Als ich gelesen habe, dass es nach fast 10 Jahren mal wieder einen Roman von John Green gibt war ich natürlich angefixt. Ich habe "Das Schicksal ist ein mieser Verräter", "Eine wie Alaska" und all seine anderen (Jugend)Romane geliebt und gerade deshalb ist mir vielleicht auch diese "Der erste Erwachsenenroman..." so stark aufgefallen. Weil wenn man auch so an die Themen seiner früheren Romane denkt, ist mir zumindest erstmal nicht ganz klar geworden, was hier nun groß schwieriger bzw. allgemein anders sein sollte. Umso gespannter war ich nun.
Und es hat sich ( zumindest in großen Teilen) bestätigt, was ich mir schon dachte. Die Art wie er schreibt ist immer noch dieselbe, die Themen sind dabei aber auch nicht unbedingt schwerer sondern eher noch etwas komplexer. Dennoch schafft er es sowohl Kai als auch Juniper mit all ihren Päckchen nachvollziehbar zu zeichnen und mit den weiteren Charakteren, die (leider) eher weniger von der Eleganz und Leichtigkeit und mehr etwas von Branchenkarikaturen habe, auch eine gewisse Prise Humor einzubringen. Die Geschichte an sich wird auch sehr hübsch aufgebaut, auch wenn ich Manches schon als etwas sehr vorhersehbar empfunden habe und auch der Lösung der doch eher schwerwiegenderen Probleme der Beiden noch etwas mehr Raum gewunschen hätte.
Abschließend muss ich auch sagen, dass ich die Covergestaltung sehr hübsch finde, der "angesprayte" Farbschnitt hätte es für mich zwar nicht sein müssen, aber diese zwei sich überlagernden Farbverläufe geben schon Einiges her. Und so verwirrt wie ich auch anfangs von dem Komma zwischen Hollywood und Ending war; gerade diesen Interpretationspielraum braucht das Ende mMn. auch, einfach weil sonst etwas arg vorhersehbar ist.
Alles in allem ein gelungener Roman, der viele wichtige Themen anspricht und gut verarbeitet, wobei ich mir nach wie vor die Frage stelle, wo genau denn die Grenze zu einem Erwachsenenroman beginnt. Denn wäre nicht gerade dieses "Coming of age" bzw. sich selbst finden in einer Welt, die von Projektion und Fremdbildern getrieben ist, ein klassisches Jugendroman-Thema ?