1) Kurze Inhaltsbeschreibung
In Weck den Weihnachtswichtel geht es um Nils, den kleinen Weihnachtswichtel, der verschlafen hat. Die Kinder wecken Nils und helfen ihm anschließend bei Streichen und Weihnachtsvorbereitungen.
2) Cover und Gestaltung
Schon die Farben des Covers verraten, dass es sich um ein Weihnachtsbuch handelt. Der Aufbau ist im gleichen Stil gehalten wie Nico Sternbaums andere Mitmach-Bücher, etwa Schaukel das Schaf und Schüttel den Apfelbaum, die wir schon zu Hause haben. Das hat einen hohen Wiedererkennungsfaktor und sorgte bei meinen Kindern sofort für große Freude.
Das Buch ist als Hardcover mit dicken Seiten hochwertig gestaltet und hält auch kleinen aufgeregten Händen stand.
3) Illustrationen
Allgemein sind die Illustrationen einfach gehalten, sodass die Zielgruppe, 2 bis 4 Jahre, der Geschichte gut folgen kann. Der Wichtel ist niedlich gezeichnet und hat meinen Kindern besonders gut gefallen, vor allem die lustigen Ohren.
Besonders gelungen finde ich, wie immer, die Illustration der Mitmach-Aufgaben auf zwei fast identischen Seiten, eine Illustration vor der Handlung des Kindes und eine danach. So merken die Kinder genau, dass ihr Pusten/Schütteln/Klatschen/etc. in der Szene eine Wirkung hatte und können sehr gut nachvollziehen, was sie gemacht haben. In diesem Buch pusten sie zum Beispiel mit Glitzerstaub auf den Weihnachtsstern, der dann zu leuchten beginnt. So eine tolle Möglichkeit, Selbstwirksamkeit zu vermitteln.
4) Thema und Umsetzung der Geschichte
Das Buch greift die Magie der Vorweihnachtszeit auf und lässt die Kinder spielerisch einen Teil dazu beitragen.
Das gemeinsame Lesen des Buches lädt die Kinder dazu ein, zu rätseln, was als Nächstes in der Geschichte passiert und zu überlegen, was ihnen abseits davon an der Vorweihnachtszeit gefällt. Kinder, die bereits einen Wichtel zu Besuch hatten, können hier Erinnerungen an letztes Weihnachten wecken und von den Streichen ihres Wichtels erzählen.
5) Sprache und Schreibstil
Die Sätze sind aufgrund der Zielgruppe kurz und einfach gehalten. Dadurch lassen sie sich gut vorlesen und verstehen. Selbst Seiten mit mehr Text wirken vielleicht auf den ersten Blick lang für 2- bis 4-jährige Kinder, fesseln sie jedoch. Durch den Mitmach-Charakter fällt es den Kindern leichter, auch längeren Seiten zu folgen und die Spannung auszuhalten.
6) Figuren
Der sympathische kleine Wichtel Nils hat die ganze Zeit gute Laune und eine positive Ausstrahlung und das, obwohl er verschlafen hat.
Toll finde ich, dass Nils mehrfach Hilfe braucht. Eine Situation, die Kinder nur zu gut kennen. So fällt es ihnen leicht, zu verstehen, wie sich Nils gerade fühlt. Das Buch gibt ihnen jedoch die Möglichkeit, die gegenteilige Rolle einzunehmen, die der helfenden Person. Das fördert das Lernen von Empathie bereits für die Kleinsten.
7) Vorleseerfahrung und Reaktion des Kindes
Gelesen habe ich das Buch mit meinen 3 und 6 Jahre alten Kindern. Beide konnten der Geschichte gut folgen und haben fleißig mitgemacht. Die Geschichte ist sehr kurzweilig. Wir haben etwa zehn Minuten gelesen und dabei immer wieder für kurze Gespräche unterbrochen. Beide haben sich gleichermaßen eingebracht, obwohl das große Kind mit 6 Jahren bereits älter als die Zielgruppe ist.
8) Fazit und Empfehlung
Insgesamt finden wir das Buch sehr gelungen. Es fesselt die Kinder durch seine Illustrationen und die kleinen Mitmach-Aufgaben. Es findet die Balance aus Aktivierung und Ruhe, sodass es gerade kleineren Kindern leichtfällt, die Konzentration zu halten. Besonders geeignet finde ich das Buch für einen ruhigen Nachmittag auf dem Sofa.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Wegen des saisonalen Themas wird das Buch den Rest des Jahres eher im Regal bleiben. Bis Weihnachten wird es bei uns aber sicher noch oft gelesen.