Max Strohe kannte ich bisher nur von seinen launigen Spiegel-Kolumnen und seiner Autobiografie Kochen am offenen Herzen. Besonders gerne mag ich aber auch dem kreativen Namen seines Restaurants in Berlin: Speiselokal Tulus Lotrek, mal so ganz anders benamt als die klassischen Fine Dining Tempel.
Nun ist also sein erstes Kochbuch Dirty Bistro erschienen, auf das ich mich sehr gefreut hatte. Aber bereits beim ersten Durchblättern wich die Freude großer Ernüchterung, sind doch samt und sonders die Hauptzutaten fast aller Rezepte nicht nur sehr kostenintensiv, sondern auch wenn überhaupt - nur mit immensem Aufwand zu beschaffen, insbesondere dann, wenn man nicht in der Großstadt lebt.
Erwartet hatte ich aufgepeppte Gerichte aus der klassischen Bistro-Küche, gerne auch noch mit besonderen Strohe typischen Twists, die innerhalb eines akzeptablen Zeitrahmens zu realisieren sind. Keine Frage, die Rezepte sind ausgefallen, innovativ und überraschend, allerdings nur eingeschränkt für Menschen mit einer Fisch-und/oder Krustentier-Allergie geeignet. Dazu kommt, dass die Zubereitungen auch für erfahrene Hobbyköche und köchinnen selbst dann, wenn man die Zutaten beschaffen konnte, extrem zeitintensiv und deshalb leider nicht alltagstauglich sind. Schade.
Mein Fazit: Dirty Bistro ist ein repräsentatives Coffee Table Book mit schönen Bildern und netten Geschichten für Strohe-Fans bzw. Fans von Köchen, die aus der Reihe tanzen. In unserem Haushalt wird es sich aber wohl aus den oben genannten Gründen keinen festen Platz im Küchenregal erobern, in dem die regelmäßig genutzten Kochbücher stehen.