Meinung:
Erster Satz: Der Dieb kam in der Nacht, um ihr Herz zu holen.
Das Cover gefällt mir gut, ich mag die starken Farben und dass man die Hauptpersonen mit wichtigen Details darauf sieht. Etwa die Brille von Lola oder die Mondscherbe.
Der Schreibstil der Autorin ist in Ordnung, es hat etwas gedauert, bis ich mich daran gewöhnt habe. Die Beschreibungen waren für mich nicht gut genug, so konnte ich mir oft das Casino oder einzelne Räume gar nicht gut vorstellen. Geschrieben ist das Buch in der Ich-Perspektive von Lola.
Zu Beginn lernt man Lola kennen, die zusammen mit dem Dieb die Mondscherbe sucht, mit der er verflucht wurde. Ihre Suche bringt sie zum Casino vom Lügner, seinem Bruder, und dort nimmt Lola an einem Wettbewerb teil, um die Mondscherbe oder Hinweise darauf im Casino suchen zu können.
Der Einstieg in das Buch ist mir richtig schwer gefallen. Das lag einerseits am Schreibstil, andererseits auch an den Figuren und der Welt, denn ich war recht lange verwirrt über so ziemlich alles. Durch die schnellen Sprünge zwischen den Szenen fühlte es sich auch nicht durchgehend an, sondern mehr eine Aneinanderreihung von Szenen, die nichts miteinander zu tun haben. All das zusammen hats mir schon schwer gemacht.
Lola mochte ich recht gerne. Obwohl sie sehr an dem Dieb hängt und ihn als ihren besten Freund betrachtet, fängt sie dennoch an sien Verhalten zu hinterfragen und nimmt nicht alles so hin. Ich mochte ihre Stärke und Entschlossenheit, aber auch, wie sie mit anderen Menschen umgeht und ihre Prinzipien nicht verrät.
Nic, der Lügner, war sehr interessant. Man erfährt immer nur bruchstückhaft etwas von ihm und das lässt ihn mysteriös erscheinen. Doch schnell wird auch klar, dass er eigentlich gar nicht so böse ist, wie der Dieb ihn dastehen lassen will. Seinen Charakter fand ich super interessant und bis zum Ende hin wurde er mein Liebling in dem ganzen Buch.
Noch kurz zum Dieb, ihn mochte ich gar nicht. Er behandlet Lola nicht gut und gibt oft ihr die Schuld, wenn irgendwas nicht funktioniert. Außerdem ist seine einzige Priorität die Mondscherbe und das wird immer klarer. Für mich war er einfach nur unsympathisch, besonders am Ende hats mir mit ihm gereicht.
Es hat sehr lange gedauert, bis mich die Geschichte abholen konnte. Das lag wie oben schon geschrieben an den Sprüngen zwischen den Szenen, was leider erst ab der Hälfte besser wurde. Bis dahin habe ich mich regelrecht durch das Buch gequält, weil ich keine Verbindung zu den Charakteren aufbauen konnte und mich die Geschichte auch nicht fesseln konnte. Danach wurde es besser und ich habe sogar gerne weiter gelesen.
Die Idee mit dem Lügner und dem Dieb fand ich interessant, man erfährt, wieso sie zu diesen beiden Personen wurden und was sie an magischen Fähigkeiten haben. Besonders die Kraft vom Lügner fand ich cool und er setzt sie auch gezielt beim Wettbewerb ein. Der Wettbewerb selbst hat nicht die größte Rolle gespielt, denn Lola hat nur daran teilgenommen, um im Casino sein zu können und nach der Mondscherbe zu suchen. Die Aufgaben des Wettbewerbs erledigt sie meist nebenbei und geht dann ihrem eigentlichen Ziel nach. Man kann sich als Leser nie sicher sein, welchen Personen man im Casino nun vertrauen kann und welchen nicht, so ging es auch Lola. Ich habe immer nur darauf gewartet, dass irgendwer sich als falsch entpuppt und sie hintergeht.
Dadurch, dass sich fast die gesamte Geschichte im Casino abspielt, kommt natürlich der Lügner öfters vor als der Dieb, da es ja sein Casino ist. Lola lernt ihn ebenfalls besser kennen und beginnt selbst zu hinterfragen, ob nicht der Dieb sie angelogen hat. Wie der Lügner und Lola sich immer näher kommen fand ich gut gemacht, auch wenn es insgesamt ein bisschen schnell ging, denn die Handlung spielt innerhalb weniger Tage.
Gegen Ende gab es dann immer wieder Stellen, die richtig richtig gut waren und dann auch wieder welche, die mir gar nicht gefallen haben. So zum Beispiel das ganze Drama am Ende, das fand ich recht überzogen und hat mir den Schluss schon ein bisschen vermasselt. Es passte einfach nicht zur vorherigen Entwicklung von Lola und ich glaube nicht, dass ich den zweiten Band lesen werde.
Fazit:
Die Idee des Buches war richtig gut, die Umsetzung war dann leider nicht ganz mein Fall. Es hat bis zur Hälfte des Buches gedauert, bis ich überhaupt gefesselt war, danach wars gut und das Ende war leider wieder weniger gut. Lola mochte ich als Charakter gern, ebenso Nic und ich hätte gerne noch mehr von ihm gelesen. Dennoch werde ich Band zwei nicht mehr lesen. Von mir bekommt das Buch 3 Sterne.