Sight Unseen von Alexis Marie hat mich vor allem durch seine vielschichtigen Charaktere überzeugt. Besonders Veda ist mir im Gedächtnis geblieben. Ich fand sie mutig, aber gleichzeitig verletzlich, wodurch sie sehr authentisch wirkte. Ihre innere Zerrissenheit und die Art, wie sie mit schwierigen Entscheidungen umgeht, haben mich mitfiebern lassen. Ich konnte ihre Gedanken und Zweifel gut nachvollziehen und habe ihre Entwicklung bis zum Ende mit großem Interesse verfolgt.
Auch Hiram hat mich beeindruckt. Seine Loyalität und sein Verantwortungsbewusstsein machen ihn zu einer wichtigen Stütze Antaris'. Gleichzeitig besitzt er Ecken und Kanten, die ihn glaubwürdig und menschlich erscheinen lassen.
Antaris fand ich besonders spannend, weil seine Figur geheimnisvoll bleibt und immer wieder Fragen aufwirft. Ic hatte ständig das Gefühl, dass mehr hinter ihm steckt, als zunächst erkennbar ist. Gerade diese Mischung aus erwachsener Stärke und kindlicher Rätselhaftigkeit hat ihn für mich zu einem der interessantesten Charaktere gemacht.
Neben den einzelnen Figuren hat mir vor allem die Dynamik aller Charaktere gefallen. Ihre Beziehungen entwickeln sich im Laufe der Handlung ständig weiter und sind geprägt von Vertrauen, Misstrauen, Konflikten und gegenseitigem Respekt.
Ein Punkt, der mich allerdings gestört hat, war das Magiesystem. Im Verlauf der Handlung werden wichtige, immer wiederkehrende Fachbegriffe eingeführt, deren Erklärung mir gefehlt hat. Dadurch musste ich an einigen Stellen innehalten oder Vermutungen anstellen, anstatt mich ganz auf die Handlung konzentrieren zu können. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin diese Begriffe etwas verständlicher ausführt bzw. oder ausführlicher erklärt.
Insgesamt hat mir Sight Unseen sehr gut gefallen. Die spannende Handlung wäre ohne die überzeugenden Charaktere nicht halb so mitreißend gewesen, sodass ich das Buch bis zum Schluss nicht aus der Hand legen wollte.