Eine ökologisch gestaltete und damit gesunde Lebensumwelt bildet eine Dimension sozialer Teilhaberechte. Dass Umweltlasten und -güter in urbanen Gebieten oft mittelbar nach sozialen Gesichtspunkten verteilt sind, ruft den Sozial- und Umweltstaat in seiner Gewährleistungsverantwortung auf den Plan. Hier liefert das Konzept "Umweltgerechtigkeit" Anstöße für eine verteilungs- und verfahrensgerechtere Gestaltung von Planungsentscheidungen.
A sustainably designed and healthy living environment is a key dimension of basic human rights. Nevertheless, environmental pollution and environmental resources are often distributed in a socially unfair manner in urban areas. The author transfers the American concept of environmental justice to German planning law in order to provide incentives for a more inclusive and just design of modern cities. Die Interdependenz zwischen sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Herausforderungen erfährt unter dem Topos der Nachhaltigkeit umfassende Würdigung in aktuellen Diskursen. Hier setzt das Leitkonzept Umweltgerechtigkeit an und betrachtet das Aufgabenfeld, welches bei der planenden Gestaltung der menschlichen Lebensumwelt in hochverdichteten Innenstadtgebieten entsteht. Eine Dimension der sozialen Teilhaberechte bildet in diesem Kontext die Existenz einer ökologisch nachhaltig gestalteten und damit gesunden Lebensumwelt. Die jedenfalls mittelbar nach sozialen Gesichtspunkten erfolgende ungleiche Verteilung von Umweltgütern und -lasten ruft daher den regulierenden Sozial- und Umweltstaat in seiner Gewährleistungsverantwortung auf den Plan. Umweltgerechtigkeit soll als Leitkonzept dazu beitragen, Planungsentscheidungen in umweltrelevanten Konstellationen verteilungs- und verfahrensgerechter zu gestalten.