Die Gestaltung des Buches gefällt mir ausgesprochen gut. Ich mag die Farbkombination aus Pink und Lila in Verbindung mit der weißen Schrift ist wirklich gelungen, weil es direkt ins Auge sticht und auf das Genre hinweist, aber nicht zu viel verrät.
Die Geschichte fand ich ebenfalls sehr reizvoll: Die 17-jährige Billie Vale hat schon lange kein gutes Verhältnis mehr zu ihrem Vater. Zu sehr fühlt sie sich von ihm in Bezug auf ihre alkoholkranke Mutter im Stich gelassen. Doch dann erfährt sie, dass ihre jüngere Schwester im Koma liegt und des Mordes an ihrer besten Freundin Emily verdächtigt wird. Auf Bitten ihres Vaters reist sie von New York nach England, um herauszufinden, was wirklich auf den Klippen der Wickham Academy passiert ist. Als Belinda Winters soll sie sich undercover in die Schule einschleichen und die übrigen Schüler unauffällig zu dem Vorfall befragen. Doch die Geheimnisse der elitären Schule reichen Generationen zurück und nicht jeder möchte, dass sie aufgedeckt werden. Je tiefer Billie gräbt, desto gefährlicher wird es für sie und manche Menschen haben mehr zu verlieren als nur ihren guten Ruf.
Ich habe mich wirklich auf diese Geschichte gefreut, weil ich die Prämisse einer elitären Schule mit gefährlichen Geheimnissen und einem Mordfall, bei dem die Täterin im Koma liegt und deswegen keine Aussage machen kann, super spannend fand. Leider konnte mich das Buch nicht wirklich begeistern. Das liegt auch am Schreibstil. Ich habe mich während des Lesens oft gefragt, ob mir der Schreibstil oder die Übersetzung nicht gefällt, weil bei einigen Sätzen und vor allem Sprichwörtern oder Phrasen sehr klar war, wie sie im Original waren und dass sie zum Teil wörtlich übernommen wurden, was nicht immer Sinn ergeben hat. Dadurch wirkte der Schreibstil manchmal sehr holprig und ich musste mehr als einmal überlegen, was genau gemeint war. Das hat auch dazu geführt, dass ich recht lange gebraucht habe, um wirklich in die Geschichte zu finden.
Das liegt aber auch daran, dass ich nie so richtig mit den Charakteren warm geworden bin. Ich hatte nie das Gefühl, Billie als Person wirklich kennenlernen zu können. Natürlich kennt man ihren Hintergrund, erlebt sie aber nie wirklich als Person, die sich vor allem um ihre Mütter kümmert. Auch als sie in England ist, berichtet sie zwar, dass sie von ihrer Mutter gehört hat, aber man erlebt es als Leser nicht wirklich mit und dadurch blieb dieser Teil ihres Lebens für mich sehr blass. Leider ändert sich das auch nicht wirklich, als in Wickham anfängt. Sie versucht natürlich auch, sich als eine andere Person auszugeben, aber weder Belinda noch Billie werden für mich so richtig greifbar, zumal sie es selten schafft, so richtig in ihrer Rolle zu bleiben. Das hat mich ehrlich gesagt auch sehr frustriert. Sie will herausfinden, was mit ihrer Schwester passiert ist, liest aber nicht einmal die Charakterbeschreibung von Belinda. Natürlich macht exakt das deutlich, dass sie keine professionelle Detektivin ist und ich fand es von Anfang an absurd, dass ihr Vater, der nun wirklich genug Geld für einen privaten Ermittler hat, seine eigene (entfremdete) Tochter dazu überredet, in einem Mord zu ermitteln. Wenn es wenigstens ab irgendeinem Punkt dazu geführt hätte, dass diese absurde Erwartung angeprangert worden wäre, hätte ich das sogar als Plotpoint relativ gelungen gefunden, aber das passiert nie. Stattdessen findet Billie nahezu alle Dinge per Zufall heraus, aber man bekommt nicht alles als Leser mit, sodass man nicht wirklich mitermitteln kann, was für mich ein bisschen enttäuschend war.
Alles in allem hat mich das Buch leider echt enttäuscht. Ich hatte mich auf eine Mischung aus Murder-Mystery und Elite-Academy gefreut, aber weder die Charaktere noch die Storyline konnte mich wirklich überzeugen und auch das Ende war zu perfekt, man hätte es ein bisschen offener lassen können, einfach um zumindest ein kleines bisschen Realismus in die Geschichte zu bringen.