Wahrlich episch - Aber mit zu viel Schimpfwörtern und zu wenig aus der Sicht der Vampire
Eigentlich wollte ich dieses dicke Buch nicht unterwegs mitschleppen, aber letztlich habe ich es doch getan, um auch endlich mal fertig zu werden. Trotzdem muss ich sagen, dass sich die über 1000 Seiten von ¿¿¿ ¿¿¿¿¿ ¿¿¿ ¿¿¿¿¿¿¿ verhältnismäßig schnell gelesen haben und natürlich hat die Handlung auch ihr übriges getan. Aber wie fand ich ihn denn nun eigentlich, diesen hochgelobten Vampir-Epos?Der erste Teil der Trilogie beginnt mit unserem gefallenen Helden Gabriel, welcher in Gefangenschaft dazu gezwungen ist, seine Lebensgeschichte niederschreiben zu lassen. Dementsprechend können wir uns bereits denken, dass ziemlich viel von dem, was wir daraufhin zu hören bekommen, nicht gut ausgegangen ist. Spannend bleibt es trotzdem.Gabriel ist ein Bleichblut, hat also einen Vampir zum Vater, besondere Kräfte und wird daher zu einem Silberwächter ausgebildet. Diese sollen den wütenden Vampiren den Garaus machen, aber das ist nicht einfach, denn unter Ihnen gibt es Vampirfürsten, die nahezu unbesiegbar sind.Es gibt viel Schlachten die gekämpft werden müssen und viele Verluste zu betrauern. Doch eines treibt Gabriel an: Rache am mächtigsten aller Vampire. Auf seiner Reise begegnet er alten Bekannten und einer neuen Hoffnung, die den Tag zurückbringen und den Tod aller Vampire bedeuten könnte.Ja, es ist wirklich ein epischer Vampir-Roman. Ich bin von reinen Fantasywelten zwar kein großer Fan, aber Namen und Sprache ließen Länder wie Frankreich und Italien erkennen. Die sehr ansprechenden Illustrationen haben mich an Epochen wie Mittelalter, Renaissance und Barock erinnert. Also genau die Stilrichtungen, die ich bei Vampirgeschichten am meisten mag.Auch wenn wir einen Einblick in das Leben dieser bitterbösen, adligen Vampire und ihrer Geschichte bekommen, war es mir ein bisschen zu wenig Lore. Gemessen am Titel, hätte ich gerne auch aus deren Sicht gelesen, ihre Pläne und ihren Alltag miterlebt. Stattdessen folgen wir Gabriels Lebensgeschichte und die allein hat es schon in sich, ist voller Rückschläge, Tragik und wenig Glücksmomenten.Die meiste Zeit begleiten wir einen sehr mürrischen Gabriel, der mir zwar Leid tat, aber dennoch wenig Sympathien in mir geweckt hat. Zum Ende hin wurde es aber besser.Eine Sache die sich durch den gesamten Roman zieht und dich mich schon bald einfach nur genervt hat, war die Gossensprache. Es mag ja zur Zeit, Stimmung und Charakter der Figuren gepasst haben, aber keine Seite ohne irgendein Schimpfwort. In der Hinsicht muss ich Annie Wilkes mal Recht geben.Auch die explizite Brutalität, der auch Tiere zum Opfer fallen, ist nichts für zarte Gemüter und war mir oft zu viel. Es ist in vielerlei Hinsicht ein sehr männlicher Roman.Das allseits beliebte Thema Spice hat hier ebenfalls seinen Auftritt und ich fand das eigentlich ganz gut geschrieben, wäre es nicht auch wieder untermalt gewesen von....Kraftausdrücken.Eigentlich hatte ich während des Lesens beschlossen darauf zu verzichten, einen weiteren Teil zu kaufen, weil meine Bücherei den zweiten schon hat und das Buch a) nicht günstig ist und b) viel Platz wegnimmt. Aber...mir hat das Ende und diese eine Enthüllung dann so gut gefallen, dass ich vielleicht doch lieber alle Teile in meiner Sammlung haben will. Zunächst mache ich aber erstmal eine Pause, denn die 1000 Seiten waren zwar unterhaltsam, aber auch anstrengend.Teil 1 bekommt von mir gute 4 Sterne.