Highlight! Ich habe einen neuen Lieblingscharakter. Spannend von der ersten Seite bis zur letzten. Vampire, so wie ich sie liebe. Ein Epos!
Vor 27 Jahren ging die Sonne unter und die Vampire kamen aus ihren Verstecken, um die Welt zu erobern.Der letzte Silberwächter Gabriel de Léon wird von den Chastain Vampiren gefangen gehalten. Dort wird er vom Geschichtenschreiber Jean-Francois dazu genötigt, seine Geschichte zu erzählen.Und so erzählt Gabriel, wie er als Junge aus seinem Dorf weggerissen wurde, als er erfahren hatte, wer er ist. Gabriel ist ein Bleichblut - halb Mensch, halb Vampir. Darum kam er nach San Michon, um sich der heiligen Bruderschaft anzuschließen, um das Kämpfen zu lernen. Er ahnte nicht, dass er zum größten Legende des Ordens wird und zur letzten Hoffnung der Welt. Als ich 2024 "Nevernight" gelesen habe und bereits zwei Bände der Vampirreihe erschienen waren, wusste ich, dass ich auch diese lesen möchte, denn ich liebte "Nevernight" und wenn dieser Autor dann auch noch eine Geschichte über Vampire rausbringt, wurden all meine Träume erfüllt.Warum griff ich nicht direkt zu den Bänden? Ich ahnte, dass diese Reihe erneut ein Highlight werden könnte und ich diese ebenso wie "Nevernight" durchsuchten möchte. Dieses Jahr ist der letzte Band erschienen und schon als ich jetzt den ersten Band angefangen hatte, wurde ich dem bestätigt. Ich hätte es nicht ertragen, Monate, gar Jahre auf eine Fortsetzung zu warten. Von der ersten Seite habe ich das Buch geliebt und werde jetzt im Anschluss direkt mit dem zweiten Band anfangen. Als erstes hat mich an dem Buch direkt Gabriel fasziniert. Ich liebe Figuren wie ihn. Er ist nicht aalglatt, sondern hat deutliche Ecken und Kanten, ist an manchen Stellen ein wirklicher Dreckskerl. Wenn er nicht in der freundlichen Stimmung ist, dann er selbst Freunde richtig schlecht behandeln und diese besonders mit seinen Worten verletzen. Er ist ein Griesgram und eigentlich jemand, den man nicht in seiner Nähe haben möchte. Doch letzten Endes hat er das Herz an der richtigen Stelle und genau das ist das Ausschlaggebende. Zudem konnte ich seine Wut und Unzufriedenheit sehr nachvollziehen. Wenn er sich unfair behandelt fühlt, dann schlägt er um sich und handelt auch mal kopflos. Ich mochte vor allem auch seine Entwicklung, vom unbescholtenen Jungen, zum großen Kämpfen.Bei den Figuren muss ich auch Aaron erwähnen. Ich fand seine Entwicklung richtig toll und vor allem, wie sich das Verhältnis zwischen ihm und Gabriel verändert hat. Tolle Figur, von der ich am Anfang gar nichts gehalten habe und inzwischen sehr liebgewonnen habe.Es gibt auch ein paar Frauenfiguren und mir haben diese sehr gefallen. Ich finde es immer toll, wenn in einer so männergesteuerten Geschichte auch wichtige und gut ausgearbeitete Frauenfiguren auftauchen. Jay Kristoff hat ja schon in "Nevernight" bewiesen, dass er das sehr gut kann. Da die Geschichte asynchron erzählt wurde, gab es immer wieder Sprünge. Einmal war man beim jungen Gabriel, der gerade nach San Michon kommt und noch all seine Hoffnungen in sich trägt und sich beweisen möchte. Und dann sprang die Geschichte (weil Gabriel keinen Bock mehr hatte, so tief in seiner Vergangenheit zu kramen) zu dem Gabriel, der alles hinter sich gelassen hat und voller Zorn und Rachegelüste durch die Welt ritt. Ein gebrochener Gabriel, der voller Schmerzen war, aber plötzlich auf den Gral traf, der die Hoffnung auf eine Änderung in der Welt traf.Ich fand es gut, dass die Geschichte so erzählt wurde, denn es hat deutlich die Spannung erhöht. In der Geschichte, die mehr früheren Vergangenheit lag, fehlten einen ja so manche Informationen, die man erst durch die spätere Vergangenheit teils bekommen hat. Zudem hatte man durch die zwei Zeitebenen teils verschiedene Figuren. Ich fand ja eigentlich alle Figuren toll, die guten wie auch die bösen. Die Bösen waren sehr spannend gestaltet, richtige Mistviecher, aber umso spannender hat es die Geschichte gemacht. An dem Buch und der Reihe an sich wurde ja immer wieder die derbe Sprache kritisiert. Ja, die taucht definitiv auf und man muss sie schön mögen oder zumindest damit umgehen können. Aber ich fand jetzt beispielsweise nicht, dass sie andauernd geflucht haben. Es wurde natürlich mehr geflucht, als in den meisten Büchern, die ich bisher gelesen habe, aber einerseits habe ich damit gerechnet (durch "Nevernight") und andererseits fand ich es nicht schlimm. Gerade Gabriel hat durchgängig so eine derbe Sprache und inzwischen gehört es für mich zu ihm dazu. Bei manchen Figuren hat es mich überrascht oder fand ich es übertrieben (Talon), aber ich habe mich daran gewöhnt, musste an der ein oder anderen Stelle schmunzeln und war erstaunt über diese kreativen Ausdrücke.Mich haben da mehr die expliziten Sexszenen gestört, wenn auch nicht überrascht. Wie gesagt, wenn man vorher schon Jay Kristoff gelesen hat, dann rechnet man wohl damit. Ich habe mich nur gefragt, ob man es wirklich teilweise so genau wissen musste, obwohl es wegen Gabriels Blutdurst auch einen gewissen Grund dafür gab. Dennoch war es mir etwas zu viel, aber für mich kein Grund, das Buch schlechter zu sehen. Es ist einfach nicht mein Geschmack. Auch habe ich ab und zu gelesen, dass es den ein oder anderen Leser zu langatmig war. Es ist eine lange Reise, mit Höhen und vor allen vielen Tiefen. Man muss sich auf viele grausame Szenen gefasst machen, die ähnlich explizit wie die Sexszenen beschrieben werden. Aber es ist Dark Fantasy, damit sollte man so oder so rechnen. Ich habe keine Längen gefunden, da ich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt war. Es gab einen guten Mix zwischen Actionenszenen und Ruhephasen. Die Figuren haben sich toll entwickelt, was mir in Büchern besonders wichtig ist, dass ich nah an den Figuren bin und ihre Entwicklungen nachvollziehen kann, dass ich mit ihnen leiden und lachen kann. Das macht mich neben einer tollen Story ein gutes Buch aus. Sicherlich hätte man die ein oder andere Szene auch etwas kürzer halten können, aber für meinen Geschmack fand ich es zu jedem Zeitpunkt unterhaltsam. Gabriel hat seine Geschichte richtig gut erzählt. Das Ende war ein richtiger Knall und ich hätte jetzt keine Lust zu warten. Ein Glück kann ich direkt weiterlesen, bevor alles verschwommen wird und ich mich nicht mehr an die Details im Genauen erinnern kann. Denn die Welt und die Geschichte ist ziemlich komplex. Das fängt bei den vier Vampirsippen an und endet nicht bei dem Glauben, der in diesem Buch stattfindet. Ich bin so gespannt wie Gabriels Geschichte weitergeht. Fazit:Ein Buch über Vampire von einem Autor den ich mag, ist wie für mich gemacht. Ich habe einen neuen Lieblingscharakter gefunden und bin voller Euphorie für die nächsten beiden Bände. Ein Highlight des Jahres und natürlich gibt es dafür 5 Sterne.