In Wir gegen die Wildnis von Anne Nesbet campen die 8-jährige Amy, ihre 11-jährige Schwester Vivian und ihr 12-jähriger Cousin Owen eine Nacht ohne ihre Eltern am Ranger Lake in den Bergen Kaliforniens. Ein Abenteuer, auf das Vivian mit großer Vorfreude hingefiebert hat. Durch ein Erdbeben von ihren Eltern abgeschnitten, sind sie auf sich allein gestellt. Es beginnt eine beschwerliche Wanderung durch die bergige und unberechenbare Wildnis mit wenigen Vorräten und zunehmender Erschöpfung. Dabei gehen die Kinder nicht nur an ihre Grenzen, sondern öffnen sich einander. Owen teilt ein trauriges Geheimnis mit seinen Cousinen, das ihn sehr bedrückt. Das gegenseitige Vertrauen und die überstandenen Schwierigkeiten, stärken den Zusammenhalt der Drei, während jeder seine Rollen ausfüllt: Amy ist die jüngste, fantasievoll und erlebt eine ganz besondere Begegnung, Owen ist für die Einteilung der Nahrung und das Kochen verantwortlich, während Vivians Lebensfreude sowie Mut alle ansteckt und auf den richtigen Weg bringt. Ihre Eindrücke und Gespräche stehen im Vordergrund, während die Natur mit all ihren Gefahren und Schönheiten als beeindruckende Kulisse dient. Das Erzählen in der außenstehenden Perspektive macht es möglich, in die Gedanken und Gefühle aller Figuren zu schlüpfen und mit ihnen mitzufiebern. Nebenbei erfährt man viel über das Überleben in der Wildnis und bekommt eindrucksvoll vermittelt, welche emotionalen und körperlichen Herausforderungen damit verbunden sind. «Sie waren alle drei so furchtbar hungrig und müde (). Und trotzdem ging sie vorsichtig den Pfad hinunter, ohne sich allzu sehr zu beklagen.»
Fazit: Ein empfehlenswertes Schmöckerabenteuer über Mut, Freundschaft und die wilde Natur für Kinder ab 9 Jahren, die den Horizont erweitert. Die Geschichte wird immer spannender, aber nicht zu nervenaufreibend erzählt. Sie ist lebendig geschrieben, und durch die authentischen Charaktere kann man einfach abtauchen und Amy, Vivian und Owen durch die Wildnis begleiten.