Long Bright River als Buch (gebunden)
PORTO-
FREI

Long Bright River

von Liz Moore
Roman. Originaltitel: Long Bright River.
Buch (gebunden)
Kundenbewertung: review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.3
Einst waren sie unzertrennlich, seit fünf Jahren sprechen sie nicht mehr miteinander, doch die eine wacht insgeheim über die andere. Jetzt aber ist die Lage bedrohlich geworden: Mickey, Streifenpolizistin in Philadelphia, findet ihre drogenabhängige … weiterlesen
Dieser Artikel ist auch verfügbar als:
Buch (gebunden)

24,00 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Long Bright River als Buch (gebunden)

Produktdetails

Titel: Long Bright River
Autor/en: Liz Moore

ISBN: 3406748848
EAN: 9783406748844
Roman.
Originaltitel: Long Bright River.
Übersetzt von Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Beck C. H.

27. Januar 2020 - gebunden - 413 Seiten

Beschreibung

Einst waren sie unzertrennlich, seit fünf Jahren sprechen sie nicht mehr miteinander, doch die eine wacht insgeheim über die andere. Jetzt aber ist die Lage bedrohlich geworden: Mickey, Streifenpolizistin in Philadelphia, findet ihre drogenabhängige Schwester Kacey nicht mehr auf den Straßen der Blocks, die sie kontrolliert und auf denen Kacey für ihren Konsum anschaffen geht.
Gleichzeitig erschüttert eine Reihe von Morden an jungen Prostituierten die von Perspektivlosigkeit und Drogenmissbrauch geplagte Stadt. In ihrem enorm spannenden Roman erzählt Liz Moore die Familiengeschichte von Mickey und Kacey und deren Entfremdung parallel zur Geschichte der Jagd nach einem Frauenmörder, die auch Mickey in große Gefahr bringt. Zugleich entwirft Liz Moore in diesem großen Roman das umwerfend authentische Porträt einer Stadt und einer Gesellschaft in der Krise.

Portrait

Liz Moore, geboren 1983, hat zunächst als Musikerin in New York gearbeitet und anschließend begonnen Romane zu schreiben. "Long Bright River" ist ihr vierter Roman, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Liz Moore hat für ihre Romane u. a. den Rome Prize erhalten. Sie lebt mit ihrer Familie in Philadelphia.



Ulrike Wasel und Klaus Timmermann arbeiten seit Jahrzehnten als Übersetzer in Düsseldorf.

Pressestimmen

"Man kann gar nicht aufhören zu lesen."
WDR4, Elke Heidenreich

"Das ist das richtige Buch zur richtigen Zeit. Es ist in all seiner realistischen Schilderung auch nicht etwa nur deprimierend: Das Gute ist nämlich, genau wie das Böse, nicht kleinzukriegen."
Kölner Stadt-Anzeiger, Elke Heidenreich

"Enorm spannender Roman... eine großartige emotionale Geschichte... sehr ergreifend erzählt."
Radio Mühlheim

"Als Thriller spannend, als Familienporträt dramatisch und als Stadtteil-Psychogramm erschütternd - eine echte Leseempfehlung."
n-tv.de Katja Sembritzki

"Fulminanter Roman (...)Besonders beeindruckend ist die Kulisse. Liz Moore beschreibt schonungslos, vor welchen Herausforderungen die amerikanische Gesellschaft angesichts eines massiven Drogenproblems steht."
Goslarsche Zeitung

"Liz Moore malt in ihrem exzellenten Roman "Long Bright River", der mehr Sozialdrama als Polizeiroman ist, ein großes, komplexes Frauenporträt, dem sie enorme Tiefe gibt, indem sie den Hintergrund, die Beziehungen, das Umfeld immer mächtiger und schwergewichtiger werden lässt."
Berliner Zeitung, Günther Grosser

"(Moore) zeichnet Charaktere, die den Leser berühren und ihn auch noch nicht loslassen, wenn er das Buch aus der Hand gelegt hat."
Landeszeitung für die Lüneburger Heide, Joachim Zießler

"Packend!"
Bild der Frau"

'Long Bright River' ist Krimi und Gesellschaftsroman, vor allem aber eine ausführliche psychologische Studie seiner Hauptfigur."
Süddeutsche Zeitung, Nicolas Freund

"Wochenlang fand sich der Genre-Bastard aus Thriller, Familienroman und Reportage in den US-Bestsellerlisten. (...) Für alle, die sich nicht in Lala-Unterhaltung flüchten, sondern sich für Familiendynamiken interessieren. Für Krimi-Fans. Und für Freunde von (unerwarteten) Happy Endings."
Focus Buchtipp

"Ein hoch emotionales Familiendrama (...) Moore baut ihren Roman geschickt auf, sie erzählt packend und aufwühlend. Ihre sprachliche Kraft und der einfühlsame Blick auf das Leben einer Polizistin machen 'Long Bright River' zu einem aus dem Genre hinausragenden Roman."
perlentaucher.de, Thekla Dannenberg

"(... )nur den Verhältnissen auf der Straße verpflichtet entsteht ein ernüchterndes Panorama der Stadt der brüderlichen Liebe, dem es gelingt, die Balance zwischen zolaschem Sozialdrama und wambaughschem Police Procedural zu halten."
Rolling Stone, Gunter Blank

"Liz Moore erzählt (...) von zwei ungleichen Schwestern, die im White-Trash-Milieu Philadelphias aufwachsen und sich dort gegen Armut und Männergewalt zu behaupten versuchen."
Brigitte Woman

"Ein herzerwärmender, ein sehr persönlicher Roman (...) ein großer Wurf."
RBB Radio Eins, Christian Koch

"So still und eindringlich und zugleich hoffnungslos wie in "Long Bright River" sind die Folgen der amerikanischen Opioidkrise noch in keinem Roman geschildert worden."
Deutschlandfunk Kultur, Kolja Mensing

"Ein sensibles, emotional aufwühlendes Porträt der Fitzpatrick-Schwestern, das Psychogramm einer dysfunktionalen Familie und ein atmosphärisch dichtes Großstadtpanorama der amerikanischen Gesellschaft."
Die Presse, Thomas Vieregge

"Ein großartiger feministischer Cop-Thriller."
Buch-Haltung.com, Marius Müller

"Auch ein Krimi für Nicht-Krimi-Leser (...) ich bin restlos begeistert."
hr2 Kultur, Nicole Abraham

"Ein eindrucksvoller Beleg über die Dimension erstklassiger Kriminalliteratur."
Kleine Zeitung, Werner Krause

"Es ist Gesellschaftsportrait; mitreißende, vielschichtige Familiengeschichte; Milieustudie, die bewegt und mitnimmt, nicht analysiert oder anklagt."
Generalanzeiger, Wolfgang Pichler

"Liz Moores Roman gehört zum Besten, was die Kriminalliteratur in den vergangenen Jahren zu bieten hatte."
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kai Spanke

"Ein Buch von emotionaler Wucht."
SPIEGEL, Marcus Müntefering

"Eindrücklich zeigt der Roman die Versehrtheit und Versehrbarkeit individueller Körper, Biogra

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 03.02.2020

Wo man zur Welt kommt, um zu scheitern

Zombies in der Zeitschleife: Liz Moore verknüpft in ihrem fulminanten Roman "Long Bright River" einen Kriminalfall mit der Geschichte einer kaputten Familie.

In den vergangenen drei Jahren sind in Philadelphia rund dreitausend Menschen an einer Überdosis gestorben. Vertreter des städtischen Gesundheitsamts schätzen, dass Zehntausende Einwohner süchtig nach Opioiden sind. Epizentrum der Krise ist ein Bezirk, welcher einst als Bastion der Arbeiterklasse bekannt war, inzwischen jedoch im Ruf steht, der größte Drogenmarkt der Ostküste zu sein - Kensington.

Nachdem 2017 die Rekordmarke von mehr als tausendzweihundert toten Junkies erreicht war, haben Vertreter der Stadt Initiativen gestartet, Maßnahmen ergriffen und Pläne geschmiedet, um die Misere in den Griff zu kriegen. Das magere Ergebnis: hundert Tote weniger im Folgejahr. Die Zahlen für 2019 liegen zwar noch nicht vor, aber von offizieller Seite lässt man verlauten, es sei kein großer Fortschritt zu erwarten.

Wer sich daranmacht, eine Geschichte zu erzählen, die in dieser Todeszone spielt, wandelt auf Sisyphos' Spuren. Denn in Kensington gleichen sich nicht nur die zugemüllten Brachflächen und verrammelten Fenster; auch die dort gestrandeten Fixer drehen sich irgendwann alle im selben Teufelskreis. Viele suchen einen Therapieplatz, schaffen es allerdings nicht, sich aus dem Netz deprimierender Wiederholungen freizukämpfen: Geld organisieren, Drogen beschaffen, ins Nirwana abdriften.

Die amerikanische Autorin Liz Moore, Jahrgang 1983, hat es auf sich genommen, für ihren vierten Roman "Long Bright River" in diesen Limbo zwischen Diesseits und Jenseits einzutauchen. Das Ergebnis gehört zum Besten, was die Kriminalliteratur in den vergangenen Jahren zu bieten hatte. Mickey, Anfang dreißig, arbeitet als Streifenpolizistin in Kensington. Sie hat das Zeug, nicht jedoch den Willen zur Ermittlerin, da sie während der täglichen Touren ihre kleine Schwester Kacey im Blick behalten möchte. Früher waren die beiden ein verschworenes Duo, heute reden sie nicht mehr miteinander. Kacey hat sich als Jugendliche ihre erste Überdosis gespritzt und findet seither keinen Weg aus jenem Abgrund zwischen Straßenstrich und Drogensucht, in dem sie langsam zu verschwinden droht. Dann ist sie eines Tages tatsächlich nicht mehr aufzufinden, während ein Serienkiller eine junge Prostituierte nach der anderen ermordet. Von hier an entfaltet sich die Story in zwei Richtungen: Zum einen blickt Mickey in die Vergangenheit und erzählt ihre nicht leicht zu verdauende Familiengeschichte, zum anderen schaut sie nach vorn, sucht ihre Schwester und jagt den Mörder.

Laufend stellt Moore ihr Gespür für Rhythmus und Sprachökonomie unter Beweis. Betritt Mickey ein ungeheiztes, verlassenes Haus, reicht eine gegen jede Intuition gebürstete Randbemerkung, um den Leser zu beunruhigen: "Kälte in geschlossenen Räumen ist meiner Meinung nach noch schneidender als die Kälte im Freien." Wenn sie anschließend Schritt für Schritt die Zimmer erkundet, entsteht der Eindruck, man verfolge Schnitt für Schnitt eine Filmsequenz.

Sie baut mehrere Sätze hintereinander gleich auf, wobei die daraus entstehende Monotonie signalisiert, dass bald der unweigerliche Kippmoment folgt: "In einem Badezimmer fehlen Klo und Wanne: Es sind nur noch zwei gähnende Löcher im Boden vorhanden. In einem Schlafzimmer sehe ich ein altes Sofa, einen Haufen Zeitschriften und gebrauchte Kondome herumliegen. In einem anderem liegt eine Matratze auf dem Boden, und an der Wand hängt eine Schiefertafel mit einer Kinderzeichnung."

Überhaupt die Kinder. Sie nehmen im Plot breiten Raum ein, sowohl konkret - Mickeys Verhältnis zu ihrem kleinen Sohn wird ausführlich geschildert - als auch metaphorisch: Nachdem der Roman mit einer Toten eingesetzt hat ("An dem Gleis entlang der Gurney Street liegt eine Leiche"), endet er mit der Geburt eines Babys ("Es öffnet den Mund. Es trinkt"). Gleichwohl beschreibt Moore damit keinen Bogen von furchtbarem Leid zu strahlender Hoffnung, denn das Neugeborene ist das Kind einer Heroinabhängigen.

Erst stößt es Klagelaute aus, dann kreischt es vor Schmerzen und erhält aus einer Pipette Medizin gegen die Entzugserscheinungen. Eine janusköpfige Szene, die uns daran erinnert, dass man in Kensington auf die Welt kommt, um zu scheitern. Wer sich wie Mickey dagegen auflehnt und tagein, tagaus den immer gleichen Kampf gegen Mörder und korrupte Kollegen kämpft, endet auf verlorenem Posten: "Mir fällt absolut niemand ein, den ich anrufen könnte, und schlagartig wird mir bewusst, wie unsäglich allein ich bin."

Dazu trägt entscheidend bei, dass sich die Figuren zum großen Teil an Nicht-Orten aufhalten. Mit diesem Begriff bezeichnet der französische Ethnologe Marc Augé Räume, die kaum zum Verweilen einladen, sondern als Durchgangsstationen fungieren. Es fehlt ihnen an Profil und Identität, sie sind anonym und lösen beim Besucher das Gefühl aus, zu vereinsamen. Verlassene Häuser, in denen sich Junkies einen Schuss setzen, das Polizeiauto, dessen Insassen sich während des Dienstes ausgeliefert sind, oder die McDonald's-Filiale, wo Mickeys Sohn seinen Geburtstag feiert: Moore versteht es vorzüglich, mit Hilfe des Schauplatzes die Stimmung herunterzuregeln. Schon nach wenigen Seiten mag der Leser Aristoteles' berühmtem Diktum nicht mehr beipflichten, wonach wir uns über den Zustand des Barbarentums erheben, sobald wir in der Stadt leben.

Die von Moore erzählte Geschichte spielt an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit, sie ist bevölkert von bestimmten Figuren, die bestimmten Beschäftigungen nachgehen. Und doch wirkt das Geschehen wie eine perfekt komponierte Allegorie. Einmal sagt Kacey, Drogensucht fühle sich an wie eine Zeitschleife. Was sie verschweigt, ist, dass sie erst dann wirklich in Unendlichkeit aufgehoben sein wird, wenn sie stirbt. Für Mickey ist ihre Schwester längst eine Art Zombie: "Es fällt mir im Grunde sogar schwer, mir Kacey nicht tot vorzustellen." So handelt der Roman im Kern von dem verzweifelten Versuch, das erlöschende Lebenslicht einer wandelnden Toten wieder anzufachen.

KAI SPANKE

Liz Moore: "Long Bright River". Roman.

Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

C. H. Beck Verlag,

München 2020.

414 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Julia W.
von Julia W. - Hugendubel Buchhandlung Mainz Am Brand - 10.04.2020
Wenn ich solche Bücher lese, bin ich immer froh und dankbar um mein behütetes Leben mit meiner Otto-Normal-Familie (und das meine ich rundum positiv)! Atemlos fliegt man hier durch die Seiten und verfolgt die Geschichte der beiden ungleichen Schwestern. Sehr spannend und gleichzeitig sehr ans Herz gehend. Tolles Buch!
Bewertungen unserer Kunden
Ergreifende Familiengeschichte und packender Thriller in einem
von Manfred Fürst - 07.07.2020
jetzt 2018. Stadtviertel Kensington in Philadelphia. Das Cover zeigt die Benjamin Franklin Bridge über den Delaware River, den Long Bright River. Dort spielt sich eine Familiengeschichte ab, mit bedrückend erschütternden Rückblicken in die Kindheit zweier Schwestern -damals: von Mickey, der 32 Jahre alten Streifenpolizistin und ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester Kacey und deren Entfremdung, weil Mickey Kacey mehrmals festgenommen hatte; sie sprechen seit fünf Jahren nicht mehr miteinander. Kacey ist verschwunden. Parallel zur Geschichte die gefährliche Jagd nach einem Frauenmörder. Zutiefst verstörendes und zugleich trauriges Schlaglicht auf den Mikrokosmos Familie und das urbane kriminelle Philadelphia, spannend, geschickt konstruiert und einfühlsam erzählt mit einer psychologischen Studie der alleinerziehenden Mickey. Geschliffenes Deutsch durch beste Übersetzung auf einem sehr hohen literarischen Niveau. Extraklasse.
Zwei Schwestern
von Kaffeeelse - 20.05.2020
Jetzt hatte ich wieder ein Knallerbuch in meinen Händen/vor meinen Augen. Eines von der Sorte, welches man nicht wieder weglegen kann, welches einen absolut fesselt. Ein Buch von der Sorte, wo man sich zwingen muss um 3:00 Uhr die Nachtischlampe auszumachen, obwohl man am nächsten Tag früh raus muss. Gerade jetzt ein Must Have, wie ich finde! In Long Bright River geht es um die Schwestern Mickey und Kacey aus einem etwas herunter gekommenen Viertel von Philadelphia, höchst unterschiedliche Frauen, die aber eines vereint, eine mit vielen Traumata behaftete Familiengeschichte, nun haben aber beide verschieden darauf reagiert, die eine, Mickey, wurde Streifenpolizistin und die andere, Kacey, rutschte ab. Drogen und Prostitution bilden den Rahmen für Kaceys weiteres Leben. Mickey hingegen versucht ein auf festen Pfeilern ruhendes Leben zu führen, aber einige Pfeiler sind nicht ganz so solide und bröckeln und nach und nach entsteht ein Bild einer zerrütteten Familie. Hier gibt es keine guten und keine schlechten Menschen, jeder trägt verschiedenes in sich und gerade diese Betrachtungsweise macht dieses Buch sehr authentisch. Dieses Buch ist einerseits eine wendungsreiche Kriminalgeschichte um die Morde an jungen Frauen und gleichzeitig eine absolut berührende Familiengeschichte und genauso ist dieses Buch eine Gesellschaftskritik, ein Blick auf die Drogenprobleme vieler Menschen in den USA. Etwas, was sehr mitnimmt, gerade wenn man den Titel des Buches und seine Erklärung im Text findet. Das ist etwas, was große Problematiken für dieses Land und seine Bewohner mitbringt, etwas, wo man sich gerade jetzt fragt, was passiert mit diesen Menschen in der Corona-Zeit? Und wo man hofft, dass der Großteil der Menschen in den USA endlich wach wird und dementsprechend wählt. Aber wenn man sich hierzulande umschaut, bekommt man es auch mit der Angst zu tun und fragt sich, wo der gesunde Menschenverstand mancher Mitmenschen abgeblieben ist! Die Spannung und der Sog des Buches waren riesig! Liz Moore ist definitiv ein Ausnahmetalent und ich bin sehr neugierig, was noch alles von dieser genialen Autorin zu uns kommt! Also, bitte unbedingt lesen!!!
Zwei unterschiedliche Leben, die die Straße vereint
von Sikal - 15.02.2020
Mickey ist Streifenpolizistin in einem Teil Philadelphias. Genau dort wo ihre drogenabhängige Schwester Kacey zum Teil lebt und anschaffen geht, um sich ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Seit fünf Jahren sprechen die beiden kein Wort mehr miteinander - und trotzdem achtet Mickey auf die jüngere Kacey. Als immer mehr Morde an jungen Prostituierten geschehen und Kacey verschwunden zu sein scheint, macht sich Mickey große Sorgen und weiß letztendlich nicht mehr, wem sie noch vertrauen kann. Immer tiefer verstrickt sie sich in ein Gewirr aus Gewalt, Drogen, Heimlichkeiten, Hoffnungslosigkeiten, Lügen und dem unbestimmten Verlangen, den Mörder zu finden. Sie bringt sich und ihren kleinen Sohn in große Gefahr und findet doch so etwas wie Familie. Die Autorin Liz Moore war zunächst Musikerin in New York bevor sie Schriftstellerin wurde. "Long Bright River" ist ihr vierter Roman, der in mehrere Sprachen übersetzt wurde. Sie schafft es mit ihrem Schreibstil zu fesseln, punktet mit authentischen Dialogen und - trotz den schwierigen Milieus - mit sympathischen Charakteren. Erst nach und nach eröffnet sich die schwierige Vergangenheit der beiden Schwestern, der Grund für deren Zerwürfnis und man bekommt Verständnis für so manches Verhalten. Der Roman ist aus der Perspektive von Mickey geschrieben und so erhält man einen etwas einseitigen Einblick. Mickey ist bemüht, dass ihre Familiengeschichte ein Geheimnis bleibt und sie alleine mit der Situation zurechtkommt. Sie lernt im Laufe der Zeit, dass man durchaus Menschen vertrauen kann und sich helfen lassen darf. Bei Mickey merkt man ihre innere Zerrissenheit, die herausfordernde Arbeit, die sie anzweifelt und auch das oftmalige Sterben ihrer kleinen Schwester, das sie auslaugt. Eine Geschichte, die während des Lesens nicht kalt lässt und noch enorm nachhallt. 4 Sterne
Fesselnde Mischung aus Gesellschaftskritik, Familien- und Kriminalgeschichte
von booklover2011 - 09.02.2020
Inhalt (dem Klappentext entnommen): Einst waren sie unzertrennlich, seit fünf Jahren sprechen sie nicht mehr miteinander, doch die eine wacht insgeheim über die andere. Jetzt aber ist die Lage bedrohlich geworden: Mickey, Streifenpolizistin in Philadelphia, findet ihre drogenabhängige Schwester Kacey nicht mehr auf den Straßen der Blocks, die sie kontrolliert und auf denen Kacey für ihren Konsum anschaffen geht. Gleichzeitig erschüttert eine Reihe von Morden an jungen Prostituierten die von Perspektivlosigkeit und Drogenmissbrauch geplagte Stadt. In ihrem enorm spannenden Roman erzählt Liz Moore die Familiengeschichte von Mickey und Kacey und deren Entfremdung parallel zur Geschichte der Jagd nach einem Frauenmörder, die auch Mickey in große Gefahr bringt. Zugleich entwirft Liz Moore in diesem großen Roman das umwerfend authentische Porträt einer Stadt und einer Gesellschaft in der Krise. Meinung: Der bildhafte, fesselnde und detailreiche Schreibstil liest sich leicht und flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Mickey geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann. Die authentischen Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen sowie Gefühlen sehr gut dargestellt und beschrieben worden, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufühlen, mitzufiebern und mitzuleiden. Auch die Nebencharaktere sind sehr gut dargestellt worden, vor allem Mrs. Mahon und der kleine Thomas haben mich schnell für sich gewonnen. Bereits nach wenigen Seiten war ich völlig von der Geschichte um Mickey und ihre Familie gefesselt. Stück für Stück erfährt man mehr über sie, ihre Schwester Kacey und die Familiengeschichte. Beide sind auf ihre Art stark und beide machen Fehler, was sie umso menschlicher und authentischer macht. Insbesondere durch die Rückblicke in die Vergangenheit der beiden setzt sich das Bild für den Leser mehr und mehr zusammen. Doch nicht nur bei Mickey und ihrer Familiengeschichte gibt es unerwartete Wendungen, die einen das Buch nicht aus der Hand legen lassen, sondern auch der Kriminalfall ist spannend und lädt zum Rätselraten ein, auch wenn er die Nebenrolle in der Geschichte spielt. Man spürt die Authentizität, auch bei der Suchtthematik im Buch, die die Autorin einem schonungslos vermittelt und so bei all den verschiedenen, behandelten Themen zum Nachdenken anregt. Ein fesselnder Mix aus Familien- und Kriminalgeschichte sowie Gesellschaftskritik, doch egal welche Worte ich finden würde, sie werden diesem Buch nicht gerecht. Unbedingt einen Blick in die Leseprobe werfen und sich von dieser Geschichte fesseln lassen. Ganz klar 5 von 5 Sternen. Fazit: Ein schonungsloser und schmerzhafter Blick auf eine Familie, aber auch ein Stadtviertel und dessen Bewohner, die immer mehr im Drogensumpf und der Kriminalität versinken.
Lesenswert
von MadameEve - 05.02.2020
Long Bright River - Liz Moore / Verlag C.H. Beck / Hardcover / 414 Seiten Meine Meinung: Es ist eine sehr interessante und emotional bewegende Geschichte. Es handelt sich hier nicht um einen normalen Kriminalroman, sondern hier steht auch eine Familiengeschichte sehr im Vordergrund. Neben der Mordserie und den Ermittlungen, sucht Mickey nach ihrer Schwester, dabei wechselst sich die Handlung von Vergangenheit zum heutigen Geschehen ab. Mickey versucht ihre Rolle als Mutter, Schwester und Polizistin unter einen Hut zu bringen, besondere Hilfe bekommt sie nicht, so ist ihr Exfreund und Vater des Sohnes eine Enttäuschung, da dieser sich nicht mehr um ihren gemeinsamen Sohn kümmert. Der Schreibstil ist recht nüchtern, allerdings vielleicht auch gut so bei Themen wie Drogen und Prostitution. Man liest auch über einige Längen hinweg, doch die Geschichte um die verschwundene Schwester und Familiengeheimnisse hält den Spannungsbogen aufrecht. Der Roman ist ein interessanter Mix aus Krimi, Milieustudie und Familiendrama. Er klärt auf und bewegt den Leser, sich vielleicht noch mehr über gewisse Dinge zu informieren. Er konnte mich überzeugen und daher vergebe ich gerne 4 Sterne. Das Cover ist sehr schön und passt zum Buch. Fazit: Bewegend, nachdenklich machend mit gewissen Spannungselementen.
Beeindruckendes Zusammenspiel aus Familien-, Kriminalgeschichte und Milieustudie
von Ro_Ke - 04.02.2020
Mich hat an "Long Bright River", der erste ins Deutsche übersetzte Roman der Autorin Liz Moore, das vielversprechende Zusammenspiel aus Familienroman, Kriminalgeschichte und Milieustudie angesprochen und dieses ist ihr auf allen Ebenen eindrucksvoll geglückt. Liz Moore ließ mich auf zwei Zeitebenen die, seit ihrer Kindheit/Jugend bereits problembehaftete Beziehung der Schwestern Mickey (Streifenpolizistin) und Kacey (drogenabhängige Prostituierte) begleiten und auch wenn ich den Schreibstil als eher unaufgeregt beschreiben würde, gelingt es ihr, den Verlauf ihrer Entfremdung im "Damals", sowie die durch eine Mordserie ausgelöste Suche nach Kacey im "Jetzt", mit stets greifbaren Emotionen und sehr plastischen Bildern auszustatten, so dass für die beiden konträren Lebenswege ein stimmiges Gesamtbild entsteht und zudem eine starke Nähe zu Figuren/Geschehen aufgebaut wird. Das Gesellschaftsbild der Stadt Philadelphia bzw. ihres Drogenviertels Kensington wird von Liz Moore, im Rahmen der Jagd nach einem Frauenmörder, sehr authentisch und vielschichtig vorgestellt und sie macht damit gleichzeitig auch auf etwaige Missstände aufmerksam. Mich hat der Verlauf der Handlung, bei dem es oft zu spannenden und überraschenden Wendungen kommt, insgesamt sehr beeindruckt und vor allem haben mich die "falschen Abzweigungen" in Kaceys Leben und welche Rolle dabei auch das Gewicht von falsch gewählten Worten spielt, sehr nachdenklich gemacht. Ich möchte deshalb hier eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen!
Elend und Trostlosigkeit in den Straßen Philadelphias
von EOS - 04.02.2020
Natürlich fällt einem sofort Bruce Springsteens Song Streets of Philadelphia ein, wenn man dieses Buch liest, denn dort spielt der Großteil der Handlung in diesem Roman. Mickey ist eine Streifenpolizistin, die dauernd auf den Straßen unterwegs ist, einerseits weil sie ihren Job erfüllen will, aber gleichzeitig sucht sie auch die Straßen ab auf der Suche nach ihrer Schwester Kacey, die seit einiger Zeit verschwunden ist und und zu der sie schon lange keinen Kontakt mehr hat. Trotzdem empfindet sie Fürsorgepflicht für ihre kleine Schwester, denn diese ist abgedriftet in das Drogenmilieu und damit verbunden in die Prostitution. So lernen wir die Straßen Philadelphias kennen, und ich muss sagen, dass ich sehr überrascht war, denn was einst Vorzeigecharakter hatte, z.B. der schöne Stadtteil im Kolonialstil Kensington, scheint total runtergekommen zu sein. Philadelphia war einst sogar Hauptstadt der USA, die zweitgrößte Stadt an der Ostküste. Aber auch das soziale Milieu, in dem Mickey und Kacey aufgewachsen sind, ist sehr ergreifend beschrieben. Das System der Familie funktioniert nicht mehr, die Mutter starb den Drogentod, der Vater (auch drogenabhängig) fühlte sich nicht verantwortlich, so wuchsen beide unter dem harten und lieblosen Regiment der Großmutter auf, mit vielen Entbehrungen. Es war für mich erschreckend zu lesen, mit welchem Outfit die Oma die arme Mickey ins Theater gehen lässt. Mobbing vorgrammiert! Damals hat die bei Mitschülern beliebte Kacey ihrer großen Schwester oft aus prekären Situationen geholfen , und deshalb möchte Mickey nun ihrer Schwester helfen, aber wo ist sie? Mickey gehört nur noch am Rande zur Großfamilie, denn als Polizistin kann man ihr nicht mehr trauen, und man unterstellt ihr auch Hochmut. Die Autorin hat die Verwandtentreffen, die voller Ablehnung und Misstrauen sind, sehr atmosphärisch beschrieben. Man kommt sich vor wie ein unsichtbarer Teilnehmer dieser Szenen. Das hat mir sehr gut gefallen. Gleichzeitig ist im Geschehen auch noch ein Kriminalfall eingebunden, denn es werden mehrere junge Prostituierte ermordet und stets befürchtet Mickey, dass eines der Opfer ihre Schwester sein Könnte. Mickey ermittelt oft im Alleingang und begibt sich in so manche gefährlich Situation. Sie weiß bald nicht mehr, wem sie wirklich trauen kann und wer sie auf eine falsche Fährte locken will. Sogar Ihr Chef wirkt suspekt und gibt ihr keine Unterstützung. So fühlt sie sich sehr allein und im Stich gelassen, aber aus Liebe zu ihrer Schwester geht sie bedrohliche Risiken ein. Mir tut sie in dieser Situation sehr leid, denn sie wirkt sehr gestresst und ängstlich und bräuchte dringend Beistand. Aber aufgrund ihrer empathielosen Kindheit ist sie nicht fähig, sich gegenüber anderen Menschen zu öffnen. Das Misstrauen ist zu groß. Sie steht sich damit selbst im Wege, kann aber nicht über ihren Schatten springen. Die Autorin erzählt aus Mickeys Perspektive, so dass wir viel über ihre Gefühlswelt und ihre Gedanken erfahren. Durch die abwechselnde Kapitelunterteilung in Früher und Jetzt setzt sich nach und nach eine Biographie der jungen Polizistin zusammen. Das Buch hat mir äußerst gut gefallen, da es so vielfältig ist: Krimi, Sozialstudien, Landeskunde....Es ist spannend geschrieben in einem flüssigen und leichten Stil. Ich habe die über 400 Seiten in drei Tagen gelesen, jede freie Minute genutzt, da es mich so in seinen Bann gezogen hat. Der Roman ist voller Überraschungen und Wendungen, sehr fesselnd, sicher eines der Highlights im Jahr 2020. Sehr empfehlenswert!
Ein Buch, das man nicht mehr weglegt
von Sursulapitschi - 04.02.2020
Schade, vorbei, denke ich gerade und das denkt man nur bei den richtig guten Büchern. Das hier ist eins, ein Krimi mit Mehrwert, der eine Mordserie aufklärt, aber auch eine fesselnde Milieustudie bietet und dazu noch die anrührende Geschichte zweier Schwestern. Während Kacey, wie schon ihren Eltern, tief im Drogenmilieu landet, hat es Mickey geschafft. Sie ist Polizistin geworden und kontrolliert die Straßen Kensingtons, wo Junkies in abbruchreifen Häusern im Müll leben. Gelegentlich treffen sie aufeinander und benehmen sich wie Fremde, dabei waren sie als Kinder ein Herz und eine Seele. Als plötzlich mehrere junge Prostituierte tot aufgefunden werden, macht Mikey sich Sorgen. Kacey scheint verschwunden zu sein. Neben den aktuellen Geschehnissen blickt man immer wieder in die Kindheit der beiden Schwestern, ist dabei, wie sie sich auseinandergelebt haben und beide Schicksalsschläge hinnehmen mussten. Nach und nach klären sich die Rätsel. Wie kommt Mickey zu einem Sohn? Wer ist der Vater? Was hat die beiden auseinandergebracht? Und über allem schwebt die verhängnisvolle Frage: Wo ist Kacey? Lebt sie noch? Ich kann gar nicht genau den Finger darauf legen, was dieses Buch richtig macht, aber man fängt an und hört nicht mehr auf, obwohl gar nicht so sehr viel passiert. Die Sprache ist schön, ohne zu anspruchsvoll zu sein und schafft direkt Atmosphäre. Man ist nah dran an den Figuren, leidet mit und rätselt, wie denn wohl alles zusammenpassen mag. Zum Ende hin wird es sogar noch nervenzerfetzend. Meistens bin ich skeptisch, wenn ein Buch so durch die Bank gelobt wird, aber hier kann ich nur zustimmen: Es ist ein toll erzählter Pageturner, der ohne große Action fesselt und berührt. Dicke Empfehlung.
Familiendrama
von Anonym - 03.02.2020
Der Sprachstil der Autorin ist leicht verständlich und mit ihrer ruhigen und unaufgeregten Erzählweise startete ich entspannt ins Buch. Allerdings fehlten mir mit zunehmender Lesedauer leider die fesselnden Wendungen. Klar, es gibt einige Enthüllungen, aber keine kam wirklich unerwartet oder war sonderlich überraschend. Die Geschichte wird aus Mickeys Perspektive erzählt. Man taucht durch den Schreibstil, der perfekt mit ihrer Wesensart harmoniert, völlig in ihre Persönlichkeit ein. Dies kreiert ein ganz besonderes Bild ihres Charakters und schafft eine Handlung, die sehr realitätsgetreu wirkt. So bekommt man einen sehr guten Einblick in die Lebensumstände des Stadtteils, was zum Nachdenken anregt. Leider standen die Mordermittlungen sehr stark im Hintergrund. Der Familiengeschichte an sich und der Beschreibung des Drogenmilieus und seiner Hintergründe wird sehr viel mehr Raum gewidmet. Fazit Ein ruhiges, unaufgeregtes Buch mit interessantem Schreibstil, das mich allerdings nur bedingt fesseln konnte. Als Familiendrama einzuordnen. Trotz der fehlenden Spannungselemente eine lockere und angenehme Lektüre.
von dorli - 03.02.2020
In ihrem Roman "Long Bright River" nimmt Liz Moore den Leser mit nach Kensington, einem Stadtteil der US-Metropole Philadelphia. Kensington ist ein Problembezirk. Die Kriminalitätsrate ist hoch, Drogenhandel und Prostitution sind hier Alltag und prägen das Stadtbild. Hintergrund für diesen genauso bewegenden wie spannenden Roman ist die Opioidkrise in den USA - eine gesellschaftliche Tragödie, die mittlerweile ein solches Ausmaß angenommen hat, dass sie als medizinischer Notstand gilt. Die 33-jährige Streifenpolizistin Mickey ist in Kensington aufgewachsen. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Kacey wurde sie von ihrer Großmutter aufgezogen, einer verbitterten Frau, die nie über den Drogentod ihrer Tochter hinweggekommen ist und deshalb weder die Kraft noch den Willen hatte, ihren Enkelinnen die Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken, die sie gebraucht hätten. Während die stille, fast schüchterne Mickey die Kurve kriegt, gerät die wilde, unternehmungslustige Kacey auf die schiefe Bahn. Sie nimmt Drogen, dealt und prostituiert sich. Als Kinder und Jugendliche haben die Schwestern sich gegenseitig beschützt. Obwohl der Lebensweg der beiden so gänzlich unterschiedliche Richtungen eingeschlagen hat und sie seit Jahren nicht mehr miteinander reden, hat Mickey auch heute noch immer ein Auge auf Kacey, wenn sie auf Streife durch den Bezirk fährt. Als ein Serienmörder, der es auf Prostituierte abgesehen hat, in den Straßen Kensingtons sein Unwesen treibt und Kacey zeitgleich spurlos verschwindet, macht Mickey sich auf eine nicht ungefährliche Suche nach ihrer Schwester¿ Liz Moore gewährt dem Leser durch die Augen der Streifenpolizistin und alleinerziehenden Mutter Mickey Einblick in eine Welt, die mit den verheerenden Auswirkungen von Drogenhandel und -konsum zu kämpfen hat und die Probleme nicht in den Griff kriegt. Die Autorin schildert dabei nicht nur die Trostlosigkeit des Viertels und die Perspektivlosigkeit und Resignation der Bevölkerung, sie vermittelt auch, woher die Probleme kommen und warum es für den Einzelnen so schwer ist, die ständige Abwärtsspirale zu stoppen und dem Elend zu entkommen. Der Roman ist aber nicht nur ein mitreißendes Gesellschaftsporträt, sondern wird durch die verzweifelte Suche nach Kacey, den aufschlussreichen Rückblenden in die Kindheit und Jugend der Schwestern sowie Mickeys Spagat zwischen Berufsleben und dem Wunsch, ihrem kleinen Sohn ein liebevolles Zuhause zu bieten, gleichzeitig zu einer dramatischen Familiengeschichte. Obwohl es sich bei diesem Roman nicht um einen Krimi handelt und die Ermittlungen in den Mordfällen nur eine untergeordnete Rolle spielen, ist für reichlich Spannung gesorgt, weil es Liz Moore gelingt, beim Leser den Eindruck zu erwecken, dass der Täter aus Mickeys Umfeld stammt und sie sich deshalb in ständiger Gefahr befindet. "Long Bright River" hat mir sehr gut gefallen - ein fesselnder, sehr tiefgründiger Roman, der mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigt hat. Absolute Leseempfehlung.
Fesselndes, facettenreiches Buch
von bc - 03.02.2020
Kensington, Philadelphia. Die alleinerziehende Streifenpolizistin Mickey tut ihren Dienst in einem von Drogen, Gewalt und Prostitution dominierten Stadtviertel. Sie arbeitet trotz aller Umstände gerne dort und das nicht nur, weil sie so immerhin ihre drogenabhängige Schwester Kacey, mit der sie seit Jahren nicht mehr spricht, immer wieder sieht. Plötzlich ist sie verschwunden. Die Situation verschärft sich durch einen Frauenmörder, der im Viertel umgeht. Die Geschichte zweier Schwestern, die eines Viertels, dass immer mehr in den Abgrund zu rutschen scheint und dazu ein Mörder, der Prostituierte des Viertels tötet. Wie alles zusammenhängt und wie die Autorin die fesselnde Geschichte konstruiert ist beeindruckend. Da sind die Schwestern, deren Mutter stirbt, als sie klein sind. Sie werden von ihrer wenig liebevollen Großmutter erzogen und entwickeln sich in völlig verschiedene Richtungen. Während sich die jüngere Kacey im Drogensumpf verliert, wird Mickey Polizistin. Die Schwestern, die früher eine Einheit bildeten haben sich auseinander gelebt. Mickey ist eine alleinerziehende Mutter mit einem fordernden Job und ist entsprechend gestresst und vergeht fast vor schlechtem Gewissen ihrem Sohn gegenüber. Trotzdem mag sie ihren Job, wenn sie auch jeden Tag fürchten muss ihre Schwester tot aufzufinden. Jetzt mehr denn je - denn es werden Frauen des Viertels getötet und ihre Schwester ist spurlos verschwunden. Mickey ermittelt, koste es was es will¿ Kapitel "damals" und "heute" wechseln sich ab und so entwickelt sich nach und nach ein Gesamtbild, ausgehend von der Kindheit der Schwestern bis heute. Es erklärt, wie sich die Geschichte entwickelt und wie die Schwestern zu den Personen geworden sind, die sie heute sind - zumindest aus Mickeys Sicht. Da sie sehr objektiv auch ihre eigenen Fehler und Versäumnisse schildert, eine gelungene Art die Geschichte zu erzählen. Der Fall mit all seinen Auswirkungen - ich möchte hier nicht zu viel verraten - ist spannend und scheint authentisch. Wie die Drogenkrise das Viertel und Familien zugrunde richten kann, wird anschaulich geschildert. Ein fesselndes Buch, denn es beschreibt nicht nur die Entwicklung eines Stadtviertels, welches bekanntermaßen kein sogenanntes "gutes Viertel" ist. Außerdem ist es eine Art Familiendrama, garniert mit einem interessanten wie spannenden Kriminalfall. Ein rundum interessantes Buch, welches ich gerne empfehle.
Beeindruckendes Buch
von Elchi130 - 02.02.2020
Zwei Schwestern, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Micky ist Streifenpolizistin, ihre Schwester Kacey eine rauschgiftsüchtige Stricherin. Eines Tages verschwindet Kacey, keiner scheint zu wissen, was mit ihr passiert ist. Zeitgleich beginnt eine Mordserie an drogensüchtigen Prostituierten. Micky setzt alles daran, ihre Schwester zu finden, und dass, obwohl sie seit 5 Jahren nicht mehr miteinander reden. Liz Moore zeichnet ein düsteres Bild des Viertels Kensington. Dieser Stadtteil von Philadelphia besteht aus vielen abbruchreifen Häusern, ist heruntergekommen und jeder kennt Menschen, die der Sucht erlegen sind. Das alles schildert sie so eindringlich, dass ich die Stadt in all ihrem Elend, mit den vielen mit Drogen vollgepumpter Menschen vor mir sehen konnte. Micky wurde sehr eindringlich beschrieben. Sie ist eine zerrissene Person, die eine gute Polizistin, gleichzeitig eine gute Mutter für ihren 4 Jahre alten Sohn sein will und zudem in ihrer Verbundenheit zur drogensüchtigen Schwester gefangen ist. Micky schildert auf einer zweiten Zeitebene in Rückblenden ihre Kindheit und Jugend bei der Großmutter, die die beiden Mädchen nach dem Drogentod der Mutter aufgezogen hat. Micky war schüchtern und sozial unbeholfen. Ihre Schwester das genaue Gegenteil. Kacey stand immer im Mittelpunkt, hatte jede Menge Freunde und ließ sich nichts gefallen. Die beiden Schwestern waren in ihrer Kindheit sehr eng miteinander verbunden. Doch das war einmal. Das Buch hat mich beeindruckt, weil die Geschichte so oder so ähnlich im wahren Leben stattfinden könnte. Liz Moore hat es geschafft, eine eindrucksvolle Erzählung zu liefern. Mit Personen, die nicht einfach gestrickt, sondern voller Brüche und Widersprüche sind. Die Kriminalgeschichte bildet nicht den Mittelpunkt der Handlung, wird jedoch geschickt in den Roman eingebunden und mit dem sonstigen Geschehen verknüpft. Die Spannung entsteht durch das Porträt der Stadt und das Bild der Personen, die in ihr Leben. Die Erzählweise ist kraftvoll und ausdrucksstark, wirkt zudem sehr realistisch und dadurch deprimierend. Mich hat schon lange kein Buch mehr so gefangen genommen und fasziniert. Ein absolutes Highlight.
Philadelphia zwischen Drogen und Prostitution - die Geschichte zweier Schwestern
von Lialuna - 02.02.2020
Long Bright River spielt in einem von der Drogen Krise erschütterten Stadteil Philadelphias und erzählt die Geschichte zweier Schwestern. Mickey ist Polizistin und wird jeden Tag mit dem Elend auf der Straße konfrontiert. Kacey ist selbst Teil dieses Elends, sie ist drogenabhängig und prostituiert sich. Als eine grausame Mordserie beginnt, macht Mickey sich immer mehr Sorgen um ihre Schwester, die seit einem Monat niemand mehr gesehen hat. Die Kapitel erzählen abwechselnd von damals in der Kindheit und Jugend der Protagonistinnen und heute . Nach und nach erfährt der Leser, wie Mickey und Kacey aufgewachsen sind und wie sie wurden, was sie sind. Long Bright River ist ein spannender Krimi und ein nachdenkliches Familiendrama zugleich. Beide Seiten des Buches haben mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist aktuell und zugleich zeitlos. Sie zeigt, wie die Erlebnisse der Kindheit sich auf das ganze Leben auswirken und was die Sucht mit Menschen und ihren Familien macht. Liz Moore hat starke, lebendige Charaktere erschaffen. Ihr Stil ist ruhig und prägnant und dennoch intensiv und mitreißend. Das Buch hat mich gefesselt und zum nachdenken gebracht, ich konnte es stellenweisenkaum es aus der Hand legen. Eine klare Leseempfehlung von mir.
Ein erstklassiges Lesehighlight - bitte mehr davon!
von MeRei - 01.02.2020
Eine Geschichte zweier Schwestern, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Roman Long Bright River spielt in Kensington, einem Stadteil von Philadelphia. Hier stehen Kriminalität, Drogen und Prostitution an der Tagesordnung. Liz Moore erzählt die Geschichte zweier Schwestern, Mickey und Kacey, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mickey ist Streifenpolizisten, alleinerziehend und lebt eher zurückgezogen. Ihr Einsatzort sind die Straßen von Kensington mit all ihren Facetten. Kacey war immer die Aufgeschlossenere, eher wild und abenteuerlustig. Vielleicht war es vorhersehbar, dass Kacey ins Drogenmilieu abrutscht und sich schließlich prostituiert um ihre Drogen zu finanzieren!? Doch eins steht fest, Mickey kann und will Kacey nicht aufgeben und so hält sie während ihres Polizeidienstes immer die Augen nach Kacey offen. Eines Tages jedoch gibt es keine Spur, kein Lebenszeichen mehr von Kacey. Was hat das zu bedeuten? Hat etwa der Frauenmörder zugeschlagen, der derzeit sein Unwesen im Viertel treibt? Der Roman wird aus Mickey¿s Perspektive in Ich-Form erzählt. Die Erzählperspektive wechselt zwischen damals und jetzt, so dass der Leser nach und nach den Einblick in das Leben der beiden Schwestern erhält. Wie war die Kindheit, warum kam es zum Bruch zwischen ihnen, welche Rolle spielen Drogen und warum ist sich die Familie uneins? Liz Moore beschreibt das Viertel, die Situation von Junkies und Dealern, aber auch den Streifendienst realistisch und ungeschönt. Die Charaktere, ob gut oder böse, sind lebensecht dargestellt. Long Bright River ist mehr als ein Gesellschafts-oder Familienroman für mich. Das Buch ist spannend und mitreißend geschrieben und lässt den Leser in dunkle Machenschaften, Familien- und Gesellschaftsprobleme abtauchen. Das Buch hat durchaus Krimicharakter und lädt zum Miträtseln ein. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt! Mir hat der Schreibstil auf Anhieb gefallen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. In diesem Buch stimmt wirklich alles!! Auch das Cover ist absolut passend gewählt und gefällt mir wahnsinnig gut! :-) Ein erstklassiges Lesehighlight, 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!!! Bitte mehr davon!
Ein erstklassiges Lesehighlight - bitte mehr davon!
von MeRei - 01.02.2020
Eine Geschichte zweier Schwestern, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Roman Long Bright River spielt in Kensington, einem Stadteil von Philadelphia. Hier stehen Kriminalität, Drogen und Prostitution an der Tagesordnung. Liz Moore erzählt die Geschichte zweier Schwestern, Mickey und Kacey, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mickey ist Streifenpolizisten, alleinerziehend und lebt eher zurückgezogen. Ihr Einsatzort sind die Straßen von Kensington mit all ihren Facetten. Kacey war immer die Aufgeschlossenere, eher wild und abenteuerlustig. Vielleicht war es vorhersehbar, dass Kacey ins Drogenmilieu abrutscht und sich schließlich prostituiert um ihre Drogen zu finanzieren!? Doch eins steht fest, Mickey kann und will Kacey nicht aufgeben und so hält sie während ihres Polizeidienstes immer die Augen nach Kacey offen. Eines Tages jedoch gibt es keine Spur, kein Lebenszeichen mehr von Kacey. Was hat das zu bedeuten? Hat etwa der Frauenmörder zugeschlagen, der derzeit sein Unwesen im Viertel treibt? Der Roman wird aus Mickey¿s Perspektive in Ich-Form erzählt. Die Erzählperspektive wechselt zwischen damals und jetzt, so dass der Leser nach und nach den Einblick in das Leben der beiden Schwestern erhält. Wie war die Kindheit, warum kam es zum Bruch zwischen ihnen, welche Rolle spielen Drogen und warum ist sich die Familie uneins? Liz Moore beschreibt das Viertel, die Situation von Junkies und Dealern, aber auch den Streifendienst realistisch und ungeschönt. Die Charaktere, ob gut oder böse, sind lebensecht dargestellt. Long Bright River ist mehr als ein Gesellschafts-oder Familienroman für mich. Das Buch ist spannend und mitreißend geschrieben und lässt den Leser in dunkle Machenschaften, Familien- und Gesellschaftsprobleme abtauchen. Das Buch hat durchaus Krimicharakter und lädt zum Miträtseln ein. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt! Mir hat der Schreibstil auf Anhieb gefallen und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. In diesem Buch stimmt wirklich alles!! Auch das Cover ist absolut passend gewählt und gefällt mir wahnsinnig gut! :-) Ein erstklassiges Lesehighlight, 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!!! Bitte mehr davon!
Intensive Geschichte
von Lesemone - 30.01.2020
Die Geschichte wird aus der Sicht von Protagonistin Mickey erzählt. Sie wechselt in ihrer Erzählung zwischen damals und jetzt hin und her. So ist es möglich, die ganze Familiengeschichte von ihr und ihrer Schwester Kacey zu erfassen. In einem erschütternden Portrait schildert sie, wie die beiden Schwestern aufgewachsen sind und was sich so alles in ihrer Familie und in ihrem bisherigen Leben zugetragen hat. Traurig, dass die beiden sich immer mehr entfremdet haben, bis der Kontakt ganz abbricht. Doch Mickey lebt in großer Angst um ihre Schwester. Anlass dafür ist, dass Mickey als Polizistin sehr besorgt ist, da es mehrere Morde an Prostituierten gegeben hat und sie auf der Suche nach ihrer drogenabhängigen Schwester ist. Das Buch vereint eine gute Mischung aus Familiengeschichte, spannender Kriminalermittlung und Gesellschaftskunde einer Stadt, in der es mit der Moral immer mehr bergab geht. Das Buch besticht durch eine sehr tiefgründige Handlung, die die Autorin in einer sehr niveauvollen Sprache schildert. Ich fand das Buch sehr fesselnd und mir hat besonders der Schluss sehr gut gefallen. Er hat die Geschehnisse perfekt abgerundet. Für mich jetzt schon ein Lesehighlight im Jahr 2020!
wundervoll und berührend
von flower - 30.01.2020
Das Buch bewegt sich im Wechsel zwischen den zwei Zeitebenen "jetzt" und "damals" und endet oft mit einem kleinen Cliffhanger, der den ohnehin sehr intensiven Roman noch weiter beflügelt. In der Vergangenheit wird Stück für Stück die Jugend zweier Schwestern aufgerollt, deren Mutter sehr früh stirbt und die bei der lieblosen Großmutter aufwachsen. Anfangs klammern die beiden Mädchen sich aneinander, stehen sich mit ihren unterschiedlichen Temperamenten gegenseitig bei. Irgendwann kommt Kasey, die ein Jahr jünger und um einiges aufgeweckter ist, mit Drogen in Berührung. Der schlechte Einfluss ihrer Freunde und die Unfähigkeit der Großmutter, den Kindern Halt und Sicherheit zu geben, lassen das Mädchen immer tiefer in die Drogensucht abstürzen. Ohne Abschluss landet sie irgendwann auf der Straße, wo sie sich als Prostituierte das Geld für den nächsten Schuss verdient. Ihre große Schwester Michaela versucht lange, sie aus diesem Strudel herauszuziehen. Sie wird Streifenpolizistin, trifft durch ihren Job immer wieder auf ihre Schwester und hilft ihr, wenn es gefährlich wird. Eines Tages ist Kacey verschwunden und kurz darauf passieren die ersten Frauenmorde im Viertel. Im Jetzt versucht Mickey herauszufinden, was mit ihrer Schwester passiert ist. Dabei bedient sie sich auch der Möglichkeiten, die der Polizeiapparat ihr bietet, bis sie deshalb ins Visier der internen Ermittlung gerät und suspendiert wird. Warum wohl hat die Autorin Liz Moore ihren Roman "long bright river" genannt? Ein Titel, den der deutsche Verlag wohlweislich nicht übersetzt hat und der für mich mit dem Cover zusammen eine Stimmung, ein Gefühl vermittelt für eine Geschichte, die tatsächlich von einer langen und klaren Schwesternliebe erzählt, die über jede Hürde und jeden Zweifel hinweg bestehen bleibt und wie ein starker Fluss durch die Geschichte strömt. Es ist kein Kriminalroman im eigentlichen Sinne obwohl die Spannung stetig wächst und durchaus Krimielemente enthalten sind. Der Beruf von Mickey tut da natürlich sein Übriges dazu. Aber noch mehr ist es ein Roman über eine Frau, die ihre Schwester nicht aufgeben will und die gegen die Mühlen der Polizei, die Vorurteile der Gesellschaft, die Gedankenlosigkeit der Familie und gegen die Drogensucht ihrer Schwester kämpft. Die Autorin bedient sich einer klaren und einfach zu lesenden Sprache, die dennoch wahrhaftig und anrührend beschreibt und Gefühle wie Situationen sehr intensiv und glaubwürdig schildert. Warum nur wurde noch nichts vorher von ihr übersetzt. Ich hoffe sehr, das ändert sich mit diesem tollen Buch. Ich bin begeistert von "long bright river". Bitte mehr von Liz Moore.
Schonungslose Bestandsaufnahme
von elke17 - 30.01.2020
Kensington, der Stadtteil im Nordosten von Philadelphia, gilt als einer der größten Drogenumschlagplätze der Vereinigten Staaten. Ehemals ein irisches Arbeiter-Viertel, mittlerweile verwahrlost, mit hoher Kriminalitätsrate, fest in der Hand von Dealern und Junkies. Hier verortet die Autorin Liz Moore ihren Roman "Long Bright River", der von zwei Schwestern erzählt, Mickey und Kacey Fitzpatrick. Die drogenabhängige Mutter gestorben, der Vater nicht existent, aufgewachsen bei der Großmutter, die den Mädchen zwar Nahrung und Obdach aber keine Liebe gibt. Kacey, die Unbeschwerte, Kontaktfreudige, während Mickey eher verschlossen und nachdenklich ist. Früh übernimmt sie Verantwortung für ihre Schwester, kümmert sich all die Jahre um sie. Bis diese als Sechzehnjährige anfängt Drogen zu nehmen. Es kommt zu einem Zerwürfnis, Kacey verschwindet in den Straßen Kensingtons, taucht immer wieder mal auf, ist wieder weg, prostituiert sich, um ihren Drogenkonsum zu finanzieren. Mittlerweile ist Mickey selbst Mutter, alleinerziehend und täglich von ihrem schlechten Gewissen geplagt. Ihren Lebensunterhalt verdient sie als Streifenpolizistin, ihr Einsatzort sind die Straßen von Kensington. Tagtäglich rechnet sie damit, ihre Schwester bei einem Einsatz tot im Rinnstein zu finden, ein Gedanke, der sie nicht mehr los lässt. Vor allem, seit im Viertel immer wieder die Leichen drogenabhängiger Prostituierter auftauchen. Ermordet und wie Abfall entsorgt. Das könnte auch Kacey passieren, und es ist diese Angst die Mickey antreibt, sie ruhelos auf der Suche nach ihrer Schwester durch die Straßen treibt. Erzählt wird aus der Ich-Perspektive von Mickey, wobei sich Kapitel unterschiedlicher Länge, "damals" und "jetzt" überschrieben, abwechseln. In diesem persönlichen Filter macht sie den Leser mit ihrer Sicht vertraut, zeigt uns ihre Zweifel, ihren täglichen Kampf mit widrigen Lebensumständen. Aber wir sollten nie vergessen, dass wir durch ihre Brille schauen, ihren Aussagen vertrauen müssen, denn hier ist niemand ohne Fehl und Tadel. Obwohl die Suche nach einem Mörder Thema ist, wäre die Bezeichnung Kriminalroman viel zu kurz gesprungen. Natürlich ist es die Beschreibung einer dysfunktionalen Familie und ihren zerstörten Beziehungen, aber im Wesentlichen ist es eine schonungslose Bestandsaufnahme der Opioidkrise in den USA, ihren Auswirkungen auf Gesellschaft und Familien. Moore ist eine gute Beobachterin, sieht hin, beschönigt nichts. Besonders beeindruckend sind ihre Beschreibungen des verwahrlosten Viertels, aber auch der differenzierte Blick auf die individuellen Schicksale, die Opfer, Täter und diejenigen, die versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Leben dort ein bisschen besser zu machen, um damit dem "langen, leuchtenden Fluss verstorbener Seelen" Widerstand zu bieten. Dieser facettenreiche Roman ist beeindruckend, bewegend, er schmerzt in seiner Schonungslosigkeit. Lest ihn, ihr werdet es nicht bereuen.
In den Straßen von Philadelphia
von Kristall86 - 28.01.2020
Mickey und Kacey sind Schwestern und waren einst unzertrennlich. Aber das Blatt hat sich gewendet. Seit nunmehr 5 Jahren herrscht Funkstille zwischen den beiden aber dennoch schwebt über beiden Damen der jeweilige Schutz der anderen. Eines Tages, Mickey ist Streifenpolizistin auf den Straßen von Philadelphia und Kacey ist in die dunkle Seite der Stadt abgerutscht, kann sie ihre Schwester an den ihr bekannten Stellen der Stadt nicht mehr auffinden. Ein weiteres Problem sind die Morde die momentan begannen werden. Sie richten sich gegen Prostituierte....Ein Wettlauf für Mickey steht an, um ihre Schwester noch lebend zu finden. Liz Moore hat mit ihrem Buch "Long Bright River" für mich ein erstes Lesehighlight 2020 geschaffen. Ihr Schreibstil und ihre Sprache sind dabei ruhig aber extrem eindringlich. Sie schafft es, dass man als Leser völlig abtauchen kann und sich perfekt in die Gedanken- und Gefühlswelt von Mickey einfühlen kann. Die bildhaften Beschreibungen von den Straßen von Philadelphia lassen ebenfalls ein Kopfkino zu und eines ist hier mehr als passend: ich habe dabei immer und immer wieder in Dauerschleife "Streets of Philadelphia" von Bruce Springsteen gehört. Dieses Lied wird nie langweilig und spricht dem Buch regelrecht aus dessen Seele. Das ein Buch und ein Lied so dermaßen perfekt harmonieren zeigt eigentlich nur eins: Autorin Liz Moore und Sänger Bruce "The Boss" Springsteen können unheimlich tief in die Seele der Vereinigten Staaten von Amerika blicken und greifen Themen auf, die der wunde Punkt des Landes sind und über den sehr ungern gesprochen wird. Waffengewalt, Gewalt an Menschen, Prostitution....aktueller geht es ja wohl kaum! Moore geht aber, genau wie Springsteen, mit unheimlich leisen Tönen vor wenn es angebracht ist. Sie schreibt ruhig, beflissen aber punktgenau. Mit Mickey und Kacey hat sie zwei unheimlich starke Charaktere geschaffen, die einem das Lesen sehr leicht machen aber auch das Nachdenken anregen. Dieses Buch hallt so unheimlich nach und zeigt, dass die Gesellschaft in einer gewaltigen Krise steckt, die nicht einfach so zu lösen ist. Hier geht es um das Thema Entfremdung, nicht nur zwischen zwei Personen, sondern auch in der Gesellschaft. Wenn man in den falschen Part kommt, ist der Sog gewaltig und man muss aufpassen nicht darin zu ertrinken. Das dann noch ein Killer in dieser Geschichte mitspielt, ist ein netter Nebeneffekt der die gewisse Spannung mitbringt. Vorteil hierbei ist, dass die Geschichte von den beiden Schwestern immer im Mittelpunkt steht und der Mörder ein nettes Gimmick ist, der die Geschichte mit Spannung und dem gewissen Nervenkitzel untermalt. Das man hier so gut in die Gefühlswelt der Protagonisten eintauchen konnte und sich doch so "frei" auf den Straßen von Philadelphia bewegen konnte, beweist nur, das Liz Moore hier ein gewaltig gutes Buch verfasst hat. Das ist jetzt schon ein Jahreshighlight 2020 für mich! 5 von 5 Sternen!
Eigene Bewertung schreiben Zur Empfehlungs Rangliste
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Sicher & bequem bezahlen:
Bleiben Sie in Kontakt:
Hugendubel-App
Zustellung durch:
1 Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche gekennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den gebundenen Preis eines mangelfreien Exemplars.

2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

7 Die Preisbindung dieses Artikels wurde aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

11 Ihr Gutschein SUMMER11 gilt bis einschließlich 03.08.2020. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Keine Bestellung zur Abholung in der Buchhandlung möglich. Der Gutschein ist nur einlösbar auf Filme und Serien auf DVD und Blu-ray. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

13 Ihr Gutschein SUMMER13 gilt bis einschließlich 03.08.2020. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Keine Bestellung zur Abholung in der Buchhandlung möglich. Der Gutschein ist nur einlösbar auf Spielwaren und Schreibwaren. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

15 Ihr Gutschein SUMMER15 gilt bis einschließlich 03.08.2020. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Keine Bestellung zur Abholung in der Buchhandlung möglich. Der Gutschein ist nur einlösbar auf Hörbuch CDs und Hörbuch Downloads. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.