findet und er stellt fest, das er diese Fähigkeit auch zu gerne wieder hätte.
Letztendlich, nach diversen Bemühungen und mit Hilfe Mathildas bzw. wunderbar sprechender Wörter bekommt Herr Leopold seine Schwebefähigkeit tatsächlich zurück und ist glücklich.
Nun kann er mit Mathilda Wolkentiere formen, in ihnen schwimmen und sich treiben lassen - die "Leute" aber haben gelernt(lernen müssen..) die beiden loszulassen.
Warum das Schweben funktioniert, weiß keiner:
vielleicht ist es ja die Leichtigkeit ihrer Gedanken oder eben ein Wunder.;-)
Ein liebevolles Ende sowie ein Plädoyer für Individualität und das Glück, sich selbst treu zu bleiben - ab 5J.aufwärts bzw. für alle!
Die buchstäblich manchmal etwas schrägen Illustrationen des Künstlers zeigen uns einen alten Herrn mit drahtgrauem Schnäutzer und ähnlichen Haarresten rechts und links am Kopf, der begeistert in der Luft schwebt.Aber auch auf den detailreichen Bildern seiner Kindheit ist der Knabe "oben" unterwegs, mit Bindfaden an seinen Eltern verankert und immer mit knallpinken Hosenträgern.
Überhaupt lässt Röthlisberger diese Farbe auf seinen Aquarellbildern öfters aufblitzen und ein gewisser ironischer Humor ist ihnen auch nicht abzusprechen: s. die aufge"hügelten" Gegenstände, die an Leopold als Knaben/Teenager angebunden werden, damit er nicht mehr abhebt.
Als dann Mathilda auftaucht, bekommt die pinke Farbe noch mehr Gewicht;-) und sehen wir dann buchstäblich aus der Vogelperspektive, wie der beglückte Leopold wieder hoch am Himmel unterwegs ist:
mit postiv-leichten Gedanken und wolkigen Worten für den Rest seines Lebens, hoffentlich.
Netter Zusatz-Gag: auf den vorderen Vorsatzblättern sehen wir watteweichzarte Wolken vor hellgrünem Hintergrund - auf den hinteren Vorsatzblättern die daraus geformten Wolkentiere der beiden Schweber - DAS würden wir doch bestimmt auch gerne können....