Genau das sind wir, die Summe aller Teile, wie bei einem Puzzle setzen sie uns zusammen. Die Vergangenheitsteile, die Gegenwart und die Zukunft. Die Gegenwart ist leicht, im Hier und Jetzt bestimmen wir selbst, wie wir unsere Wege wählen, welche Türen wir öffnen und welche Entscheidungen zu uns gehören. Die Zukunft bleibt abstrakt, aber auch hier stellen wir die Weichen selbst. Doch die Vergangenheit ist oft verklärt, Erinnerungen verschwimmen und vieles ist uns schlichtweg nicht bewusst. Sie ist komplex, weil sie durch einschneidende Figuren wie Eltern und Großeltern geprägt wurde und oft müssen wir uns eingestehen, dass wir nicht alles wissen, nicht alle Fragen gestellt haben.
So geht es auch Nina, die eines Nachts von einem Anruf geweckt wird, dass ihre Mutter plötzlich verstorben ist. Im Krankenhaus trifft sie auf ihren Vater, sowie ihre Schwester Katja, von denen sie sich aber bei der Pflege der Mutter im Stich gelassen fühlt. Die Frage der Schuld wiegt schwer und was eigentlich genau beim letzen Familienurlaub 1987 passiert ist, dass dazu geführt hat, dass nur Nina sich für ihre komplizierte Mutter zuständig fühlte. Doch das ist nur der Anfang einer Geschichte, die bis in den zweiten Weltkrieg reicht und weitreichende Folgen für die ganze Familie hat.
Elbland ist ein spannender, generationsübergreifender Roman mit der großen Frage, warum wir nicht wissen, wer wir sind und warum wir zulassen, dass Fragen nie beantwortet werden, außer es ist schlichtweg zu spät. Die Figuren sind stark, nachvollziehbar emotional und die Geschichte und alles, was die Charaktere im Hier und Jetzt sind, fügt sich nahtlos wie bei einem Puzzle. Zurück bleibt eine große Zufriedenheit und der Wunsch mehr über die eigene Familie zu wissen, denn wie sagt man so schön? Nach drei Generationen ist alles davor vergessen, kann nicht mehr erzählt werden, obwohl es sehr wohl eine Rolle spielt im Hier und Jetzt.