Berührende Charakterentwicklung mit viel schwarzem Humor, aber auch kleinen Längen
Das Buch legt einen äußerst bizarren und makabren Anfang hin. Nämlich mit einer Hochzeitsfeier, die eine komplette Woche dauern soll und einer Protagonistin, die niemanden dort kennt und nur anreist, um ihr Leben zu beenden.Was düster klingt, wird durch eine gehörige Portion tiefschwarzen Humor und einer bissigen Situationskomik aufgefangen.Und genau das ist es, was dem Buch auch das Gewisse Etwas verleiht, weswegen man nur zu gern in das Geschehen eintaucht und herausfinden will, was da eigentlich vor sich geht. Doch wie es so ist, schlägt der Versuch fehl und wir können Phoebe innerhalb dieser Woche beobachten, wie sie nach und nach zurück ins Leben findet und langsam aufblüht. Wobei es dennoch einige Höhen und Tiefen gibt und wir viel über sie und ihre Vergangenheit erfahren dürfen. Die Braut Lila wirkte auf mich wie eine Person, die keine echten, tiefen Freundschaften in ihrem Leben hat und deren Fassade aus Perfektionismus bröckelt. Genau aus dieser Isolation heraus entsteht zwischen den beiden Frauen eine skurrile, aber absolut ehrliche Zweckgemeinschaft. Was für mich als eine interessante Erzählung begann, wurde gegen Mitte des Buches aber auch sehr langatmig und mitunter eintönig. Das lag vor allem an den vielen Wiederholungen, die sich sowohl in der Sprache als auch in den gedanklichen Schleifen der Figuren durch die Seiten zogen. Selbst wenn die Autorin dies bewusst als stilistisches Mittel eingesetzt hat, um Phoebes festgefahrene Depression zu verdeutlichen, hat es mich beim Lesen eher abgetörnt und den Lesefluss merklich ausgebremst. Unterm Strich bleibt es eine tragikomische und psychologisch interessante Geschichte über das Verlieren und Wiederfinden, die trotz Längen durch ihren großartigen schwarzen Humor im Gedächtnis bleibt.