Frau Mond:
Frau Mond lebt mit einem Teil ihres Herzens in dieser Welt und mit dem anderen in jenen geheimnisvollen Zwischenräumen, in denen Nebel sprechen, Sterne flüstern und alte Träume noch wissen, wo sie hingehören.
Sie liebt mystische Welten, verborgene Türen, leise Zeichen und Geschichten, die nicht laut erklären, sondern tief erinnern. Während andere nach klaren Wegen suchen, folgt Frau Mond lieber dem silbernen Schimmer am Rand der Wirklichkeit. Dort, wo Fantasie und Gefühl einander begegnen, findet sie ihre Bilder, Figuren und Worte.
Sie glaubt an das Unsichtbare, ohne daraus etwas Schweres zu machen. An das Staunen. An innere Landschaften. An das feine Knistern, das entsteht, wenn man für einen Moment aufhört, alles verstehen zu wollen.
Ganz heimlich liebt Frau Mond auch die Sonne. Vielleicht gerade deshalb, weil sie weiß, dass kein Mondlicht ohne Sonnenlicht leuchten kann. Doch sie würde das nie zu laut sagen. Sie lächelt lieber still darüber und tut so, als hätte niemand es bemerkt.
Frau Mond schreibt für alle, die sich nach Magie sehnen, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren. Für alle, die ahnen, dass hinter dem Alltag noch etwas wartet. Und für alle, die manchmal spüren, dass die schönsten Geschichten nicht erfunden werden, sondern sich leise zeigen, wenn man bereit ist, ihnen zuzuhören.
Herr Sonne:
Herr Sonne ist von Natur aus ein ziemlich warmer Charakter. Das liegt natürlich ein bisschen daran, dass er aus Licht, Glanz und gasförmiger Begeisterung besteht. Vor allem aber liegt es daran, dass er es liebt, die Herzen der Menschen zu erwärmen.
Jeden Morgen schaut Herr Sonne auf die Erde hinab und staunt aufs Neue. Er liebt die weiten Länder, die funkelnden Wasser, die klare Luft, die bunten Wiesen, die Blumen, die sich ihm entgegenstrecken, und die Bäume, die ihre Blätter ins Licht halten, als wollten sie ihm zuwinken. Manchmal beneidet er sie ein wenig, denn Herr Sonne selbst kann nicht barfuß über eine Wiese laufen, keinen Ast berühren und sich nicht in einen Hundekopf kuscheln. Schließlich ist er gasförmig. Das ist praktisch zum Leuchten, aber unpraktisch zum Streicheln.
Hunde liebt Herr Sonne ganz besonders. Vielleicht, weil sie so ehrlich sind. Vielleicht, weil sie einfach losrennen, wenn Freude durch sie hindurchfährt. Vielleicht auch, weil sie genau wissen, wie man liebt, ohne vorher darüber nachzudenken. Wenn ein Hund sich genüsslich in einen Sonnenfleck legt, dann strahlt Herr Sonne immer ein kleines bisschen heller.
Herr Sonne glaubt, dass Wärme nicht laut sein muss. Manchmal genügt ein freundlicher Blick, ein gutes Wort, ein Lachen zur richtigen Zeit oder ein Lichtstrahl auf einer müden Schulter. Er mag Menschen, die wieder weich werden. Die sich trauen, zu fühlen. Die merken, dass unter all dem Ernst noch ein lebendiges Herz wohnt.
Ganz heimlich liebt Herr Sonne die Mondin. Das weiß natürlich niemand. Außer vielleicht alle. Denn wann immer sie am Himmel erscheint, strahlt er sie so verliebt an, dass selbst die Sterne ein wenig kichern. Er sagt dann, das sei nur astronomisch bedingt. Aber wer genau hinsieht, weiß es besser.
Herr Sonne erzählt aus Wärme, Freude und einer großen Liebe zum Leben. Für alle, die manchmal vergessen haben, wie hell sie eigentlich sind.