An einem Sommerabend im Juli, als spektakuläre Polarlichter den Himmel in bunte Farbstreifen tauchte, verschwand ein Vater spurlos und das Leben der vier Ander-Geschwister kam zum Stillstand. Wir waren vier Kinder zwischen sieben und siebzehn, als mein Vater verschwand.Heute, fünf Jahren danach, möchte das Dorf mit einem Fest an das Polarlichtereignis erinnern, doch ein unerfahrener Journalist einer lokalen Zeitschrift bringt Unruhe in die kleine Dorfgemeinschaft, als er sich auf Spurensuche.Meine persönlichen Leseeindrücke"Leuchtend, ehrlich und schmerzhaft schön", schreibt der Piper Verlag und ja, genauso habe ich die Geschichte von Olive und ihren Geschwistern empfunden. Olive ist heute 17 Jahre alt und muss ihre Rolle im jungen Leben aber auch in der Familie erst ausloten. Davon handelt dieser anmutige Coming-out-of-age Roman. Olive, der eine spricht den ungewöhnlichen Mädchennamen ohne "e" aus, ihr kleiner frecher Bruder Kjell jedoch mit, hat mit ihren 17 Jahren schon einiges hinter sich. Tough, frisch und mit dem Herz auf dem rechten Fleck lebt sie mir ihrer Mutter und den drei Geschwistern in einem Haus, dass nach dem Fortgang des Vaters viel von einem Zuhause verloren hat. Fünf Jahre sind seit dem Verschwinden vergangen und haben Spuren hinterlassen. Sina, die älteste, versucht, die Familie irgendwie zusammenzuhalten, nachdem sich die Mutter komplett abgekapselt und in sich zurückgezogen hat; Bennet, der ruhige bedächtige ältere Bruder unterstützt die Familie hauptsächlich finanziell, und Kjell, der kleine Wirbelwind, der schon immer Olives "kleiner Bruder" war, leidet am stärksten unter der vaterlosen Familie. Dennoch gibt Olive einen patente Teenager ab, der einstecken kann, aber auch austeilen, und der eigentlich nur eines möchte, wieder glücklich sein.Als mein Vater ging, nahm er ein Stück von jedem Einzelnen von uns.Was bedeutet es, wenn plötzlich ein Elternteil fehlt, was macht das mit jedem einzelnen und was passiert mit der Familie als Gesamtheit, darum geht es auch in diesem Roman. Was Alexandra Blöchl so leicht schreibt, hat viel mehr Tiefgang als vielleicht erwartet und Olive gibt ein toughes Mädchen, dass im Erfinden geübt ist, aber mit einem schweren Geheimnis kaum klarkommt. Erwachsenwerden ist für manche leichter, für manche schwerer, besonders wenn nicht nur der Vater nicht mehr da ist, sondern die Mutter auf der ganzen Linie versagt.Wir waren vier Kinder, und alle sahen wir gleich aus. Doch wir drifteten auseinander wie Blätter, die der Wind in verschiedene Richtungen weht.FazitAlexandra Blöchl präsentiert mir ihrem neuen Roman "Diesen Sommer springen wir" feinste Sommerlektüre und einen gelungenen Coming out of age Roman, der von Verlust, Familie, Geschwisterdynamik, Dorfgemeinschaft und erste Liebe handelt. Frech und frisch wie Olive geht es um Themen, die nicht nur Teenager ansprechen. Irgendwann einmal waren wir eine ganz normale Familie gewesen. Nahm ich zumindest an. So normal, wie Familien eben sein können.