Die beste meiner Welten hat einen interessanten Ausgangspunkt aus der Quantenphysik. Was wäre, wenn es unendlich viele mögliche Lebenswelten gibt, die aufgrund einzelner anderer Entscheidungen als die in meiner Vergangenheit getroffenen, anders verläuft als ich es kenne? Was ist, wenn ich zwischen diesen Lebensrealitäten hin und her springen kann? Kann ich mir dann mein für mich perfektes Leben aussuchen?
Dieser Gedanke ist die Ausgangslage von Sams Geschichte. Sam und ihre Eltern wundern sich, warum sie immer müde und halb neben der Spur ihren Tag erlebt. Was sie nur ihrer Therapeutin erzählt ist, dass sie sehr echt wirkend immer wieder in einer etwas veränderten Lebensrealität sich befindet und erlebt. Das geht bis dahin, dass sie in ihrem bisherigen "normalen" Leben ihre Handlung an diese Erlebnisse anpasst. Die meisten ihrer Bezugspersonen sieht sie in diesen anderen Lebenswelten auch, doch dort handeln und reden diese anders als sie es von ihrem normalen Alltag kennt. Zum Schluss muss Sam sich entscheiden, welches Leben sie wirklich leben möchte.
Die Geschichte wird in Form eines Briefes an ihren früheren besten Freund Noah erzählt. Es ist gut, dass es hier ein einleitendes Kapitel gibt, denn sonst hätte ich länger gebraucht, um das zu verstehen, da er ansonsten nicht mehr namentlich erwähnt wird. Dieser sehr lange Brief nimmt mich sehr schön hinein in die Gedanken, Gefühle und Erlebnisse von Sam(antha). Die Geschichte von Sams Erlebnissen ist sehr skurill. Wenn ich die Grundidee des Buches nicht auf dem Einband gelesen hätte, wäre es für mich schwieriger gewesen zu verstehen, was mit Sam los ist, warum sie immer wieder so komische Träume hat. Aber so konnte ich dem ganzen besser folgen.
Ich fand diese der Geschichte zugrundeliegende Idee spannend und es werden im Anhang die physikalischen Gedanken und Personen gut erklärt.
Mir gefiel Sams Entwicklung im Laufe der Handlung sehr gut und es war sehr realistisch geschrieben. Wer würde nicht gerne in der für sich perfekten Welt leben wollen? Sams letztendliche Entscheidung nach einer längeren Überlegungsphase fand ich auch gelungen und schlüssig.
Fazit:
Die beste meiner Welten ist ein spannendes, leicht fiktionäres und gut zu lesendes Jugendbuch. Es gibt hier einige gute Gedankenanstöße, die sehr nachdenkenswert sind. Es wird hier gut die Lebenswelt dieser Altersgruppe aufgegriffen.
Ich kann dieses Buch absolut empfehlen.