Der 1911 veröffentlichte Roman von Eduard von Keyserling spielt an der Ostsee, wo eine adlige Familie den Sommer verbringt. Im Mittelpunkt steht die schöne Doralice, für die alle Männer (auch die verheirateten) jeglichen Alters schwärmen, während die Frauen sie teils kritisch, teils neugierig, teils neidisch beäugen. Doralice hat für einen Maler ihren adligen Ehemann verlassen und ist damit für die Gesellschaft nicht mehr tragbar. In diesem Sommer allerdings spielt es dann doch eine untergeordnete Rolle.Im Mittelpunkt des Romans steht das Meer in seinem ewigen Wellengang, mal ruhig, mal aufgewühlt, mal harmlos, mal todbringend.Wie eingangs erwähnt, ist der Roman mehr als einhundert Jahre alt. Das zeigt sich nicht nur in den gesellschaftlichen Erwartungen, Ansprüchen und Unterschieden, sondern auch in der Sprache. Eine Sprache, die mich in ihren Bann gezogen hat. Ein Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die Beschreibungen sind sehr bildhaft, sofort stehen mit die Protagonisten vor Augen. Die Gefühle sind intensiv, aber nur aus den Gedanken und ab und an aus den Handlungen zu erschließen.Fazit: für mich ist dieser Roman eine Entdeckung, Leseempfehlung