Herrlich schräg und gleichzeitig erstaunlich alltäglich: eine wunderbar überspitzte Beobachtung des Arbeitslebens.
Marisa arbeitet in einer Madrider Werbeagentur und ist vor allem eines: gelangweilt. Von ihrem Job, ihren Kolleg:innen, den immer gleichen Abläufen und eigentlich ihrem gesamten Alltag. Und genau dieser Alltag ist im Grunde auch der Hauptdarsteller von "Geht so".Über weite Strecken passiert nämlich gar nicht wahnsinnig viel. Marisa beobachtet und beschreibt ihren Berufsalltag, die Menschen um sich herum und all die kleinen Absurditäten, die das moderne Arbeitsleben so mit sich bringt. Das klingt zunächst unspektakulär, funktioniert aber erstaunlich gut.Denn Beatriz Serrano erzählt das Ganze auf eine angenehm schräge und überspitzte Art und trifft damit gleichzeitig immer wieder ziemlich genau ins Schwarze. Vieles ist absurd und wirkt trotzdem so vertraut, dass sich vermutlich einige Leser:innen in bestimmten Situationen oder Gedanken wiedererkennen werden. Gerade dieser Gegensatz zwischen völlig alltäglich und herrlich schräg hat für mich den Reiz des Romans ausgemacht.Zum Ende hin dreht die Geschichte dann noch einmal etwas stärker auf. Beim gemeinsamen Firmenausflug hat Marisa Drogen im Gepäck und aus dem ohnehin schon eigenwilligen Arbeitsalltag entwickeln sich einige weitere ziemlich schräge Situationen."Geht so" ist damit für mich weniger ein Roman, der von einer großen Handlung oder spektakulären Entwicklung lebt. Vielmehr ist es eine überspitzte, skurrile Beobachtung des Arbeitslebens und seiner Absurditäten - angenehm alltäglich und gleichzeitig herrlich schräg.