Ihren 12. Geburtstag begeht Eva Ale in der Königlichen Mädchenakademie für Naturwissenschaften und Mathematik. Für die Stieftochter einer Herzogin ist die beste Bildung gerade gut genug. Der 13-jährige Dusty lebt dagegen im St. Ichabods Molkereibetrieb und Heim für straffällige Jungen, wo alle männlichen Waisen des Königreichs untergebracht werden. Als Eva unbeabsichtigt in den Besitz eines Eis der sagenhaften Aerimander kommt und Dusty beauftragt wird, dieses zu stehlen, treffen beide aufeinander. Schon bald stecken beide in ernsthaften Schwierigkeiten.
Die Jugend-Fantasy-Reihe, in die Lily Berlin Dodd mit diesem Buch startet, entwickelt sich unerwartet abenteuerlich, wenn man bedenkt, dass sie an einer wissenschaftlichen Elite-Schule für junge Damen beginnt. Eva, der weibliche Teil des jungen Protagonisten-Duos, scheint dieses Cliché genau wie ihre Zimmergenossin Myrnie zunächst auch zu erfüllen. Der männliche Teil des Duos, Dusty, entspricht dagegen dem Genre-typischen Jungen aus ärmsten Verhältnissen. Die Handlung setzt die Autorin in einem fiktiven Königreich an, das kulturell lose ans Großbritannien des späten 19. Jahrhunderts angelehnt zu sein scheint. Die Rolle des Staates wird dabei allerdings eindeutig negativ dargestellt. Der Direktor der Königlichen Geheimnisse ist sogar der unmittelbare Antagonist. Am Ende dieses Bandes befinden sich beide Protagonisten in anscheinend aussichtslosen Situationen, was die Erwartungshaltung an die Fortsetzung definitiv anheizt. Wohl jeder Leser dieser gelungenen Geschichte will wohl schnellstmöglich wissen, wie es für beide weitergeht.
Die Autorin wechselt erzählerisch zwischen einer größeren Anzahl Charaktere hin und her, wobei natürlich meist die beiden Protagonisten im Fokus stehen. Diese Erzählweise wird immer wieder von als "Zwischenakt" bezeichneten Kapiteln unterbrochen, in denen sich die Autorin direkt an ihre Leser wendet.
Fazit:
Diese Jugend-Fantasy fällt vor allem dadurch aus dem gewohnten Rahmen, dass die Autorin ihre Leser wiederholt direkt anspricht.