
1989: Das Jahr von Sunas Geburt, das Jahr der Wende, das Jahr, das für Sunas Mutter Conny alles verändert hat. Und die Last dieser Veränderungen wiegt schwer, auch über Generationen hinweg. Felicitas Geduhn erzählt vom Vermissen, von der Sehnsucht nach Verbindungen und von der großen Herausforderung, diese zu knüpfen.
Just ist weg, und dafür sitzt jetzt ein Storch auf Sunas Dach. Was macht man mit einem Storch auf dem Dach? Suna hofft auf Rat von ihrem Vater Andreas, doch als sie ihn zu erreichen versucht, erfährt sie von ihrer Mutter, dass auch er verschwunden ist. Seit Wochen schon, still und leise. In der Stadtwohnung hält Suna es ohne Just sowieso nicht aus, also fährt sie in ihr Elternhaus raus aufs Land, wo ihre Mutter Conny sich hinter ihrer Nähmaschine unter Stoffbergen vergräbt und immer weiternäht und weiterschweigt. Conny ist selbst in diesem Haus aufgewachsen, damals vor der Wende, als alles irgendwie noch ganz anders und alles irgendwie genauso war wie jetzt. In Sunas Kinderzimmer hat bereits Conny ihre Kindheitsträume geträumt, im Acker hinterm Haus hat sie sie begraben. Zum ersten Mal seit Jahren leben Suna und Conny nun wieder unter einem Dach, könnten einander jedoch kaum ferner sein. Und Andreas fehlt.
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