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Produktbild: Long Island | Colm Tóibín
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Long Island

Roman

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Die neue große Liebesgeschichte von Colm Tóibín, dem Autor des Welterfolges "Brooklyn"Ein Mann und eine Frau treffen sich nach fast zwanzig Jahren wieder - und stehen noch einmal vor der Entscheidung ihres Lebens. Eilis lebt in Long Island mit ihren Kindern und Tony, für den sie ihre Jugendliebe Jim in Irland zurückließ. Als sie erfährt, dass Tony sein uneheliches Kind in der gemeinsamen Familie aufziehen will, bricht sie in ihre Heimat auf. Dort holen sie ihre alten Gefühle ein. Mit atemberaubender Intensität und psychologischer Klarsicht erzählt Tóibín von dem Versteckspiel, das sich zwischen den ehemaligen Liebenden entspinnt. Der neue Roman des Autors von "Brooklyn" ist ein Meisterwerk der Erkundung widersprüchlichster Gefühle: mitreißend, aufwühlend, unwiderstehlich.

Produktdetails

Erscheinungsdatum
13. Mai 2024
Sprache
deutsch
Untertitel
Roman. Originaltitel: Long Island.
Seitenanzahl
315
Autor/Autorin
Colm Tóibín
Übersetzung
Ditte Bandini, Giovanni Bandini
Verlag/Hersteller
Originaltitel
Originalsprache
englisch
Produktart
gebunden
Gewicht
490 g
Größe (L/B/H)
217/147/31 mm
ISBN
9783446279476

Portrait

Colm Tóibín

Colm Tóibín, 1955 in Enniscorthy geboren, ist einer der wichtigsten irischen Autoren der Gegenwart. Bereits sein erster Roman »Der Süden« (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem IMPAC-Preis, dem David Cohen Prize for Literature und dem Würth-Preis für Europäische Literatur. Bei Hanser erschienen zuletzt «Long Island« (Roman, 2024) sowie »Vinegar Hill« (Gedichte, 2025). Er wurde für 2022 2024 zum Laureate for Irish Fiction ernannt.

Pressestimmen

Colm Tóibín schreibt erschütternde kleine Sätze, beiläufige Sätze mit verheerender Wirkung. Das ist eine so große Kunst, dass man beim Lesen manchmal fast lachen möchte, weil es so gut ist. Tobias Rüther, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19. 05. 24

Ein subtiler, glänzend austarierter Roman, wie man ihn sich alle Tage wünscht und doch nur alle Jahre bekommt. Colm Tóibín ist, es lässt sich nicht anders sagen, ein Virtuose, wenn es darum geht, Gefühlsabgründe auszuloten und die Sympathien der Leser nicht zu schnell in eine Richtung zu lenken. Rainer Moritz, Neue Zürcher Zeitung, 05. 06. 24

Colm Tóibíns Roman erzählt ergreifend von Auswandern, Amerika und Sehnsucht. Mara Delius, Welt am Sonntag. 07. 07. 24

Er beschreibt so fesselnd, dass man bereits auf den ersten Seiten eigentlich von den Büchern nicht mehr loskommt. Sylvie Weber, Vorsitzende der Jury des Würth-Preises für Europäische Literatur, 04. 06. 24

So sanft im Ton dieser Roman klingt, so unerbittlich ist er auch. Er erzählt still, aber rigoros vom verfehlten Leben und davon, wie das Ungesagte die Liebe verdirbt. Sigrid Löffler, Deutschlandfunk Büchermarkt, 02. 07. 24

Tóibin wird immer wieder dafür gelobt, wie gut und einfühlsam er Menschen beschreiben kann. Das ist ihm auch in Long Island` wieder meisterlich gelungen. Maren Ahring, NDR Kultur, 17. 05. 24

Man folgt dem Autor gern und akzeptiert, dass der Zauber dieser Geschichte aus ihren Leerstellen erwächst. Mag sein, dass der bald siebzigjährige Colm Tóibín hier die Summe seiner Erfahrungen zieht. Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. 05. 24

Als Erweiterung des Enniscorthy-Komplexes ist Long Island` ein Gewinn. Marie Schmidt, Süddeutsche Zeitung, 10. 06. 24

Besprechung vom 23.05.2024

Die Liebe, zwanzig Jahre später

Zurück nach Irland: Colm Tóibín setzt seinen Roman "Brooklyn" fort und gibt dabei einer betrogenen Ehefrau eine zweite Chance.

Eines Sommertages steht ein Fremder vor dem Haus, in dem Eilis mit ihrem Mann Tony und den beiden Kindern wohnt. Der Fremde erzählt von der Schwangerschaft seiner Frau, das Kind sei aber nicht von ihm gezeugt, sondern von Tony. Nach der Geburt werde er deshalb zurückkommen und den Säugling vor Eilis' Haustür legen. Fürs Erste verschwindet er, lässt allerdings durchblicken, dass er über Tonys Leben Bescheid weiß: "Ihr Mann scheint ein großer Plauderer zu sein", sagt er zu Eilis. "Er hat meiner Frau lang und breit von Ihnen erzählt."

So rasant wie Colm Tóibíns neuer Roman "Long Island" einsetzt, so sehr das jähe Aufeinandertreffen der beiden von ihren Partnern betrogenen Menschen wenigstens für Eilis alles verändert, so leicht könnte man diese beiläufige Bemerkung des gehörnten Ehemanns über den schwatzhaften Ehebrecher überlesen. Dabei ist sie der erste Hinweis auf ein Thema, das den Roman prägt wie kein zweites. Es geht ums Sprechen und ums Schweigen, ums Vertuschen und ums Aufdecken und um die Mittel, die dafür eingesetzt werden. Kaum zufällig fällt die Romanhandlung in die Zeit der Watergate-Affäre, auf die einmal kurz angespielt wird. Vom Belauschen, von Lügen und Ausflüchten verstehen jedenfalls auch die Romanfiguren etwas.

Im Licht der gesamten Handlung erscheint die Eingangsszene als leichthändig erzählte, überlegen komponierte Ouvertüre zu einem Roman, der die längst in New York heimische Mittvierzigerin Eilis zurück nach Irland führt, an den küstennahen Ort Enniscorthy, von dem sie als junge Frau aufgebrochen war und in dem ihre bald achtzigjährige Mutter lebt. Wie sehr sie dort von Gerede umgeben ist, wie viel dort gesagt wird und dass sie das Wesentliche erst erfährt, als es eigentlich schon zu spät dafür ist, überlagert am Ende jede andere Erfahrung dieser Reise.

In New York wohnen Eilis und Tony mit ihren Kindern Larry und Rosella Tür an Tür mit zwei von Tonys Geschwistern samt deren Familien und den Eltern. Es ist Tonys Mutter Francesca, die sich zu Beginn des Romans ahnungslos gibt, als der Fremde von Haus zu Haus geht und nach Eilis fragt, obwohl die Patriarchin längst nicht nur über den Ehebruch ihres Sohnes und die Folgen Bescheid weiß, sondern auch schon geplant hat, was mit dem Kind nach der Geburt geschehen wird. Es ist diese unter Lächeln und Fürsorge verborgene Kontrolle, der Eilis Richtung Irland entflieht - ob und wann sie nach New York zurückkehren wird, lässt sie offen.

Auch dass sie zwanzig Jahre zuvor bei einem Besuch in Enniscorthy heftig mit dem Pubbesitzer Jim Farrell geflirtet hatte, erfährt ihre Familie nicht, so wie auch Jim damals nicht wusste, dass Eilis in New York bereits mit dem italienischstämmigen Tony verheiratet war - diesen Sommer und Eilis' jähe Abreise zurück nach New York beschreibt Tóibín in seinem Roman "Brooklyn" von 2009. Er hat Spuren hinterlassen, in allen Beteiligten, vor allem aber in Jim, der es mit Eilis sehr ernst meinte und kein Wort von ihr zu hören bekam, warum sie ihn Knall auf Fall verließ.

Nun ist sie wieder da. Nur dass die Konstellation - betrogene Ehefrau fährt enttäuscht an den idyllischen Ort ihrer Kindheit und trifft ihre damals tragisch verpasste Jugendliebe wieder -, die unendlich vielen Unterhaltungsromanen zugrunde liegt, hier mit herber Würde durchgespielt wird, gerade weil sie Raum lässt für ganz andere Fragen. Jim ist auf seine träge Art heimlich mit Nancy zusammen, einst Eilis' beste Freundin, Witwe und Betreiberin des örtlichen Fish-&-Chips-Imbisses. Eilis weiß nichts davon, und als ihre Kinder ihr hinterherreisen, bringen ihre arglosen Indiskretionen die Handlung weiter voran, während sich der allseits beliebte Jim im Verborgenen mit beiden Frauen trifft und noch die nötigste Entscheidung über seine Zukunft anderen überlässt - so lange, bis schließlich wiederum Nancy das Aufdecken als Strategie einsetzt, sich selbst einen Verlobungsring an den Finger steckt und, danach gefragt, bereitwillig von ihrer nun nicht mehr heimlichen Liaison spricht, um Fakten zu schaffen.

"Das sähe dir nicht ähnlich, wem auch immer was auch immer zu erzählen", sagt dagegen Eilis zu Jim. Wo das Plaudern so leicht und das ernsthafte Sprechen so schwer ist, da ist die Hürde besonders hoch, wenn es um die Liebe geht. "Darf ich dich fragen, ob du mich liebst?", sagt der vorsichtige Jim. Eilis' Antwort "Deswegen bin ich doch hier" reicht ihm nicht, verständlicherweise, denn als sie vor zwanzig Jahren das letzte Mal "hier" war, endete das Beisammensein auf eine Weise, die in der schieren Anwesenheit noch keinen Liebesbeweis garantiert. "Kannst du es sagen?", beharrt er, aber aussprechen mag sie es immer noch nicht. "Ja, kann ich", antwortet sie stattdessen. Näher kommt sie in diesem Buch einer Liebeserklärung nicht. Immerhin verspricht sie ihm, diesmal keine "kalten Füße zu bekommen". Es ist Jim, der schließlich dasteht wie Buridans Esel.

"Die bekommen hier alles mit", seufzt Eilis' New Yorker Schwägerin Lena einmal. In Enniscorthy ist es nicht anders. Doch obwohl sie es eigentlich besser wissen müssten, glauben alle immer, sie könnten irgendetwas vor ihrer Umgebung verborgen halten, was zugleich heißt, dass alle großen Auftritte, bei denen irgendetwas bekannt gegeben wird, etwas leicht Lächerliches haben. "Es war komisch, Nancy zuzuhören", sagt Eilis' Mutter, nachdem Nancy ihre Tour durch die Gemeinde zur Verkündigung ihres Verlöbnisses beendet hatte, zu ihrer Tochter. "Natürlich wusste ich über sie und Jim längst Bescheid." Natürlich, wie eigentlich alle. Nur Eilis eben nicht.

Unter all diesen Strategen auf dem Schlachtfeld von gezielten Informationen und Desinformationen erweist sich der Autor als der größte und effizienteste. Er lässt seine Figuren auf- und abtreten, ohne ihre Geheimnisse preiszugeben (besonders die Liebesszenen sind von seltener Diskretion) und stellt zugleich das Netz ihrer Kommunikation mit größter Genauigkeit dar. Man folgt ihm gern und akzeptiert, dass der Zauber dieser Geschichte aus ihren Leerstellen erwächst. Mag sein, dass der bald siebzigjährige Colm Tóibín hier die Summe seiner Erfahrungen zieht. TILMAN SPRECKELSEN

Colm Tóibín: "Long Island". Roman.

Aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini. Hanser Verlag, München 2024.

320 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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LovelyBooks-BewertungVon Lyke am 27.12.2024
Das Wiedersehen mit Eilis macht Freude. Toibin erzählt unglaublich menschliche Geschichten, kommt seinen Figuren dabei sehr nahe. Schön! ¿
Von Elke Kinner am 23.12.2024

Ganz große Literatur

Der vielfach preisgekrönte Colm Tóibín ist ein Meister des Geschichtenerzählens, und "Long Island" beweist einmal mehr, warum er zu den größten Schriftstellern unserer Zeit gehört. Der irische Autor versteht es wie kaum ein anderer, die feinen Zwischentöne menschlicher Gefühle einzufangen und sie mit einer erzählerischen Klarheit und Eleganz in Worte zu fassen, die ihresgleichen sucht. Der Roman spielt auf Long Island und im kleinen irischen Dorf Enniscorthy, wo verschiedene Lebenswege sich berühren und kollidieren. Im Mittelpunkt steht Eilis, die sich weigert, das Baby aufzuziehen, das aus einem Seitensprung ihres Mannes entstanden ist, und das dessen italienische Großfamilie nur zu gerne mit offenen Armen empfangen möchte. Eilis entzieht sich der Situation, indem sie zurück in ihre Heimat Irland geht, wo sie auf ihre Jugendliebe Jim trifft, der sich Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft macht. Die Figuren kämpfen mit Verlust, Liebe, den unvorhersehbaren Wendungen des Lebens und der Frage danach, wie frei bestimmt man ein Leben gestalten kann. Tóibín zeigt, wie Begegnungen und Beziehungen das Leben prägen können auf schmerzhafte wie heilende Weise. Mit unglaublichem Feingefühl zeichnet Tóibín Charaktere, die durch ihre Fehler und Schwächen ebenso glaubwürdig wirken wie durch ihre Hoffnungen und Träume. Selbst dann, wenn man ihre Entscheidungen nicht gutheißen kann, versteht man sie. Das ist eine Kunst, die nur wenige beherrschen: Figuren zu schaffen, die so authentisch sind, dass man mit ihnen mitfühlt, mitfiebert und ihre Beweggründe nachvollzieht. Tóibín lotet in diesem Roman die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen aus. Er zeigt, wie der Verlauf eines Lebens von Zufällen, Entscheidungen und unerwarteten Wendungen geprägt wird, und wie diese Umwege oder Abwege die Lebenslinie und das Wesen eines Menschen formen können. Dabei verzichtet er jedoch auf ein wertendes Urteil. Stattdessen begegnet er seinen Figuren mit einer bemerkenswerten Empathie, die die Leser*innen einlädt, dieselbe Großzügigkeit walten zu lassen. Die Schicksale in "Long Island" sind oft von Bitterkeit geprägt Verluste, zerbrochene Beziehungen, enttäuschte Erwartungen , aber der Autor erzählt davon mit einer bemerkenswerten Sanftheit und Ruhe. Seine Prosa wirkt nie verbittert oder zynisch, sondern strahlt eine stille Weisheit und Gelassenheit aus, die mir das Gefühl gibt, dass auch aus den dunkelsten Momenten Trost und Erkenntnis erwachsen können. Besonders beeindruckend ist, wie Tóibín es schafft, die Lebenswege seiner Figuren so intensiv und nahbar zu gestalten, dass man beim Lesen das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen. Ihre Kämpfe, ihre Zweifel und ihre leisen Triumphe begleiten einen noch lange nach der letzten Seite. Es ist ein Privileg, sie auf ihrem Weg zu begleiten ein Weg, der nicht immer leicht ist, aber immer bedeutsam. Fazit: Mit Long Island legt Colm Tóibín einen Roman vor, der die Tiefe und Komplexität des Lebens in einer Weise einfängt, die tief berührt und nachhaltig beeindruckt. Es ist eine Geschichte, die sich nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen verankert. Tóibíns Talent, selbst die tragischten Schicksale ohne Verbitterung und mit einem tiefen Verständnis zu erzählen, macht diesen Roman zu einem literarischen Erlebnis. Ich habe die Figuren liebgewonnen und hoffe, dass Tóibín ihre Geschichte in einem weiteren Roman fortführt.