Mir fehlen Noch immer die Worte, ein Lebenshiglight und ich wünschte ich könnte es nochmal Zum ersten Mal lesen so gut war es
Enthält SpoilerIch weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich dieses Buch rezensieren soll, ohne dabei selbst wieder komplett in seine Gefühle hineingezogen zu werden. A Little Life ist kein Buch, das man einfach liest. Es verschlingt dich. Langsam, grausam, wunderschön. Am Anfang war ich ehrlich gesagt skeptisch. Mir wurde zu viel erzählt statt gezeigt. Dieses ständige Beschreiben von Verhältnissen, Vergangenheiten und Dynamiken, anstatt Szenen wirklich auszuspielen, hat mich immer wieder aus der Geschichte gerissen. Dazu kamen die riesigen Zeitsprünge, die fehlenden Kapitel und diese endlosen Rückblicke, bei denen ich irgendwann komplett den Überblick verloren habe, wann wir eigentlich gerade im "Jetzt" sind. Teilweise fühlte es sich an, als würde ich durch Erinnerungen schwimmen, ohne festen Boden unter den Füßen. Und trotzdem irgendwann hat dieses Buch angefangen, mich vollkommen zu zerstören. Nicht auf die laute Art. Sondern langsam, schleichend. Wie etwas, das sich unter die Haut legt und dort bleibt. Jude ist wahrscheinlich einer der tragischsten Charaktere, die ich jemals gelesen habe. Und das Schlimmste ist: Man versteht ihn. Seine Gedanken, seine Selbstwahrnehmung, seine Angst, seine Zerstörung, all das fühlt sich so echt an, dass es weh tut. Ich habe irgendwann nicht mehr nur gelesen, ich habe mitgefühlt. Teilweise so sehr, dass ich nicht mehr wusste, ob ich gerade noch ich selbst bin oder längst mit ihm zusammen untergehe. Und Willem... Gott, Willem. Alles an ihrer Beziehung hat mich fertiggemacht.Dieses vorsichtige Annähern, diese Liebe, die nie laut sein muss, um alles zu bedeuten. Ich wollte nichts mehr, als dass Jude endlich einfach geliebt werden darf, ohne Bedingungen, ohne Schmerz. Dieses Buch hat mich wütend gemacht. Es hat mich verzweifeln lassen. Mehrmals wollte ich es gegen die Wand werfen. Und trotzdem konnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich habe Schlaf vergessen, Essen vergessen, Zeit vergessen. Dieses Buch wurde irgendwann kein Buch mehr, sondern ein Zustand. Natürlich habe ich Kritikpunkte. Die Langatmigkeit. Die teilweise extrem ausschweifenden Rückblicke. Manche Perspektivwechsel, die mich eher herausgerissen als vertieft haben. Und ja manche Entwicklungen tun so weh, dass man fast das Gefühl bekommt, das Buch wolle einen absichtlich zerstören. Aber vielleicht ist genau das seine größte Stärke. A Little Life ist kein perfektes Buch. Aber es ist ein Buch, das etwas mit dir macht. Etwas Bleibendes. Etwas Unangenehmes. Etwas Wunderschönes.