Ich liebe die Bücher von Katrin Eigendorf. Authentisch, spannend und mit einer Brise Mut und eigener Meinung. Immer lesenswert.
"Ein guter Journalist ist ein professioneller Augenzeuge. Einer, der zeigt, was ist- und es überprüft, einordnet. Journalismus ist der Wahrheit verpflichtet, nicht der Objektivität, denn die gibt es nicht." (Seite 33)Ich habe Katrin Eigendorf schon immer bewundert. Für ihre Tätigkeit aus den schlimmsten Krisen und Kriegsgebieten zu berichten, mit Empathie und Information über die aktuellen Zustände schonungslos zu berichten.Diesmal erzählt uns Katrin Eigendorf über ihre Einsätze als Journalistin und was sie erlebt hat, wie sie die Entwicklung sieht, was Journalismus heute ausmacht und ein bisschen Privates erfahren wir auch.Mit ihr geht es nach Afghanistan, nach Russland, in die Ukraine, Israel und Ägypten aber auch ein Blick wird auf Deutschland geworfen und die Entwicklung im eigenen Land.Ich finde es spannend wie die Journalistin erstmal über ihr eigenes Leben erzählt, was sie antreibt, wie sie ihre Chancen in dieser Welt sieht, nach dem Mauerfall, welche Türen stehen ihr offen? Auf welche Grössen sie trifft die sie unterstützen und Katrin Eigendorf somit zu einer gefragten Journalistin wird.Die Entscheidung eine Zeitlang in Russland zu leben, dort die Entwicklung zu beobachten, zu leben, zu berichten. Ihre Jahre die sie immer wieder in Afghanistan war, dies fand ich am interessantesten. Denn für dieses Handy interessiere ich mich selbst auch stark, lesen viel darüber und finde Entscheidungen, die 2021 getroffen wurden, noch cht für richtig oder sinnvoll. Und natürlich steht dieses Jahr jetzt wieder dort wo es stand bevor die Mächte aus anderen Ländern die Taliban vertrieben hatten. Es ist ein Armutszeugnis und beschämend was alles nicht erreicht wurde.Ich finde es unglaublich wenn die Journalistin dann erzählt dass viele Dinge sich abgezeichnet haben. Dass viele Schritte, die dann zu Revolution oder zu Aufständen oder zum Einmarsch in ein anderes Hand geführt haben - dies war für viele Berichterstatter schon absehbar und die Politik und Weltgemeinschaft war stets überfordert und überrascht.Katrin Eigendorf nimmt uns mit in Länder die aktuell sind, hinterfragt, bleibt aktuell aber verurteilt nicht. Sie informiert was gerade Tatsachen sind und fragt ganz zu Recht - was ist guter Journalismus? Wo beginnt er? Wo hört er auf? Was sind die Bedrohungen für eine gute und vor allem realistische Berichterstattung?Die sozialen Medien kommen natürlich auch ins Bild. Aber auch Anstösse von Vorgesetzten die finden dass Katrin Eigendorf zu direkt und mit Empathie über Kriegsschauplätze berichtet. Ich glaube man kann in diesen Zeiten nicht mehr emotionslos über gewisse Dinge berichten. Denn wir sitzen auf unseren Sofas, in einem sicheren Land ohne Bombenalarm und Flucht in den Keller. Wir müssen wissen wie gut wir es haben aber auch dass Wegsehen und vergessen due falschen Instrumente sind.Ich möchte dieses Bild allen empfehlen denn wir sollten unsere Journalist/innen die so intensiv und ehrlich berichten zu schätzen wissen und genauer Hinsehen und Hinhören.