**** Mein Eindruck ****
Novembersommer ist nicht einfach nur eine Dystopie oder ein Spannungsroman, sondern vor allem fundiert und angereichert mit wissenschaftlicher Exaktheit. Sprachlich werden viele Details aus dem wissenschaftlichen Kontext eingeflochten und nicht immer im Detail erklärt. Das kann für manche ein Kritikpunkt sein. Da ich selbst Physikerin bin, habe ich mich gerade an diesen Stellen bestens unterhalten gefühlt und die Dramatik der Szenerie aufgesogen.
In diesem Buch ist die Welt bereits an jeglichen Zielen zum Klimaschutz gescheitert. Wirtschaftspolitisch werden die Gewinner und Verlierer dieser Handlungsweise sauber aufgerollt und daraus entstehen drastische Erkenntnisse. Der Klimawandel ist ein globales Problem doch ist er das wirklich für jeden? Manches Land wird urban, wenn es heißer wird. Dieser und viele weitere nachwirkende Gedanken finden Platz in einem Roman, der gleichzeitig auf beste Weise unterhält und eine gewisse Fiktion mit einer Realität verknüpft, der man sich nur schwer entziehen kann.
Auch der unbedachte Umgang mit KI und das Veröffentlichen von saloppen wissenschaftlichen Ergebnissen werden kritisch betrachtet. Es ist ein Rundumschlag ohne Fingerzeig. Klar, erzählend und ohne einfache Antworten.
Im Buch spielt die Veränderung des Klimawandels eine zentrale Rolle, Wasserstoff als häufigstes Element wird zum Keyplayer und daraus entstehen erschreckend neue Probleme. Verurteilungen, familiäres Miteinander, Freiheit, Flucht und das Prinzip des Stärksten finden ebenso ihren Platz.
Das Buch ist dicht und für mich ein absolutes Ausnahmewerk. Eine aufwühlende, starke Stimme, die man nicht überhören sollte.
**** Empfehlung? ****
Für alle, die wissenschaftlich fundierte Dystopien mögen, sich auf komplexe Gedanken zum Klimawandel einlassen möchten und dabei einen spannenden Roman mit erschreckend realen Bezügen suchen.