Dieses Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen und ich kam einfach aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bertram und Isolde haben mich sehr beeindruckt. Die Art und Weise, wie sie miteinander umgehen, aber auch mit der Situation, in der sie sich befinden, ist einfach total abgefahren. Man hält es nicht für möglich. Das Lesen aber hat großen Spaß gemacht, weil man einfach nicht hervorsagen kann, was noch alles passieren wird. Ich hatte sehr viele Theorien im Kopf und jedes Mal aufs Neue wurde ich wieder überrascht. Auf jeden Fall lesenswert.
Als mir Memories of Heidelberg empfohlen worden ist, wusste ich nicht genau, was ich erwarten konnte. Eingestellt hatte ich mich auf eine typische Geschichte über ein etwas älteres Ehepaar, das gemeinsam Urlaub macht und merkt, dass ihre Beziehung ein wenig langweilig geworden ist. Worauf ich mich nicht eingestellt hatte, ist dieses überteuerte Boutiquehotel, wo die beiden gefühlt die einzigen Gäste sind und dieses komische italienische Restaurant auf dem Flussschiff im Neckar, wo ich nach dem zweiten Mal nie wieder hingegangen wäre. Bertram und Isolde aber zeigen ein erstaunliches Durchhaltevermögen, für das man nur Respekt haben kann.
Bertram und Isolde sind die Hauptprotagonisten. Alles dreht sich um die beiden. Die anderen Personen, die man im Buch kennenlernt, sind zwar auch wichtig, aber alle unglaublich skurril. Vor allem die Mitarbeiter des Restaurants auf dem Flussschiff waren mir nicht geheuer. Ich weiß nicht, was für Probleme sie genau hatten, aber die Art und Weise, wie sie das Ehepaar behandelten, mochte ich gar nicht. Es ist aber auch nicht so, dass Bertram und Isolde Unschuldslämmer sind. Mit ihren manchmal bösen Kommentaren ist es nicht verwunderlich, dass sie sich Feinde machen. Nur sind sie irgendwie so in ihrer eigenen Welt gefangen, dass sie das gar nicht mehr merken.
Die beiden haben mir aber auch oft sehr leid getan. Ich hätte sie einen schönen Urlaub gewünscht. Einen Urlaub, den sie benutzen konnten, sich ein wenig näher zu kommen oder zumindest mal offen miteinander zu reden. Leider leben sie gefühlt nur noch nebeneinander. Da Isolde so eine starke Persönlichkeit hat, traut Bertram sich aber oft nicht, das auszusprechen, was ihm durch den Kopf geht. So dümpeln sie jeder einzeln gemeinsam vor sich hin.
Das Ende war dann aber der absolute Hammer. Ein wenig dramatisch war es schon, aber das war zu erwarten. Trotzdem merkt man da deutlich, wie Isolde zu Bertram steht, was mir sehr gut gefallen hat. Am liebsten würde ich wissen wollen, wie es weitergeht, aber auch was es mit diesem Hotel und dieses komische Restaurant auf sich hat, obwohl es für die Geschichte an sich überhaupt nicht wichtig ist und es mir Spaß macht, selbst ein paar Theorien zu entwickeln.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, das man schnell durchgelesen hat. Die Lektüre macht Spaß, überrascht immer wieder aufs Neue und regt zum Denken an. Absolut empfehlenswert!