Königskinder

Roman.
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Der neue Roman von Alex Capus - seine schönste Liebesgeschichte seit "Léon und Louise"
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Produktdetails

Titel: Königskinder
Autor/en: Alex Capus

ISBN: 3446260099
EAN: 9783446260092
Roman.
Hanser, Carl GmbH + Co.

20. August 2018 - gebunden - 184 Seiten

Beschreibung

Als Max und Tina in ihrem Auto eingeschneit auf einem Alpenpass ausharren müssen, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen, zur Zeit der Französischen Revolution, ihren Anfang nimmt.
Jakob ist ein Knecht aus dem Greyerzerland. Als er sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern, verliebt, ist dieser entsetzt. Er schickt den Jungen erst in den Kriegsdienst, später als Hirte an den Hof Ludwigs XVI. Dort ist man so gerührt von Jakobs Unglück, dass man auch Marie nach Versailles holen lässt. Meisterhaft verwebt Alex Capus das Abenteuer des armen Kuhhirten und der reichen Bauerntochter mit Max' und Tinas Nacht in den Bergen. Ein hinreißendes Spiel zwischen den Jahrhunderten. Alex Capus' schönste Liebesgeschichte seit "Leon und Louise".

Portrait

Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt heute in Olten. Er schreibt Romane, Kurzgeschichten und Reportagen. Bei Hanser erschienen Léon und Louise (Roman, 2011), Fast ein bisschen Frühling (Roman, 2012), Skidoo (Meine Reise durch die Geisterstädte des Wilden Westens, 2012), Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer (Roman, 2013), Mein Nachbar Urs (Geschichten aus der Kleinstadt, 2014), Seiltänzer (Hanser Box, 2015), Reisen im Licht der Sterne (Roman, 2015), Das Leben ist gut (Roman, 2016) und Königskinder (Roman, 2018).

Pressestimmen

Guten Erzählern hört man zu, selbst wenn einen der Inhalt ihrer Geschichten nicht zu interessieren scheint. Alex Capus ist ein solcher Zauberer, der seit über zwanzig Jahren seine Leserinnen und Leser mit kleinen und grossen Begebenheiten bezirzt und noch das Nebensächlichste Funken schlagen lässt. Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung, 12.09.18

"Ein solcher Roman, der mehr ist als er vordergründig sagt, bietet eine intelligente wie kurzweilige Lektüre über Ambition und Funktion von Literatur Als Leser kann man bequem durch alle Welten und Zeiten gleiten. Und falls man selbst einmal in eine schwierige Situation gerät, gibt Alex Capus' Roman genug Stoff her, um dem zähen Warten auf Besserung mit Zuversicht zu begegnen." Björn Hayer, SPIEGEL online, 22.08.18

"Nicht nur eine tolle Liebesgeschichte, sondern auch ein Buch darüber wie großartig Lesen und Erzählen sind. ... Einfach schön! Stefan Keim, WDR 4 Bücher, 04.09.18

"Wunderbar ist das Wechselspiel der Erzählungen aus zwei so verschiedenen Jahrhunderten. Capus erzählt unangestrengt, mit Sinn fürs sprechende Detail und mit enormer Erfindungskraft. Deshalb lassen wir uns so gern von ihm verführen." Manfred Papst, NZZ am Sonntag, 26.08.18

Capus ist ein Meister der atmosphärischen Beschreibung. Er braucht nur wenige Worte, um anschaulich und detailreich, bisweilen deftig das Leben in den Bergen ebenso wie das vorrevolutionäre Leben vor und im Schloss von Versailles zu beschreiben. Man hat sofort ein Bild vor Augen. Seine knappen Schilderungen sind dicht und plastisch... Eine herzerwärmende, geradezu märchenhafte Erzählung. Johannes Kaiser, Deutschlandfunk Kultur, 18.08.18

"Ein raffinierter Roman, den man als Schmökernase genießen kann wie auch mit tinaeskem kritischem Bewusstsein... Capus zieht an seiner Prosa-Orgel alle Register. Schalmeiensüss, wenn er bei Jacob und Marie weilt. Scharfe Mixturen, wenn es um den nutzlosen, verblödeten Adel geht." Martin Ebel, Tages-Anzeiger, 16.08.18
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Thorsten K.
von Thorsten K. - Hugendubel Buchhandlung Berlin Kurfürstendamm - 22.11.2018
Eine märchenhafte Geschichte um Marie und Jakob als Geschichte in der Geschichte: Max und Tina bleiben mit ihrem Auto liegen und um sich die Zeit zu vertreiben, wird gestritten und gezetert, dass es für den Leser eine Freude ist. Eine Überraschung!
Claudia S.
von Claudia S. - Hugendubel Buchhandlung Lübeck Königstraße - 22.10.2018
Max und Tina werden in ihrem Wagen auf einem Bergpass eingeschneit. Um die Zeit bis zum Morgengrauen zu überbrücken, erzählt Max die Geschichte von Jakob, dem Kuhhirten, und Marie, einer reichen Bauerntochter. Eingewebt in die politische Situation Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt der Autor ein herrliches Wechselspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart, nämlich die der bizarren eingeschneiten Situation im Auto. Wieder mal eine wunderbare (Liebes-)Geschichte von Capus, die sofort in den Bann zieht.
Tobias M.
von Tobias M. - Hugendubel Buchhandlung Dresden Webergasse - 22.10.2018
Der Schweizer Autor beherrscht wie kein anderer die Kunst, Weltgeschichte anhand ganz persönlicher Schicksale zu erzählen. Wie auch in seinem Meisterwerk "Léon und Louise" geht es in seinem neuen Roman um ein Liebespaar, den Kuhhirten Jakob und die Bauerntochter Marie, das am Vorabend der Französischen Revolution unbeirrbar aneinander festhält. Wobei es unwichtig ist, dass die Geschichte wahr ist. Wichtig ist, dass sie stimmt.
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Ingolstadt Theresienstraße - 22.10.2018
Eingeschneit auf einem Alpenpass für eine Nacht, erzählt er ihr eine Geschichte, die schönste Liebesgeschichte überhaupt in den Zeiten der Französischen Revolution. Einfach schön!
Julia W.
von Julia W. - Hugendubel Buchhandlung Stuttgart Else Josenhans Straße - 22.10.2018
Eine wunderbare Liebesgeschichte (Capus kann es halt) mit wirklich komischen Szenen.
Bewertungen unserer Kunden
Märchen zwischen den Zeiten
von Julia Lindner - 19.11.2018
Alex Capus hat mit Königskinder ein wunderschönes, altertümliches Märchen geschaffen, eingebettet in einen modernen Rahmen. Max und Tina stecken mitten in einem Schneesturm mit ihrem Auto fest. Um sie abzulenken beginnt er, ihr die Geschichte von Marie und Jakob zu erzählen. Eine scheinbar zum Scheitern verurteilte Liebe in Zeiten kurz vor der französischen Revolution. Nicht nur, dass diese Liebesgeschichte an den kleinen Romantiker tief in jedem Leser apelliert. Gleichzeitig zeichnet Max (oder Alex) ein erstaunlich plastisches Bild der damaligen Zeit, gespickt mit unzähligen kleinen Einzelheiten, dass das Abrutschen der Geschichte ins Kitschige verhindert. Für das i-Tüpfelchen Amüsement sorgen allerdings Max und Tina, die zeigen, dass man sich auch nach vielen Ehejahren nicht immer bierernst nehmen muss und sich stattdessen auch gerne mal gegenseitig auf liebevolle Art auf die Schippe nehmen kann. Fazit: Eine wunderbare Gescichte, mit der man locker jeden eisigen Schneesturm überstehen kann.
Max und Tina
von Lesemama - 18.11.2018
Zum Buch: Tina und Max haben ihre jüngste Tochter zu ihrer Ausbildungsstelle gebracht und fahren auf dem Heimweg verbotenerweise über einen gesperrten Pass. Nun bleiben sie im Schnee stecken und müssen die Zeit bis zum nächsten Morgen irgendwie überbrücken. So erzählt Max seiner Frau die Geschichte von Jakob, einem Waisenjungen, der in seiner Melkhütte auf die Kühe des Bauern aufpasst ... Meine Meinung: Alex Capus ist hier ein großes , sprachlich imposantes Werk gelungen. Nebenbei erzählt Max die Geschichte von Josef und Maria (ja, die heißen wirklich so) und von der Prinzessin Elisabeth, der jüngsten Schwester von König Louis XVI und ihrem Bauernhof, auf dem sie das schöne Leben der Bauern spielt. Geschichtlich ist es großartig erzählt und es macht viel Freude zu lesen was Josef so alles widerfährt. Die Geschichte ist sehr Berührend erzählt und ich mag den Schreibstil sehr gerne. Es ist ein großartiges Buch, das mich gut unterhalten hat, auch wenn ich irgendwie was anderes erwartet hatte.
Diese besonderen Nächte
von c._awards_ya_sin - 28.10.2018
Es gibt sie, diese besonderen Nächte. Nächte, die wie geschaffen sind für eine Geschichte. Eine wahre Geschichte noch dazu. Und so kommt es, dass Max seiner Frau Tina eine solche Geschichte erzählt. Denn sie selbst sitzen in ihrem Auto, eingeschneit in den schweizer Alpen, fest bis zum nächsten Morgen. Und die Geschichte fängt ganz in der Nähe an, vielleicht kannst du die Hütte sogar sehen, wo Jakob einst lebte? Wo er ganz in der Nähe Marie fand und eine tiefe Liebe entflammte. Eine Liebe, die über die Jahre nie zusammen kam, wie die Königskinder, und doch hielt. Auch über Ländergrenzen und andere Widrigkeiten hinweg. Eine Liebe zu Zeiten der französischen Revolution und gegen den Willen des Vaters. Wunderbar erzählt, in einer einzigen einsamen Nacht in den verschneiten Bergen.
Das perfekte Buch für ein verschneites Wochenende
von Marie aus E. - 24.10.2018
Obwohl das Buch eher schmal ist, sozusagen ein Büchlein mit seinen 185 Seiten, hat es sogar zwei Erzählstränge, eine Geschichte in einer Geschichte. Das schon lange verheiratete Ehepaar Max und Tina wird bei einer Passüberquerung im Auto eingeschneit. Das ist für Außenstehende sehr witzig, da sie die typischen kleinen Streitereien länger verheirateter Paare führen, nie bösartig, eher kleine Seitenhiebe. Sie stritten über Vollkorn-Pasta und Überwachungskameras, über Geschirrspüler und die korrekte Anwendung des Genitivs im Schweizer Dialekt, aber in den großen Dingen des Lebens...waren sie sich schon immer einig gewesen. Um die Wartezeit bis zur Schneefräse zu überbrücken, erzählt Max Tina eine Geschichte. Eine zarte Liebesgeschichte, die erst in der Schweiz, dann im Vorfeld der französischen Revolution spielt. Das ist großes Erzählkunst, denn während die Rahmenhandlung um Max und Tina eher schnoddrig und witzig erzählt wird, wechselt der Erzählton bei der Liebesgeschichte des 18. Jahrhunderts und wird schon fast poetisch. Interessant fand ich auch, dass z.B. das bedingungslose Grundeinkommen geschickt ins 18. Jhd. eingeflochten wurde. Gerade der Wechsel zwischen Zeit und Charaktere und der damit wechselnde Erzählstil haben es für mich richtig rund gemacht, ein sehr feines Buch. Mein Fazit: Obwohl es ein eher dünnes Buch ist, liest man es fast bedächtig, die perfekte Lektüre für ein verschneites Wochenende.
Sprachlich ein wahres Lesevergnügen
von bookloving - 22.10.2018
Mit seinem Roman "Königskinder" ist dem Schweizer Schriftsteller Alex Capus eine wundervolle, herzergreifende Geschichte gelungen, die über eine außergewöhnliche, historische verbriefte Liebe zu Zeiten der Französischen Revolution erzählt. Geschickt lässt er seine sehr unterhaltsame Geschichte mit einer amüsanten, sehr realen Rahmenhandlung beginnen, bei der das Ehepaar Tina und Max mit ihrem Wagen im dichten Schneetreiben auf einer eigentlich gesperrten Passstraße von der Straße abgekommen und im eingeschneiten Auto bis zum Morgen ausharren müssen. Um von ihrer misslichen Lage abzulenken und die Wartezeit auf den morgendlichen Schneepflug zu vertreiben, beginnt Max in blumigen Worten seiner Frau eine wahre, schon lang zurückliegende Geschichte zu erzählen, die sich ganz in der Nähe zugetragen haben soll. Es ist die sehr fantasievolle und etwas märchenhaft anmutende Liebesgeschichte zwischen einem armen, verwaisten Sennerbuben Jakob und Marie, der schönen Tochter des reichen Talbauern. Schon bald tauchen wir als Leser zunächst in die karge Welt der Schweizer Bergbauern ein, reisen mit Jakob an den dekadenten, vorrevolutionären Hof von Ludwig XVI. nach Versailles und erleben schließlich sogar die Wirren der Französischen Revolution. Sehr geschickt hat Capus diese beiden Erzählstränge miteinander verbunden, die ohne sichtbare Abgrenzungen wundervoll ineinanderfließen. So führt er uns des öfteren in die Realität zu den beiden im eingeschneiten Auto zurück und lässt Tina die von Max mit vielen erstaunlichen Details ausgeschmückte Geschichte immer wieder mit skeptischen Nachfragen zu Logik und Wahrheitsgehalt unterbrechen. Auch der Leser mag sich an einigen Klischees stören und hegt Zweifel an der historischen Korrektheit, recherchiert einige der erwähnten Fakten und kann zugleich die Fortsetzung der schier unglaublichen Ereignisse kaum erwarten. Die hier erzählte außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei eher gewöhnlichen Menschen, die zu "Königkindern" wurden und denen aber allen Widrigkeiten zum Trotz ein schönes Happy End beschert wurde, wirkt dennoch nicht kitschig und unglaubwürdig. Capus findet mit seinem Ende, bei dem die Eingeschneiten nach dieser einzigartigen, magischen Nacht dem Alltag als gefestigtes Paar wieder begegnen müssen, einen wundervollen Ausklang, der uns wieder in die Realität entlässt. Capus konnte mich auch in diesem Roman durch seinen wunderbaren, beschwingten Erzählstil, seine Sprachgewandtheit und seinen Wortwitz begeistern. Durch die fast durchgängig verwendete wörtliche Rede bei den Dialogen hat diese Erzählung etwas sehr Lockeres und Leichtes an sich. gelingt es ihm Die treffend und anschaulich herausgearbeiteten historischen Begebenheiten rund um Schloss Versailles und die damaligen Zustände vor der französischen Revolution vermitteln uns einen aufschlussreichen Einblick in die Zeitgeschichte und lassen uns mühelos in eine andere Zeit eintauchen. Auch die atmosphärisch dichten Beschreibungen der Landschaft und das gekonnte Einfangen von Stimmungen gelingen dem Autor hervorragend, so dass beim Lesen sofort sehr plastische Bilder im Kopf entstehen. FAZIT Insgesamt also ein wunderschöner, kurzweiliger Roman, der vor allem mit seinem einzigartig beschwingten Erzählstil und einer außergewöhnlichen, aber wahren Liebesgeschichte zu unterhalten weiß.
Zwei Geschichten
von Klaraelisa - 21.10.2018
In seinem Roman "Königskinder" verwöhnt der Alex Capus den Leser mit zwei Geschichten: eine spielt in der Gegenwart, die andere in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Das Ehepaar Max und Tina ist in den Schweizer Alpen mit dem Auto unterwegs, als sie auf einer eigentlich gesperrten Alpenstraße im Schnee steckenbleiben. Bis zum Morgen müssen sie sich irgendwie die Zeit vertreiben. Also erzählt Max seiner Frau eine Liebesgeschichte, die teilweise in der Schweiz, zum Teil aber am Hof von Versailles spielt. Der arme Kuhhirte Jakob verliebt sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern. Für den Vater des Mädchens ist Jakob natürlich kein geeigneter Ehekandidat. Der Bauer verhindert diese Verbindung. Marie wartet dennoch viele Jahre auf ihren Jakob, der inzwischen Soldat geworden ist und nach sieben Jahren zwar zurückkehrt, aber dann bald an den französischen Königshof geschickt wird, weil Prinzessin Elisabeth, die Schwester von Ludwig XVI., jemanden braucht, der sich mit Schweizer Kühen auskennt. Als die Prinzessin von den getrennten Liebenden hört, nutzt sie ihren Einfluss und holt Marie nach Versailles. Das Glück dauert jedoch nur bis zur Französischen Revolution. Dann müssen sich die Liebenden neu orientieren. Capus hat einen gut lesbaren Roman geschrieben, bei dem sowohl das authentische Porträt des zeitgenössischen Versailles als auch die sprachliche Virtuosität auffallen muss. Capus schafft eine Wortkulisse, die das höfische Leben inklusive damalige hygienische Verhältnisse lebendig werden lässt. Das Ergebnis ist kein trockenes Geschichtsbuch, sondern eine Geschichte voller Humor und Satire. Ich habe diesen Roman gern gelesen, obwohl ich ihn nicht für sein bestes Werk halte. Trotzdem ist das Buch eine Empfehlung wert.
Herzerwärmend
von KrimiElse - 08.10.2018
Herrliches Fabulieren mit wenigen Worten, eine trostspendende herzerwärmende Geschichte gegen die Langeweile und die Kälte, Ordnung im Durcheinander schaffen, das macht den neuen Roman "Königskinder" von Alex Capus aus, in dem er eine Liebesgeschichte aus der vorrevolutionären Zeit im Frankreich Ludwig XVI. in den Rahmen einer Liebesgeschichte aus dem Heute setzt. Im Schneegestöber ist das Auto von Tina und Max auf einem Gebirgspass stecken geblieben und beide könnten etwas Hoffnung und Wärme gebrauchen, denn wie es aussieht muss das Paar die Nacht auf dem Pass verbringen, ohne Telefonempfang. Seit 26 Jahren miteinander liiert verstehen sie sich prächtig in großen und wichtigen Fragen, streiten sich aber ständig über kleine Dinge, Sie kennen sich also sehr gut, sind miteinander vertraut und haben ein besonderes Talent dafür, die Stimmung des anderen zu spüren. Gegen die Kälte, gegen die Panik und für die Hoffnung beginnt Max, seiner Frau eine "wahre" Geschichte aus den Schweizer Alpen zu erzählen, die Geschichte eines Liebespaares aus dem 18.Jahrhundert. Beginnend im Jahr 1779 fabuliert Max über den Kuhhirten Jakob, der im Greyerzer Land hoch oben in einer Melkhütte allein lebt, ein Naturbursche und spröder Einzelgänger, ein "Tarzan der Berge". Jakob verliebt sich in die 19jährige Bauerntochter Marie-Françoise, sehr zum Ärger ihres Vaters, der als reicher Bauer der Liason der beiden wütend entgegentritt. Jakob flüchtet zum französischen Militär, kehrt nach Jahren zurück und nimmt die nunmehr volljährige Marie mit in seine Berghütte. Doch das Glück ist kurz, denn Jakob wird auf Befehl des französischen Königs Ludwig XVI. nach Versailles geholt, auf den Vorzeige-Bauernhof seiner exzentrischen Schwester Elisabeth, die für ihre Schweizer Milchkuh-Herde natürlich einen authentischen Hirten braucht. Als Prinzessin Elisabeth bemerkt, dass Jakob nicht glücklich ist, lässt sie auch Marie-Françoise auf ihren Bauernhof holen, um die beiden als "Königskinder" zu vereinen. Max ist ein begnadeter Erzähler, der die Geschichte unterbrochen und angefeuert von Tinas kritischen Kommentaren gegen die außerhalb des kleinen heimeligen eingeschneiten Autos herrschende Kälte der Schneenacht erzählt. Es ist nicht wichtig, ob die Geschichte wahr ist oder nicht, ob Max von einer angeblichen Melkhütte direkt gegenüber der Straße erzählt, am nächsten Morgen vielleicht eingeschneit und daher nicht mehr sichtbar, oder ob er das Geschehen mit Personendaten aus alten Melderegistern belegt. Wichtig ist, dass er Hoffnung gibt, tröstet und auf diese Art ein kleines warmes Licht für sich und seine Liebste entzündet. Als Leser kann man sich bequem zurücklehnen und die äußerst gekonnte Sprache und die amüsante Geschichte von Alex Capus genießen, denn auch wenn es keine ungeheuer wichtige und absolut tiefgreifende Aussage enthält sondern einfach hervorragende warmherzige Unterhaltung bietet, ist dieses Buch ein Klejnod für Ordnung, Licht und Hoffnung im Dunkeln, für Zuversicht in scheinbar ausweglosen Situationen und steht dabei nicht zuletzt für die Kraft, die gute Geschichten enthalten und weitergeben können.
Ein herausragender Roman, bitte lesen!
von lesebiene - 02.10.2018
Meine Meinung : ich bin ein unglaublich großer Fan des französischen Autors Alex Capus und umso gespannter war ich auf seinen neuen Roman, der mal wieder eine anspruchsvollere Thematik und Liebesgeschichte versprach und genau das bekommt der Leser auch ! Die Geschichte beginnt zunächst mit dem herausragenden Schreibstil des Autors , aber vor allem mit Max und Tina, die Ein geschneit im Auto, versuchen ihre Zeit totzuschlagen und genau dabei erzählt man sich eine Geschichte, eine traumhaft schöne und tragische Geschichte einer liebe zu Zeiten XVI. Und diese Geschichte ergriff mich sehr, begeisterte mich durch eine Schreibstil, der es schaffte so wenige Seiten mit so viel Leben zu füllen, wie es kein 1000 Seiten Buch schafft. Fazit : Ein herausragender Roman aus der Feder von Alex capus, bitte lesen !
Der neue Roman von Alex Capus - seine schönste Liebesgeschichte seit "Léon und L
von I - 30.09.2018
Bergab, bergauf in der besten aller möglichen Welten. Eine wahre Begebenheit vor dem Panorama der Weltgeschichte. Alex Capus erzählt in seinem neuen Roman, wie ein armer Kuhhirte und eine reiche Bauerntochter alle Grenzen und Hindernisse für ihren Traum von einem gemeinsamen Leben überwinden. Und er beginnt damit im Hier und Jetzt: Seit 26 Jahren sind Tina und Max ein Paar, das sich in in den großen Dingen des Lebens immer einig war. Und auch wenn das eigentlich nur den Touristen passiert, stranden sie mit ihrem Toyota auf dem Jaunpass in den Schweizer Alpen: Ein nächtlicher Schneesturm hindert sie an der Weiterfahrt. Zum Zeitvertreib erzählt Max eine Geschichte aus der Gegend. Sie beginnt 1779 in einer Melkhütte. Es ist die Lebensgeschichte des Waisen Jakob Boschung. Es entfaltet sich ein hinreißendes Wechselspiel, bei dem die nächtlichen Ereignisse des humorvollen Paares im Auto und die Lebensabschnitte des Kuhhirten Jakob beschrieben werden. Wobei es gar nicht wichtig ist, ob eine Geschichte wahr ist oder nicht. Wichtig ist, dass sie stimmt , sagt Max, bevor er das romantische, nimmermüde Abenteuer des Hirten wiedergibt. Alex Capus erzählt virtuos von Jakobs Leben als Ensiedler, seiner Hingabe zur Natur und seiner Liebe zu Marie, der Tochter eines reichen Bauern. Sie wird acht Jahre lang auf ihren Jakob warten müssen. Es ist die Zeit der französischen Revolution. Wie schon erwähnt der Jüngling heißt Jakob Boschung ist zweiundzwanzig Jahre alt und ist ein Knecht aus dem Greyerzerland. Er verliebt sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern. Dieser entsetzt und schickt den Jungen erst in den Kriegsdienst, später als Hirte an den Hof Ludwigs XVI. Dort ist man so gerührt von Jakobs Unglück, dass man auch Marie nach Versailles holen lässt. Wie dann Prinzessin Elisabeth, die Schwester von Ludwig XVI., in Jakobs Leben funkt - das ist vermutlich wirklich eine wahre Geschichte. Eine Liebe, die viele Prüfungen bestehen muss ... Ein hinreißendes Spiel zwischen den Jahrhunderten und eine wundervolle Geschichte in der Geschichte. Capus zeigt, wie die Einfachheit des Lebens alles bedeuten kann. Und über allem stehen die Liebe und das Herz. Schon beim lesen merkt man das ist ein toller Roman!
Ein Meisterwerk
von Anonym - 29.09.2018
Alex Capus ist ein wahrer Meister der Erzählung. Kaum einer weiß seine Worte so geschickt einzusetzen, wie er. Mit seinem Buch Königskinder hat er mich wieder einmal verzaubert.  Auf nur 185 Seiten erzählt er von Max und Tina, die seit 26 Jahren ein Paar sind. In einer stürmischen Nacht befahren sie eine gesperrte Passstraße und bleiben im Schnee stecken. Um die Zeit zu vertreiben, und um Tina abzulenken, erzählt Max die Geschichte vom armen Kuhhirten Jakob und Marie, der Tochter eines reichen Bauern. Beide lieben sich, dürfen aber nicht zusammen kommen.  Während die Rahmenhandlung im Hier und Jetzt spielt und sehr authentisch wirkt, man sich durchaus mit den Protagonisten identifizieren kann, fährt Capus mit der Geschichte um die beiden Königskinder alle seine Register auf. Voller Akribie und ausgeschmückt mit unzähligen Details, fast wie ein Märchen aus dem Orient, erzählt uns der Autor eine in großen Zügen fast surreale Liebesgeschichte, die eine sehr große Faszination auf den Leser ausübt. Capus schafft eine Atmosphäre, die den Leser so einfängt, dass er glaubt, mitten in der Geschichte zu sein. Unglaubliche, phantastische Bilder entstehen vor den Augen und man kann sich sogar die teilweise ekligen Gerüche, die Capus beschreibt, nur zu gut vorstellen. Auch wenn man vielleicht keine Aussage hinter der Geschichte sieht, oder nicht weiß, ob sie wahr ist oder nicht. Das ist alles nicht wichtig, denn das Büchlein lebt in meinen Augen hauptsächlich von seiner grandiosen Sprache. Die ist für mich allein schon DER Grund, es unbedingt lesen zu müssen.  Königskinder ist einfach nur zauberhaft, in meinen Augen ein kleines Kunstwerk und eines meiner diesjährigen Highlights.
Wie ein Märchen
von Biest - 29.09.2018
Inhalt: Max und Tina bleiben auf einem verschneiten Alpenpass stecken und müssen die Nacht im Auto verbringen. Um das Warten in der kalten, langen Nacht zu überbrücken, erzählt Max eine Geschichte, die genau dort in den Bergen ihren Anfang nimmt und Jahrhunderte zurückliegt. Es ist die Zeit der Französischen Revolution, eine Zeit des Aufbruchs und Umbruchs in Europa. Jakob ist ein Hirte aus dem Greyerzerland und verliebt sich in Marie, die Tochter eines reichen Bauern. Der Vater will den Jungen loswerden und tut alles was in seiner Macht steht, um Jakob von Marie fernzuhalten. Er schickt ihn erst in den Kriegsdienst und dann an den Hof Ludwigs XVI, wo auch dessen Schwester Elisabeth lebt. Diese hat sich dort einen Traum erfüllt und spannt Jakob voll mit ein. Doch nach einiger Zeit, merkt neben den Dienstmädchen auch die Prinzessin, dass Jakob alles andere als glücklich ist. Sie sucht nach einer Lösung, denn ihren Kuhhirten will sie auf keinen Fall ziehen lassen. Meine Meinung: In diesem Buch bettet der Autor eine Liebesgeschichte in eine Liebesgeschichte ein. Nachdem Max und Tina gezwungen sind, eine Nacht in ihrem eingeschneiten Auto zu verbringen, beginnt Max eine Geschichte zu erzählen. Die beginnt und endet wie ein Märchen. Capus erzählt mit einer solchen Detailverliebtheit, dass man um sich herum beim Lesen fast alles vergisst. Dies ist gewiss kein Werk, durch welches man eben mal so durchfliegt. Man muss es langsam und bewusst lesen, um auch wirklich alles zu verstehen. Er vermittelt den Lesern zudem einiges an Wissen über die damalige Zeit. So z.B. die Erfindung des Heißluftballons, der Ausbruch des Vulkans Laki und die daraus resultierenden Folgen, der Sturm auf die Bastille etc. Die Charaktere waren schön gezeichnet und sehr fassettenreich. Tina und Max eher modern, liebenswert und ein bisschen streitlustig. Bei Jakob und Marie spürt man deutlich, dass sie aus einer anderen Zeit stammen, ihre Liebe gleicht einem zarten Pflänzchen und sie passen sich sehr den damaligen Gepflogenheiten an. Wobei Prinzessin Elisabeth für die damalige Zeit ein ziemlicher Wildfang gewesen sein muss. Mit ihr ist dem Autor ein interessanter und abwechslungsreicher Charakter gelungen. Der Schreibstil war super angenehm und ließ sich flüssig lesen. Der Aufbau der Geschichte hat mir gut gefallen. Zwischendurch gibt es immer wieder Sequenzen, in denen Tina Max etwas fragt oder ihn auf Etwas aufmerksam machen will. Das Cover gefällt mir. Es ist schlicht und doch sehr aussagekräftig. Im Nachhinein macht für mich auch der Titel Sinn, anfänglich konnte ich damit nicht wirklich viel anfangen. Fazit: Eine tolle Geschichte, super erzählt, ein bildhafter und fesselnder Schreibstil. Auch wenn das Buch nicht sehr dick ist, so kann man sich doch eine geraume Zeit damit beschäftigen und auch nach dem Lesen hallt es noch nach. Eine klare Leseempfehlung.
Dramatisches Geschehen, leichtfüssig erzählt
von Maria Büchler - 29.09.2018
Ein Paar in mittleren Jahren bleibt auf einem Gebirgspass mit seinem Auto im Schnee stecken und vertreibt sich die Zeit, indem der Ehemann zu erzählen beginnt, nämlich den Verlauf der Liebe von Jakob und Marie. Seine etwas zickige Frau unterbricht den Erzählfluss immer wieder, doch es schält sich eine Liebesgeschichte heraus, so simpel und berührend wie die meisten dieser Art, und doch steht sie für einen ganz persönlichen Urknall der Liebe. Capus wählt zu Beginn eine bäuerliche Szenerie in den Schweizer Alpen, die aber bald ins Frankreich Ludwigs XVI. weiterleitet. Vorerst aus Kriegsgründen getrennt, dürfen sich die Liebenden auf abenteuerlichen Wegen und dank ihrer unerschütterlichen Beharrlichkeit nach Jahren aber trotzdem wiederfinden. Dabei schildert der Autor die hygienischen Zustände auf den Verkehrswegen und das groteske Leben am royalen Hof kurz vor Ausbruch der französischen Revolution so anschaulich, dass man sich beim Lesen am liebsten die Nase zuhalten möchte. Capus erzählt in gewohnter Virtuosität, Plastizität und Leichtigkeit. Zuvor muss er gründlich recherchiert haben, denn die historischen Hintergründe stimmen. Auch die Daten von Jakob und Marie sind in den Greyerzer Kirchenbüchern immer noch nachzulesen. Einen reizvollen Kontrast bildet der Bilderbuch-Bauernhof von Ludwigs Schwester Elisabeth zur rustikalen alltäglichen Wirklichkeit. Quasi als Zusatz werden zwei Paare einander gegenübergestellt, und einige Parallelen scheinen auf. Es stellt sich dem eingeschneiten Paar auch die Frage, wie sich ihre Beziehung hat entwickeln können. Ein schlankes Bändchen, das nun wirklich den Wunsch nach Mehr weckt.
Eine Liebeserklärung für alle Liebespaare
von Gisel - 28.09.2018
Max und Tina werden eingeschneit auf einem Alpenpass. Um sich die Wartezeit zu vertreiben, bis der Schneepflug kommt, erzählt Max eine Geschichte. Er schildert die Liebesgeschichte des Hirten Jakob, der einsam im Greyerzerland wohnte und sich in die Bauerntochter Maria verliebte. Doch die Umstände sind gegen die Liebe der beiden, sie müssen sich wieder trennen. Wahre Liebe aber wird sie wieder zueinander führen, unter völlig anderen Umständen. Max` Liebesbeweis für seine Frau Tina, mit der er bereits einige Jahre Gemeinsamkeit verbracht hat, zeigt sich in der Geschichte über Jakob, der genau in der Gegend gewohnt habe, in der die beiden eingeschneit sind. Eine Parabel über Liebende für ein Ehepaar, das ist eine Geschichte in der Geschichte, mal skurril, mal eher dramatisch, aber immer bleibt die Liebe im Fokus der Erzählung. Das heutige Ehepaar ist herrlich erfrischend dargestellt, man spürt trotz Tinas Ungeduld die Verbundenheit zwischen den beiden. Die Liebesgeschichte von Jakob und Maria hingegen wirkt kitschig, wird jedoch durch den historischen Rahmen in eine ganz andere Relation gesetzt. Dieses Buch ist eine wunderschöne Liebeserklärung, für alle Liebespaare, seien sie jung verliebt oder schon miteinander in längerer Verbundenheit. Man muss sich ein bisschen auf die Geschichte einlassen, muss die Zwischentöne spüren. Dann aber wird man eine wunderschöne, überhaupt nicht alltägliche Liebesgeschichte vorfinden, die wie Balsam auf der Seele wirkt. Deshalb eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir.
von Andrea Schuster - 20.09.2018
In den letzten Jahren hat sich der Schweizer Autor Alex Capus nicht zuletzt durch Léon und Louise einen Namen damit gemacht, gute Literatur mit schönen Liebesgeschichten zu verbinden. Bisher hatte ich von ihm nur Das Leben ist gut gelesen, wobei Capus mich mit seinem feinen Humor schnell für sich gewinnen konnte. Deshalb habe ich mich auch schon sehr auf sein neustes Buch Königskinder gefreut. Tina und Max sind ein recht glückliches Ehepaar, das es jedoch liebt, über die kleinen Dinge des Lebens zu streiten, während man sich über die großen Dinge immer einig ist. Als sie eines Nachts auf einem Gebirgspass im Schnee stecken bleiben, beschließen sie, das in dieser Situation sinnvollste zu tun und abzuwarten, bis es morgen wird und das Räumfahrzeug kommt. Um sich die Zeit bis dahin zu vertreiben beginnt Max, eine Geschichte zu erzählen, die ihren Anfang vor etwa 250 Jahren in ebendieser Gegend genommen haben soll: Jakob ist ein Waisenjunge, der alleine in einer kleinen Hütte in den Bergen wohnt und die Sommer damit verbringt, die Kühe des Bauern aus dem Tal zu hüten. Im Herbst bringt er die Kühe dann zurück zu ihrem Besitzer und dabei verliebt er sich in Marie, die Tochter des reichsten Bauern im Dorf. Das daß von ihrem Vater nicht gerne gesehen wird ist klar, und so brennt das junge Paar eines Tages miteinander durch. Doch schnell begreifen die beiden, daß sie sich damit einen mächtigen Feind gemacht haben und so kehrt Marie zurück zu ihrer Familie, während sich Jakob für zehn Jahre beim Militär verpflichtet. Jakob wird in Frankreich stationiert, doch Marie will ihm in all der Zeit nicht aus dem Kopf gehen. Sobald er seinen Dienst abgeleistet hat, kehrt er zurück in seine Heimat und wieder brennt Marie mit ihm durch. Doch auch dieses Glück ist nur von kurzer Dauer, denn schon bald trifft eine Nachricht von König Ludwig XVI. auf der kleinen Berghütte ein, in der Jakob nach Versailles beordert wird. Der Grund: Prinzessin Elisabeth, die Schwester des Königs, hat sich in der Nähe des Schlosses einen kleinen Bauernhof eingerichtet, doch ihre Kühe wollen keine Milch geben. Nun soll sich ausgerechnet Jakob darum kümmern. Wieder muss sich das Paar trennen und während Jakob die königlichen Kühe hütet und sich nach Marie sehnt, rückt die Revolution immer näher... Königskinder ist ein dünnes, leichtes Büchlein, das einfach Spaß zu lesen macht. Immer wenn die Geschichte von Jakob und Marie droht zu kitschig oder vorhersehbar zu werden, schaltet sich Tina ein, um ihren Mann dazu zu bringen, die Handlung zu verändern. Diese Geschichte in der Geschichte ist ein schöner Kunstgriff, den ich sehr schätze. Nicht umsonst ist Die Brautprinzessin eines meiner Lieblingsbücher. Tina und Max sind dabei keine bloßen Randfiguren, sie treten immer wieder in den Vordergrund, sie schmollen, streiten ein bißchen und beeinflussen damit die Geschichte von Jakob und Marie. Eine wirklich schöne Lektüre für die bevorstehenden Winterabende!
Konnte mich nicht ganz überzeugen
von nellsche - 18.09.2018
Max und Tina sind in ihrem Auto auf einem Alpenpass eingeschneit und müssen die Nacht dort verbringen. Max nutzt die Zeit und erzählt Tina eine Geschichte, die sich genau dort in den Bergen zur Zeit der französischen Revolution ereignet hat. Es geht um den Knecht Jakob, der sich in die Bauerstochter Marie verliebt. Da Maries Vater der Meinung ist, Jakob sei nicht standesgemäß, muss dieser in den Kriegsdienst ziehen. Später wird er Hirte am Hof von Ludwig XVI. Doch seine Marie hat er nie vergessen.  Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da mir die Leseprobe richtig gut gefallen hat und ich den Humor zwischen Max und Tina sehr mochte.  Der Aufbau der Geschichte gefiel mir sehr gut. Neben der Gegenwart mit Max und Tina, die mit ihrem Auto im Schnee festsitzen, erzählt Max eine Geschichte, die angeblich wahr sein soll und die ins 18. Jahrhundert führt. Diese Verwebungen von Gegenwart und Vergangenheit fand ich sehr gelungen, denn ich hatte stets Max und Tina im Auto vor Augen und wie Max die Geschichte erzählt.  Beide Zeitschienen konnte ich hervorragend auseinanderhalten. Die Passagen um Jakob und Marie waren sprachlich der damaligen Zeit angepasst, während bei Max und Tina der heutige Umgangston herrschte. Zwischen der von Max erzählten Geschichte gab es dann immer wieder einen Blick auf Max und Tina und deren Gespräche, so wie es eben ist, wenn einer eine Geschichte erzählt und der andere ihn dann auch mal unterbricht oder etwas fragt. Ein sehr lebendiger und bildhafter Erzählstil.  Was mir besonders gut gefiel, war das Miteinander von Max und Tina. Die beiden bilden eine tolle Einheit und sind wie geschaffen füreinander. Sie foppen sich auch gegenseitig und nehmen sich auf den Arm, ohne dass der andere beleidigt ist. Das gefiel mir einfach richtig gut, weil es sehr echt beschrieben wurde. Hier musste ich auch sehr häufig lachen.  Auch den Teil um Jakob und Marie fand ich anfangs noch interessant und lesenswert. Recht bald hat mich dieser Teil dann jedoch verloren, weil es für meinen Geschmack zu langatmig wurde. Ich empfand es als zu ausschweifend und zu detailliert beschrieben, was Jakob alles durchmachte, bis er Marie wiedersah. Das hat mich dann einfach nicht mehr richtig gefesselt.  Meine Erwartungen wurden leider nicht ganz erfüllt, so dass ich 3 von 5 Sternen vergebe.
Die beste aller Welten
von La novelera - 15.09.2018
Das schmale Bändchen "Königskinder" beginnt mit den Ereignissen eines winterlich stürmischen Abends in den Bergen. Nachdem Max und Tina, ein Ehepaar mittleren Alters, unvernünftigerweise eine wegen des Wetter gesperrte Passstraße genommen haben, bleiben sie mit dem Auto im Schnee stecken und sind nach kurzer Zeit eingeschneit. Auf den ersten Seiten hat man die beiden als "diskutierfreudig" kennengelernt. Sie reden und reden ohne Unterlass über Banales und schaukeln sich gegenseitig hoch. Nun denn. Die Geschichte der beiden bildet den Rahmen um eine weitere Erzählung. Max beginnt nämlich zu erzählen, die Geschichte des Viehhirten Jakobs und Marie, in die er sich unsterblich verliebt und von der er nicht mehr lassen möchte. Der Leser wird von Max auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen. Durch verschiedenste Umstände verschlägt es Jakob an den Hof Ludwigs XVI. und später auf das "Gehöft" von dessen Schwester. Ein erstaunliches Buch! Max und Tina gingen mir nach kurzer Zeit ehrlich gesagt etwas auf die Nerven ob der langen Dialoge, die sich immer wieder um Kleinigkeiten drehten, die die beiden ewig diskutierten. Ich habe sie als ein "typisches" Durchschnittspaar interpretiert und vielleicht sollte es auch genau so sein, denn viel spannender und wichtiger ist die Geschichte um Jakob und Marie, die sich ziemlich verrückt anhört. Selbst Tina fragt immer wieder zweifelnd nach, ob sich dies denn alles so zugetragen hat. Jakob und Marie gelingt es nach vielen, vielen Jahren des Wartens endlich gemeinsam in der "besten aller Welten" zu leben, die die Schwester des Königs Ludwig XVI. ganz in der Nähe von Schloss Versailles geschaffen hat. (Es lohnt sich zu lesen, wie diese "Welt" genau aussieht!) Nun endlich sind sie zusammen, was das allerwichtigste für die beiden ist. Doch das ist nicht das Ende der Geschichte Ich habe das Buch mit gemischten Gefühlen beendet. Einerseits fand ich die "Irrungen und Wirrungen" aufregend und spannend, aber als die erwartete großartige Liebesgeschichte habe ich es leider nicht empfunden. Deshalb von mir "nur" vier Sterne.
Die lange Nacht der Geschichte(n)
von cosmea - 14.09.2018
Max und Tina befinden sich mit dem Auto auf dem Heimweg in den Schweizer Bergen. Als sie einen gesperrten Alpenpass im Greyerzer Land befahren, kommen sie im Schneesturm von der Straße ab und bleiben im Graben liegen. Sie müssen die Nacht im Auto verbringen und auf die Schneefräse warten. Um sich die Zeit zu verkürzen, erzählt Max Tina eine wahre Geschichte, die sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zugetragen hat. Jakob Boschung, ein früh zur Vollwaise gewordener armer Hirte, hütet im Sommer hoch oben auf dem Berg die Kühe der Bauern aus der Ebene. Eines Tages begegnet er Marie, der Tochter eines reichen Bauern, und sie verlieben sich ineinander Der Bauer duldet diese Beziehung nicht. Der chancenlose Jakob verpflichtet sich für mehrere Jahre als Soldat. Marie wartet auf ihn. Dann muss er nach Versailles gehen und sich um die Kühe von Prinzessin Elisabeth, der Schwester von Ludwig XVI. auf ihrem Bauernhof in der Nähe des Schlosses kümmern. Als die Prinzessin von den getrennten Liebenden erfährt, spannt sie ihren Bruder ein und nutzt diplomatische Wege, um Jakob nach Versailles zu holen. Endlich sind die Liebenden wieder vereint. Ihr ungetrübtes Glück dauert jedoch nicht lange, denn die Französische Revolution bricht aus. Capus erzählt eine berührende Geschichte von einer großen Liebe, die alle Widerstände überwindet und lange Jahre der Trennung überdauert. Max und Tina diskutieren und streiten, wie sie das immer tun, obwohl sie sich lieben und in den wirklich wichtigen Dingen übereinstimmen. Tina protestiert, wenn die Geschichte ihrer Meinung nach kitschig oder unglaubwürdig zu werden droht. Max verteidigt seine Version. Das Ganze wird mit viel Humor und Wortwitz erzählt. Capus Roman ist kurz, aber kein Leichtgewicht. Die gewählte Struktur ist raffiniert - eine Geschichte in der Geschichte - und sprachlich virtuos, manchmal drastisch; quer durch den Wald an urinierenden, defäkierenden und kopulierenden Hochadligen vorbei," (S. 112). Den französischen Hof beschreibt er so: ", überall diese parfümierten und gepuderten Hofschranzen, diese Gecken und Speichellecker mit ihren Hintergedanken, (), rund um die Uhr wimmelt es im Schloss von müßiggängerischen, nichtsnutzigen Claqueuren, überall unterwürfige Lakaien, selbstgefällige Galane, läufige Hunde und kaltgeile Kokotten, an jeder Ecke lauern geschminkte und parfümierte Blutsauger und Lustknaben, nirgends ist man sicher vor dem hündischen Gehechel der Schmarotzer, dem Gewinsel der Intriganten, dem schwanzwedelnden Kratzbuckeln der Parasiten und Manipulateure und ihrem falschen Gesäusel, ihrer devoten Knickserei -" (S. 73). So ein Satz nimmt schon mal eine ganze Seite ein. Ich habe den Roman gern gelesen und bleibe weiterhin ein Fan von Alex Capus.
Eingeschneit!
von Castilleja - 09.09.2018
Max und Tina müssen die Nacht in ihrem Auto verbringen, weil sie trotz einer Straßensperre die Passstraße genommen haben. Zum Glück ist ihnen nichts passiert, aber sie stecken fest. Damit die Zeit schneller vergeht und Tina nicht so sehr an ihre Lage denken muss, erzählt Max ihre eine Geschichte. Die beiden sind seit vielen Jahren verheiratet, sind sich in den großen Angelegenheiten einig, streiten sich jedoch darüber, wann der Scheibenwischer angeschaltet werden muss und Ähnliches. Max erzählt die Geschichte des Kuhhirten Jakob, der Ende des 18. Jahrhunderts gelebt hat, genau dort, wo jetzt das Auto der beiden feststeckt. Jakob verliebt sich in die Bauerstochter Marie, die gesellschaftlich über ihm steht und ihr Vater ist gegen diese Verbindung. Doch Jakob und Marie geben nicht auf. Alex Capus hat es geschafft, diese beiden Erzählebenen gut zu verbinden, eine Leichtigkeit beim Lesen zu erschaffen, die den Leser neben Tina zu einem weiteren Zuhörer macht. Was entspringt der Fantasie von Max, was ist historische Realität? Und was denkt wohl der Steinbock darüber?
Ein wunderbares Buch
von Philo - 05.09.2018
Alex Capus beweist einmal mehr sein schriftstellerisches Talent, indem er zwei Geschichten auf einmal erzählt und sie geschickt zu einem Ganzen verbindet. Während Tina und Max im Hier und Heute leben, haben Marie und Jakob zur Zeit der französischen Revolution gelebt. Tina und Max geraten in einer Winternacht auf einer Paßstraße in den Alpen in einer Schneesturm und bleiben mit ihrem Auto stecken. Beide sind schon sehr lange zusammen und sich im Großen und Ganzen über die wichtigen Dinge im Leben einig, aber sie können herrlich zanken über unbedeutende Nebensächlichkeiten, wie z. B. die Sinnhaftigkeit von Scheibenwischern. So beginnt die Geschichte und sie ist ganz meisterhaft und lebensnah beschrieben. Wie aber kann man eine Nacht in einem eingeschneiten Auto besser überbrücken als Max es tut, indem er Tina die Geschichte vom armen Hirtenjungen Jakob und der reichen Bauerstochter Marie erzählt. Jakob und Marie sind füreinander bestimmt, aber der reiche Bauer vereitelt immer wieder ihr Zusammensein. Es ist eine zu Herzen gehende Geschichte, von der man die ganze Zeit hofft, daß sie ein gutes Ende nehmen würde, weshalb man Max bis zu Ende zuhören muß. Ich habe es getan und kann sagen, daß ich ein ganz wunderbares Buch gelesen habe, das mich sehr berührt hat.
Virtuos erzählt
von Lynn253 - 04.09.2018
Als Tina und Max mit ihrem Auto im Schnee der Alpen steckenbleiben, beginnt Max seiner Frau eine Geschichte zu erzählen. Eine wahre Geschichte, versichert er, die sich tatsächlich so zugetragen habe und ihren Anfang nicht weit von der Stelle nahm, an der sie nun ausharren müssen und auf den Schneepflug warten. Er erzählt von Jakob, einem armen Kuhhirten und von Marie, der Tochter eines reichen Bauern. Im ausgehenden 18. Jahrhundert leben sie im Greyzerland. Detailliert und anschaulich beschrieben wird die bäuerliche Gesellschaft dieser Zeit. Aber auch historische Ereignisse werden geschildert, wie beispielsweise die Folgen des Vulkanausbruchs auf Island im Jahre 1783 oder der Ballonflug der Brüder Montgolfiere. Später, als es Jakob nach Versailles verschlägt, malt Max mit seinen Worten ein lebhaftes Bild des verfallenden Schlosses. Am Rande tauchen schließlich die Anfänge der Französischen Revolution auf: Einberufung der Generalstände, der Sturm auf die Bastille und der Marsch der Frauen. Aber es ist kein politischer Roman, Jakob und Marie sind von den Entwicklungen nur indirekt betroffen und sie verlassen Frankreich noch 1789. Und für Prinzessin Elisabeth, die als Nebenfigur auftritt, endet der Roman, als sie mit ihrer Familie das Schloss Versailles verlässt. Wirklich besonders ist die Geschichte in der Geschichte, die geschickte Verknüpfung der beiden Handlungsstränge. Immer wieder unterbricht Tina Max und sie diskutieren über den Inhalt, die Erzählweise oder erörtern Klischees, derer Max sich bedient. Oder auch nicht. So entsteht ein zweiter Blick auf die Geschichte von Jakob und Marie. Das Fehlen von Kapiteln unterstützt dabei den Eindruck einer am Stück erzählten Geschichte. Wenn man es genau nimmt besteht der Roman besteht fast nur aus wörtlicher Rede. Die Dialoge zwischen Tina und Max kommen praktisch ohne einleitende Satzteile aus. Einerseits ist es zu Anfang so schwierig, die einzelnen Aussagen dem jeweiligen Sprecher zuzuordnen. Andererseits gleichen ihre Gespräche so tatsächlich einem Schlagabtausch. Den größten Teil nimmt aber Max virtuos erzählte Geschichte ein, also jene von Jakob und Marie. Der Stil ist eloquent, trotz seines spontanen Erzählers, des Hinzuerfindens von Details, wenn Tina beispielsweise nach dem Schicksal der Pferde fragt, sind Sprache und Satzstruktur komplex. Und der teils ironische Anklang lässt einen als Leser immer wieder schmunzeln. Insgesamt also ein sehr schöne zu lesender, wenn auch mit knapp 200 Seiten vergleichsweise kurzer Roman.
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