Die Landlust-Magazine hatten immer schon was und auch die Rezeptsammlung von Obstkuchen ist sehr empfehlenswert, mit vielen frischen Ideen.
Landlust ist eins dieser Magazine, das man vor allem bei Frauen einer gewissen Altersgruppe antrifft und auch meine Mutter hat immer mal wieder einzelne Ausgaben gekauft. Für mich waren die Highlights dann immer Rezepte, weswegen ich bei dem Backbuch zu den "Obstkuchen" sofort dabei war.Das Rezeptbuch ist für mich sehr ansprechend aufgebaut. Es gibt eine klare Einteilung nach Kategorien, einmal Kuchenklassiker, dann Blechkuchen, Kleingebäck, Kuchen ohne backen, Tartes und Pies und dann auch noch Kuchen und Torten. Mit dieser Einteilung hat man schon einen guten Überblick, welche Vielfalt angestrebt war und man kann je nach Lust und Laune sofort in der entsprechenden Kategorie stöbern. Ich finde das ganze Buch aus sehr bunt dargestellt. Andere Bücher haben oft einen klaren Stil, der dann eher gedeckt ist. Das von "Obstkuchen" finde ich zur Abwechslung sehr angenehm, zumal auch die Bilder der Rezepte immer auf einer Seite sind. So hat man Anleitung und Ergebnis sofort im Blick. Es gibt keine Nährwertangaben, die natürlich bei Kuchen sowieso eher durch die Decke sind, trotzdem finde ich es zur Orientierung immer gut. Das fehlt hier also.Was aber nicht fehlt, das ist zum einen eine riesige Auswahl an Rezepten, darunter auch viele Rezepte, die ich noch nicht tausendfach gesehen habe. In meinem Empfinden ist es tatsächlich eine neue Ergänzung für die eigene Koch-/Backbuchsammlung. Sehr lobenswert sind auch die einzelnen Seiten, die Tipps enthalten. So gibt es eine Doppelseite, die sich damit beschäftigt, wie man einfach umrechnet, wenn man nicht die für das Rezept vorgesehene Backform hat. Also wenn man keine 18er Form hat, wie man die Zutaten multiplizieren muss, damit für eine Standard 26er Form alles da. Das fand ich wirklich sehr interessant und wer weiß, wann ich es mal brauche. Beispielsweise gibt es auch eine Übersicht, wenn man sich für ein Obst entschieden hat, was man dann für Partner wählen kann, wenn man experimentierfreudig ist. Welche Obstsorten passen zusammen, gibt es Partner bei Gewürzen und was ist auch mit Schokolade, Baiser etc.? Da gibt es über die verschiedenen Kategorien hinweg mehrere solcher echt hilfreichen Tipp-Seiten.Kommen wir jetzt zu den Rezepten. Bei den Kuchenklassikern habe ich nichts nachgebacken, muss aber gestehen, dass ich überrascht war, dass ich die Auswahl nicht unbedingt als Klassiker empfunden habe. Das ist sicherlich auch eine subjektive Empfindung, hat für mich aber auch unterstrichen, dass in diesem Buch wirklich nicht die ewig gleichen Rezepte sind. Bei den Blechkuchen gab es für mich zwei Klassiker, die ich nachgebacken habe und das war einmal Stachelbeerkuchen mit Baiserhaube und Sauerkirsch-Schokokuchen. Letzteren habe ich etwas anders schon sehr häufig gemacht, aber auch die Rezeptvariante hier war einfach super und einfach und köstlich. Stachelbeeren mit Baiser ist natürlich ein absoluter Klassiker, den ich aber meist eher in einer Rundform gemacht hat. Aber warum nicht auch auf dem Blech? Die beiden Zutaten gehen immer super zusammen. Neu für mich war dann Johannisbeerkuchen mit Mandelstreuseln. Johannisbeeren kenne ich vor allem in Träubleskuchen, wo dann auch Baiser eine Rolle spielt. Aber so als Streuselkuchen war es auch eine sehr positive Überraschung. Zum einen ist gemahlene Mandeln in Streuseln ein wahrer Hit und die weiße Kuvertüre oben drüber hat auch nochmal den Kick gegeben, um die Säure der Johannisbeere auszugleichen. Auch der Briocheteig als Grundlage wäre nicht auf meiner Bingokarte gewesen. Also definitiv die größte positive Überraschung bei meinen ausprobierten Rezepten.Im Bereich des Kleingebäcks bin ich selbst eigentlich nicht so gerne zuhause, weil sich für mich meist Aufwand mit Genuss nicht richtig aufrechnet. Aber dank des Stachelbeerstrauchs zuhause konnte ich um die Stachelbeer-Küchlein keinen Bogen machen. In der kleinen Form mit Sahne und Biskuit und Schokoraspeln ein kleines, aber feines Törtchen, das ist sicherlich immer wieder machen werde. Im Bereich der Kuchen ohne Backen war ich dann persönlich eher enttäuscht. Die Auswahl war sehr knapp gehalten, dabei sind das eigentlich genau die Rezepte, die es in unseren immer mehr werdenden heißen Sommern braucht. So habe ich für mich zu wenig entdeckt. Tartes und Pies sind natürlich immer super für frisches, abwechslungsreiches Obst. Da habe ich zwar nichts ausprobiert, aber doch noch ein bisschen was auf dem Schirm, auch weil es sehr simple, schnelle Rezepte sind. Eine riesige Auswahl gab es dann auch noch bei Kuchen und Torten. Da ich seit Juni wirklich ungerne den Backofen angeschmissen habe und auch die Herstellung bei solchen Torten ewig braucht, habe ich da ebenfalls erstmals Abstand genommen. Aber da waren einige frische Ideen dabei, die für besondere Feste definitiv auf meiner Liste stehen.Fazit: Das, was Landlust sonst auch immer mit seinen Magazinen ausstrahlt, das kam auch bei "Obstkuchen" super rüber. Das Buch machte optisch was her, es hatte eine große Auswahl, es hatte sehr hilfreiche Tipps und Tricks und es hatte auch viele Rezepte mit neuen Impulsen und Ideen. Ich kann es also wirklich nur als Ergänzung der eigenen Bibliothek empfehlen.