Drei Freundinnen stecken in Seoul in ihren Bürojobs bei einem Snackhersteller fest: die Arbeit ist mittelmäßig, die Bezahlung schlecht und die Wohnungen winzig klein. Als eine der drei Kryptowährung für sich entdeckt, investiert sie - und gelangt zu nicht gerade wenig Geld. Eine der beiden Freundinnen kann sie überzeugen, mitzumachen und ebenfalls zu investieren, die dritte wehrt sich vehement. Beide Frauen kommen zu immer mehr Geld, leben aber auch in ständiger Angst, dass der Kurs in den Keller rutschen kann und das Geld weg ist. Werden sie am Ende glücklich und können ihre öden Bürojobs verlassen?
Ich war sehr gespannt auf das Buch, weil der Klappentext eine spannende Geschichte rund um ein wahrscheinlich vielen eher abstraktes Thema verspricht. Das Cover ist bunt gestaltet und passt zur Handlung, wirkt comichaft, aber dennoch passend.
Die Geschichte umspannt einen Zeitraum von knapp einem Jahr und wird aus der Ich-Perspektive der Freundin erzählt, die als Zweites mit einsteigt und investiert. Der Erzählstil ist oft sachlich und neutral, passt aber damit auch zur südkoreanischen Literatur. Das Leben als junge Frau in Seoul wird sehr gut beschrieben, angefangen vom Bürojob, in dem man einfach nicht aufsteigen kann, der beengten Wohnsituation in der Großstadt bis zum potenziellen Eheleben, das dort einen großen Stellenwert hat. Diese Dinge sind mitunter auch lustig und unterhaltsam, ebenso die Freundschaft der drei jungen Frauen liest sich gut und realitätsnah. Als "Leidensgenossinnen" erzählen sie von ihrem Alltag und es liest sich meist herrlich erfrischend.
Ich habe die ganze Zeit auf den großen Plottwist hingefiebert, auf eine Wendung in dem ganzen Kryptothema, aber wurde dahingehend enttäuscht. Wer eine dramatische und spannende Handlung erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht, eher ist "Bis zum Mond" ein guter Unterhaltungsroman, der vor sich hin plätschert und sich "weg lesen" lässt. Mir hat beim Lesen die Spannung gefehlt, es geht zwar tief in die Materie der Kryptowährungen und -investitionen, aber ich hätte mir mehr Spannung als die Kursschwankungen gewünscht.
"Bis zum Mond" hat, auch aufgrund der Betitelung "Bestseller" und "literarischer Hype", bei mir hohe Erwartungen geweckt, die nicht ganz bedient werden konnten. Es ist ein Buch für zwischendurch und gibt (tiefe) Einblicke in die Welt der Kryptowährungen und Female Finance, lässt aber die Handlung schleifen.
3,5/5 Sternen