Mit dem Fantasy- Buch Der Sternenstaubdieb hat Chelsea Abdullah den Reihenauftakt rund um die Mitternachtshändler Loulie und ihrem engen Freund Qadir geschrieben. Dabei entführt sie die Leser in ein magisches Abenteuer mit orientalischem Flair. Da dies ein Reihenauftakt ist, kann man dieses Werk ohne Vorkenntnisse lesen.
Bei diesem Fantasybuch hat mich das Setting neugierig gemacht. Ich hatte mal wieder Lust auf ein orientalisches Abenteuer im Stil von 1001 Nacht. Schon länger hatte ich kein Buch mehr gelesen, welches im Orient angesiedelt war. Ich wollte mal wieder mit Dschinns und Afarit die Wüste erkunden und dabei magische Erlebnisse bestreiten. Und dieses Werk hat mit genau solchen Abenteuern gelockt. Daher habe ich mich voller Vorfreude in dieses Fantasybuch gewagt und meiner Erwartungen wurden nicht enttäuscht.
Schon die Gestaltung des Buches ist ein wahrer Blickfang. Das Cover macht Lust auf ein orientalisches Abenteuer. Und ein erster Blick auf die Karte ist vielversprechend. Sowohl orientalische Städte spielen hier eine wesentliche Rolle, als auch die Wüste mit ihren Oasen. In der Karte ist eine Strecke eingezeichnet, welche den Weg unserer Protagonisten nachzeichnet. Ein hilfreiches Glossar mit arabischen Wörtern und Wendungen ist zum besseren Verständnis ebenfalls beigefügt.
Der Reihenauftakt lockt mit einem orientalischen Setting. Es hat märchenhafte Eigenschaften und lockt mit Abenteuern a la Tausendundeiner Nacht. Sehr gut haben mir hier die kleinen Zwischenspiele mit den Geschichtenerzählern gefallen. Allgemein fand ich diese Geschichten sehr ansprechend und sie haben für mich zum arabischen Raum dazugehört und haben zu einer noch intensiveren Atmosphäre beigetragen. Auch der Schreibstil ist bildhaft und wortgewandt. Packend wird hier ein magisches Abenteuer erzählt, welches der Leser zusammen mit den Charakteren bestreiten muss. Gekonnt schafft es Abdullah, eine dichte und authentische Atmosphäre zu erschaffen. Die Story an sich fand ich ebenfalls packend. Meiner Meinung nach schafft es die Autorin einen guten Mix zwischen actionreichen und ruhigeren Szenen zu schaffen. Neugier konnte mich auch das Worldbuilding machen. Die bisher skizzierte Welt hat Potential und mir haben die Orte, welche wir bisher kennen lernen durften, gefallen. Vor meinem geistigen Auge sind Bilder entstanden, sodass ich oftmals das Gefühl hatte, selbst mitten in der Wüste zu stehen. Ich hoffe, dass wir im Verlauf der Reihe die Welt noch besser kennen lernen. Die Welt konnte durch ihre Authentizität überzeugen, ohne zu aufgebläht zu wirken. Auch das Thema der Dschinns und deren Geschichte fand ich gekonnt umgesetzt. Gefallen hat mir hier auch der magische Aspekt. Hier ist die Magie an Gegenstände gebunden, oftmals haben diese nützliche Eigenschaften. Auch über die Entstehung dieser Magie wird im Verlauf des Buches näher eingegangen. Doch hier möchte ich nicht zu viel verraten, da dies einfach zu viel vorwegnehmen würde.
Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Abwechselnd wird aus der Sicht von Loulie, Mazen und Aisha erzählt. Dies führt dazu, dass der Leser einen vielseitigen Einblick in die Handlung bekommt und zeitgleich die Gedankengänge der jeweiligen handelnden Person besser nachvollziehen kann. Ich fand es recht interessant, diese Geschichte nicht nur aus einem Blickwinkel zu lesen, so konnte man die Beweggründe besser nachvollziehen. Auch fühlt man sich dadurch den Charakteren näher verbunden, kennt eher ihre Ängste und Emotionen, man baut eher eine Bindung zu diesen auf.
Zu Beginn wird man direkt in das Geschehen hineingeworfen und das Buch besticht nicht nur durch actionreiche Szenen. Gleich am Anfang lernt Loulie, die Mitternachtshändlerin kennen. An ihrer Seite ist ihr treuer Begleiter und Freund Qadir, welcher im Geheimen ein Dschinn ist. Loulie ist eine toughe, starke junge Frau, welche schon früh ihre Eltern verloren hat. Sie hatte keine leichte Kindheit und ist von dem Schicksalsschlag in ihrer Vergangenheit geprägt, sie möchte ihre Eltern rächen. Mich persönlich konnte auch Qadir sehr begeistern. Dieser Dschinn hat definitiv ein paar Geheimnisse, doch ich mochte seine Art und wie er auf Loulie aufgepasst hat. Ein weiterer starker weiblicher Part ist Aisha in dieser Geschichte. Im Verlauf der Geschichte hat man mehr über sie erfahren, was sie bewegt und welche Päckchen sie zu tragen hat. Mit jeder Facette hat sie sich etwas mehr in mein Leserherz geschlichen. Der männliche Gegenpart wird durch Prinzen bestritten. Prinz Mazen ist zu Beginn noch recht naiv, macht aber eine Charakterentwicklung durch, welche mir stellenweise etwas zu abrupt waren. Dennoch habe ich auch mit dem jüngsten Sohn des Sultans mitgefiebert. Omar, der älteste Sohn des Prinzen, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Wie weitreichend diese ist, zeigt sich erst im späteren Verlauf daher möchte ich hier nicht weiter darauf eingehen.
Etwas schade fand ich, dass Hakim ein weiterer Sohn des Sultans hier nur eine Nebenrolle bekommt. Sein Charakter bietet einige interessante Aspekte, sodass ich hoffe, dass diese noch in den späteren Bänden eine wesentlichere Rolle spielen.
Insgesamt konnte mich Chelsea Abdullah mit ihrem Reihenauftakt Der Sternenstaubdieb gut unterhalten. Diese Fantasyreihe besticht durch actionreiche Szenen, welche das Tempo vorantreiben, aber auch durch ruhigere Sequenzen. Gefallen haben mir vor allem die Erzählungen rund um die Welt der Dschinn und die Entstehung der Magie. Nur zu gerne möchte ich mehr von Loulie und Qadir lesen. Von mir bekommt dieses Buch 4 Sterne.