Bei einem Debüt einer BookTokerin bin ich ehrlich gesagt immer etwas vorsichtig. Der Hype ist meist schon da, bevor das Buch überhaupt erschienen ist, und ich frage mich dann, ob die Geschichte das tragen kann. Bei Moonwings von Nathalie Bröske wurde ich angenehm überrascht, auch wenn nicht alles für mich funktioniert hat.
Die junge Faerie Nova gehört zu einer der Herrscherfamilien Ethereals und beginnt ihre Ausbildung an der Stellarium Academy. Für sie ist das auch die Chance, sich von ihrem Namen zu lösen. Doch zwischen Mitschülern, die auf ihr Scheitern warten, ihrem Ex-Freund Xander und ihrem früheren besten Freund Caelan gerät sie ins Wanken, und hinter der Akademie verbirgt sich mehr, als es zunächst scheint.
Am meisten begeistert hat mich der Weltenbau. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, irgendwo zwischen Winx Club und Digimon gelandet zu sein, und das meine ich absolut positiv. Die Welt ist farbenfroh, magisch und hat eine eigene Atmosphäre, in die ich schnell eingetaucht bin. Sie wirkt nicht wie Kulisse, sondern ist spürbar mit der Handlung verwoben.
Auch die Figuren sind schön zusammengestellt. Die Gruppe um Nova hat unterschiedliche Charaktere, die sich gut ergänzen, und gerade die Dynamiken zwischen ihnen haben mir viel Freude gemacht. Die Konstellation mit Xander und Caelan bringt Spannung hinein, ohne dass alles sofort aufgelöst wird, was gut zum Slow Burn passt. Wer Found Family mag, kommt hier auf seine Kosten.
Ein paar Punkte haben mich trotzdem davon abgehalten, ganz begeistert zu sein. Einige Plotelemente hatten für mich noch deutlich mehr Potenzial, sie werden angerissen, entfalten aber nicht die Wirkung, die möglich gewesen wäre. Vielleicht wird hier im zweiten Band noch einiges aufgegriffen. Außerdem hätte Nova eine differenziertere Betrachtung gutgetan. Mir fehlten Momente, in denen sie mit eigenen Fehlern oder Widersprüchen ringt, dadurch blieb sie mir als Hauptfigur etwas weniger greifbar als manche Nebenfigur.
Wichtig finde ich noch: Moonwings ist klar Young Adult. Ton, Themen und Romantik sind entsprechend gestaltet. Das ist kein Kritikpunkt, aber wer düstere Romantasy für Erwachsene sucht, sollte das vorher wissen.
Mein Fazit: Ein gelungener Trilogie-Auftakt mit starkem Worldbuilding und einem sympathischen Ensemble, dem an manchen Stellen noch etwas Tiefe fehlt. Ich empfehle das Buch jüngeren Romantasy-Leser:innen, Fans von Academy-Settings, Slow Burn und Found Family und allen, die beim Gedanken an Winx Club ein bisschen nostalgisch werden. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen, und ich bin gespannt, wie es weitergeht.