Eigentlich beabsichtigte Ulrich Schneider ein ganz anderes Buch zu schreiben; ein sozialpolitisches Sachbuch über die Zustände in diesem unserem Land. Stattdessen entstand diese wundervolle Lektüre und ganz gleich ob im Ruhrpott oder anderswo in dieser Republik aufgewachsen, beim Lesen fängt man unweigerlich an, in alten Erinnerungen zu schwelgen. Erinnerungen an die gute, alte Zeit der 60er / 70er Jahre. Damals, als noch nicht die Rede war vom "menschengemachten Klimawandel", obwohl die Hütten im Ruhrpott Tag und Nacht ihren Ruß im die Luft bliesen. Damals, als Bierflaschen noch Bügel hatten und man sich nicht mit dieser genialen EU ' Verordnung ( Sarkasmus Ende), den fest mit der Flasche verbundenen Verschlüssen, herum schlage mußte. Oma trug noch Kittelschürze und machte einen auf "Fenstergucker". Sehen und gesehen werden, hier und da mal ein Schwätzchen haltend, um stets auf dem Laufenden zu sein Wir hatten noch kein Internet, keine Handys, kein Facebook, Instragram und den ganzen anderen Social Media Kram. Wir spielten Fangen und Verstecken mit unseren Freunden, waren draußen bis es dunkel wurde. Und wir hatten nicht das Gefühl irgend etwas zu verpassen. Wir waren genügsam und auch mit wenig zufrieden. Und an dieser Stelle behaupte ich jetzt einfach, dass wir früher die schönere Kindheit hatten, im Gegensatz zur heutigen Jugend. Wir gingen noch zur Tantschule, lernten anständige Tänze, hörten Musik von Elvis oder den Bee Gees. Und wenn's abends mal etwas später wurde und man morgens nicht so recht aufstehen mochte, wer kannte ihn nicht, den Spruch "Wer abends saufen kann kann morgens auch aufstehen". Verantwortungsbewußtsein Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft und vor allem Respekt waren Tugenden, welche man damals noch groß schrieb. Da hätte man noch sein "letztes Hemd" für seinen Kumpel gegeben, während dieses heute mittlerweile an nahezu allen Ortsschildern in Sachsen zu finden ist. Allerdings aus einem anderen Hintergrund. Damals war der Mann meist Alleinverdiener und das Geld reichte. Heute geht es kaum noch ohne Nebenjob, will man einigermaßen über die Runden kommen Während der Anteil der berufstätigen Frauen 1960 bei 36 % lag, ist dieser heute doppelt so hoch. Da kann man kaum mehr von einer klassischen Rolenverteilung sprechen, wo der Mann für das finanzielle, die Frau für Haushalt und Kindererziehung zuständig war. Die Familienpolitik läßt heute sehr zu wünschen übrig Aber nicht NUR die Familienpolitik. Statt sich um das eigene Volk zu bemühen, Obdachlosigkeit, Altersarmut etc. zu bekämpfen, wandern unsere Steuergelder in teilweise absolut unsinnige Projekte im Ausland. Doch steht über dem Reichtagsgebäude nicht groß DEM DEUTSCHEN VOLKE ? Eine gewisse Frau Angela M. prägte einst zwei Sätze: 2015 "Wir schaffen das", 2020 "Bleiben Sie zu Hause". Über die korrekte Reihenfolge beider Sätze mag sich jeder selbst seine Gedanken machen. Jetzt könnte man sagen FRÜHER WAR ALLES BESSER, Aber wäre es heute nicht besser es wäre wieder alles so wie früher?