Religion ist für mich schon immer ein interessantes Thema gewesen. Es handelt sich nämlich über etwas, was man unmöglich beweisen kann. Man kann es nur glauben. Für viele Menschen bietet dieses Glauben ein Gefühl der Sicherheit und des Nicht-alleine-seins, es bringt aber auch viele Konflikte mit sich, weil es sich hier um etwas sehr persönliches handelt und es immer Menschen gibt, die meinen, dass es nur eine richtige Art zu glauben gibt und damit sofort alles andere abwerten.
Deshalb habe ich mich sehr über 'Holy Shit!?' gefreut. Dieses Buch fängt mit einer kurzen, allgemeinen Einleitung zu dem Thema an und besteht sonst nur aus Interviews. Man lernt Menschen kennen, die Anhänger der großen Weltreligionen, wie zum Beispiel das Christentum, das Judentum oder der Islam, sind, aber auch Personen, die für sich selbst eine andere, individuellere Art des Glaubens gefunden haben. Sie glauben zum Beispiel an der Natur oder an einer höheren Macht, die sie nicht als einen klassischen Gott definieren.
Aber nicht jeder glaubt an etwas. Im letzten Kapitel kommen einige Zweifler und einige Personen ans Wort, die an gar nichts glauben. Einen größeren Sinn im Leben sehen sie nicht und der Tod ist das endgültige Ende.
Für mich persönlich war es super spannend diese neutrale Interviews lesen und so mehr über die Gesprächspartner und ihr Glauben kennenzulernen. Einige Sachen muteten eher abstrus an und da war mir sofort klar, dass ich nichts damit anfangen konnte, anderes konnte ich dann wieder nachvollziehen. Was ich aber sehr deutlich gemerkt habe, ist, dass ich nie im Leben klarkommen würde mit einer Religion, die mir voll viele Regel auflegt und mir vorschreibt, wie ich zu leben und zu denken habe. Da habe ich wirklich bei manche Texte den Kopf geschüttelt.
Insgesamt ein sehr lehrreiches Buch, dass tiefere Einblicke in verschiedene Arten des Glaubens bietet und sehr klar zeigt, wie individuell Religion und Spiritualität sich gestalten. Über den Sudoku, das Silbenrätsel und den Playlist habe ich mich sehr gefreut. Lesenswert!