"Aber der Herr mag wissen, dass der Hase nirgends flinker ist als dort, wo man ihn jagt."Viele Stimmen haben hier schon Lob gespendet für das kleine und wunderbare Gemälde, dass Perutz mit diesem Buch geschaffen hat; denn so wie ein einziges Bild steht mir dieser Roman nach dem Lesen vor Augen, ein herzergreifendes, klares Gemälde voller kleiner Aspekte und gelungener Motive, mit dem geheimnisvoll-schönepischen Titel: Der schwedische Reiter.Ich will hier denn auch nur die wohlverdienten 5 Sterne abgeben und noch ein, zwei Sachen hinzufügen oder mit ihnen bekräftigen, was schon allenthalben hier bereits gut und richtig gesagt wurde.Leo Perutz gehört für mich zu den faszinierendsten und besten Romanciers deutscher Sprache. Sehr trefflich finde ich daher, was Daniel Kehlmann auf der Rückseite dieser Edition schrieb: "Perutz ist der größte magische Realist unserer Sprache." Das fängt eigentlich genau das ein, was Perutz ist, von seinem ersten, furiosen Roman Die dritte Kugel an, bis zu seinem letzten Geniestückchen Der Judas des Leonardo , nämlich ein Autor, der nicht nur spannende Geschichten in die Umgebung großer, historischer Umfelder einzuweben weiß, sondern dies auch noch mit einer Leichtigkeit von Sprache und Stil verbindet, dass man immer weiter lesen will und sei es nur, weil es sich so angenehm anfühlt, ständig im Fluß der Geschichte zu sein."Der Erzähler experimentiert mit Wirklichkeiten", so sagte es Kehlmann. Perutz hat dies schon 70 Jahre vor dieser Aussage zu seiner Technik und seinem Stil gemacht. Viele seiner Romane betten das Schicksal einer oder mehrerer historisch nicht verbürgter Personen (oder wenn sie doch verbürgt sind, dann begehen diese Personen neben verbürgten, auch nicht verbürgte, Taten) in historische Abläufe ein. In Die dritte Kugel sind es z.B. ein paar Deutsche, die unabhängig von den Spaniern zur selben Zeit in die neue Welt reisen und sich dann beim Krieg mit den Azteken auf die Seite der Azteken schlagen; in "Der schwedische Reiter" ist die Geschichte von Liebe, Verrat und Abenteuer an die Klippe des "Großen Nordischen Krieges" zwischen Schweden, Polen-Sachsen und Russland gebaut."Es ist die Geschichte zweier Männer. Sie trafen einander an einem bitterkalten Wintertag zu Beginn des Jahres 1701 in eines Bauern Scheune und schlossen Freundschaft miteinander."Einmal sollte man Perutz lesen, weil es ein Vergnügen ist, wie schnörkellos, komprimiert und authentisch er erzählen kann - und zum anderen kann man ihn guten Gewissens allen empfehlen, die gute Geschichten lieben. Mag sein, dass man es ihm dann und wann übel nehmen könnt', dass er alte Sprichwörter, Gedichte und Lieder einflicht und allgemein die Sprache gern dem historischen Setting angleicht - oder dass praktisch keine einzige intensive Szene aus seinem Erzählfluss hinaus sticht. Jedoch den Sog seiner Geschichten, den kann man ihm nicht absprechen. Sie mögen sich bescheiden kleiden, wachsen aber jedes Mal auf wunderbare Weise als Ganzes über sich hinaus."-Warum kommst du den nicht wenn es Tag ist?--Weil mein Pferd bei Tag den Weg gar langsam trabt; bei Nacht aber, da fliegt es durch die Luft in Windeseil', in einer Stunde fünfhundert Meil'."