Gebet gehört für einen gläubigen Christen ganz selbstverständlich zum Alltag. Aber mal ehrlich, wie stark sind deine Gebete? Ist es mehr eine Pflichtübung oder der halbherzige Versuch, Gott deine Wünsche vorzutragen, damit er sie bestenfalls erfüllt? Ich hatte Bedenken, dieses Buch zu lesen. Wie ehrlich sind meine Gebete? Und was ist mein Ziel beim Beten? Nicola Vollkommer schafft es auf wunderbare Weise, das Thema nicht zu schwer werden zu lassen, aber dennoch Wege aufzuzeigen. Mit einem Augenzwinkern erzählt sie von den Großen und Kleinen aus der Bibel und wie sie mit Gebet umgegangen sind. Auch sie mussten die Erfahrung machen, dass Gott ihre Gebete nicht immer in ihrem Sinne erhörte. Sara blieb lange kinderlos. Josef wurde nach Ägypten verschleppt und zur Sklaverei gezwungen. Lot konnte nicht in Sodom bleiben und da gibt es noch viel mehr. Was aber durch all diese Geschichten deutlich wird ist, dass Gott zwar nicht vorrangig das Gebet erhörte, wohl aber zugehört hat und letztlich sein Plan im Leben der jeweiligen Person sichtbar wurde. Das Buch kann uns helfen, unseren Blickwinkel zu ändern. Gott ist immer da, er ist immer gut und er hat immer einen Weg. Vielleicht ist die Erfüllung eines Wunsches, Traumes oder einer Sehnsucht am Ende nicht das Beste, was er für dich vorbereitet hat. Und wenn du auch glaubst, du gehst leer aus, so hat Gott noch so viel mehr für dich. Zusätzlich berichtet Nicola auch aus ihrem eigenen Leben und wie sie mit unerhörten Gebeten umgegangen ist. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht, weil es so flüssig und nachvollziehbar geschrieben ist. Vielleicht schaffe auch ich es dadurch, eine etwas andere Sicht zu bekommen. Und trotzdem nicht mit dem Beten aufzuhören.