Ein Buch mit einer toxische Beziehung und viel Chaos aber auch Charaktere und Story mit Potenzial
Spoiler!Wie viel kann Liebe verzeihen?In dem letzten Band der Culpa-Mia-Trilogie "Culpa Nuestra", welches von Mercedes Ron geschrieben wurde, geht es erneut um Noah und Nick. Nachdem sie sich nun getrennt haben, scheint es vorbei mit einer gemeinsamen Zukunft. Doch das Schicksal hat andere Pläne und so treffen sie immer wieder aufeinander. Dabei können sie der Anziehung nicht widerstehen und kommen sich wieder näher. Doch kann ihre Liebe auch die Wunden der Vergangenheit heilen und die Herausforderungen der Gegenwart überwinden oder ist der Schmerz zu stark?Das Cover finde ich farblich mit den blauen Wolken sehr schön. Leider hat es wie die beiden Vorgängerbände keinen wirklichen Bezug zur Geschichte. Dafür hat der Titel für mich das erste Mal in dieser Reihe Sinn ergeben. Es ging oft um Schuld und sie haben hin und wieder eingesehen, dass sie beide an der aktuellen Situation schuld sind. Dafür ziemlich unpassend finde ich den Klappentext, da die beiden in der zweiten Hälfte des Buches den Eindruck vermitteln, auf jeden Fall zusammen sein zu wollen, nur noch nicht ganz wissen, wie sie das mit ihren Leben vereinbaren sollen. Die Thematik liegt für die beiden demnach nicht, ob sie zusammen sein können, sondern nur wie sie es praktisch mit den äußeren Umständen und Problemen umsetzten können. Generell ging es aber um komplett andere Themen wie in Band eins und zwei. Daher hatte ich manchmal das Gefühl, in einer ganz anderen Welt zu sein.Ich bin jedoch dankbar, dass die beiden nicht mehr kann um Fokus standen, auch wenn es für die Geschichte nicht so gut war. Die Beziehung der beiden hat auf jeden Fall Höhen und Tiefen, ist für mich aber vor allem toxisch. Sie wollen sie ständig gegenseitig kontrollieren, ihr Vertrauen zueinander ist nicht wirklich beständig und irgendwie habe ich das Gefühl, dass wenn die beiden zusammen sind, alle anderen sozialen Kontakte weniger sind.Dies war aber sehr schade, weil die beiden für sich selbst echt wundervolle tiefgründige Charaktere sein könnten. Sie haben vielleicht beide kein perfektes Leben, aber darauf kommt es nicht an. Beide haben den Mut neues zu wagen und besitzen auf jeden Fall genügend Ausdauer, um für ihr eigenes Glück zu kämpfen. Nur ich finde mit ihrer toxischen Beziehung machen sie ihre eigenen Werte nieder. Ihre toxische Beziehung hat sich auch auf die Gefühle negativ ausgewirkt. Es gab ohnehin schon nicht so viele Gefühle, die ich verstehen konnte. Zudem war die Stimmung meistens eiskalt oder übertrieben frei und im Allgemeinen war es ein ziemlich nerviges Hin und Her. Es fällt mir schwer mich in Charaktere hineinzuversetzen und mit ihnen zu fühlen, wenn ich sie oder ihre Entscheidungen nicht nachvollziehen kann.Dieses Problem hatte ich sowohl bei Noah als auch bei Nick, da sie auch regelmäßig die Perspektive getauscht haben. Die Kapitel waren meistens gleich lang, was mir ein bisschen Struktur gegeben hat. Was mir deswegen umso mehr aufgefallen ist waren die drei Teilen, in welche das Buch geteilt ist. Sie waren von ihrer Länge absolut unterschiedlich, wobei der Letzte mit Abstand der Längste war. Irgendwie haben mich die einzelnen Teile auch ziemlich genervt, weil es in den vorherigen Bänden keine gab und sie dann so überraschend kamen.Ebenso überraschend war der Prolog im Buch. Nicht nur weil es erneut das erste Mal der Trilogie war, sondern auch da ich anfangs dachte, dass die Handlung des Prologs zwischen dem zweiten und dritten Band stattfindet. Später stellte sich dann heraus, dass diese Handlung in der Mitte des dritten Buches stattfindet. Ich fand es ziemlich verwirrend, dass in einem Prolog Handlungen aus der Mitte des Buches sind. Damit war die Struktur dann auch wieder zunichte gemacht worden. Außerdem fand ich das Buch viel zu oft einfach nur überladen. Dadurch wurden wichtige Dinge wie Familie und Haustiere immer wieder vergessen. Auch gab es im Verlauf oft widersprüchliche Aussagen und Gedanken der Protagonisten, die mich extrem verwirrt haben.Was ich zudem schade fand, dass das Buch für mich an zwei, drei Stellen schon fertig war. Ich hatte keinen offenen Fragen mehr, es gab keine richtige Handlung oder Spannung und es gab einfach nichts mehr, was mich noch wirklich weiterlesen lassen wollte. Schlussendlich fand ich dieses Buch deshalb passend zur Reihe nicht besonders gelungen. Die Story und die Charaktere hätten meiner Meinung nach sehr viel potenzial, aber irgendwie ging alles in dem Durcheinander und der toxischen Beziehung unter.