Perigo Island, eine kleine (fiktive) Insel vor der Küste von Neufundland. Hier wächst Pierce als Sohn eines Fischers auf. Der Vater verschwindet irgendwann auf See, wie so viele zuvor. Das Leben wird für Pierce und seine Mutter nun härter, denn die einzigen Arbeitsstellen auf der Insel sind Fischen, in der Fischfabrik arbeiten oder Kabeljauzungen schneiden, letzteres machen die Kinder. Dazu kommt, dass die Fangmengen drastisch zurückgehen und die Existenzen bedroht sind. Halt findet Pierce bei Anna, einem eigenwilligen Mädchen, älter als er. Sie sieht er zwar nur selten, aber irgend etwas verbindet die Beiden. Als Anna im Sommer 1991 spurlos verschwindet, ist Pierce 12 Jahre alt und gemeinsam mit zwei Freunden von der Insel und Emily, zu Besuch aus New York, macht er sich auf die Suche. Sie verfolgen einen geheimnisvollen Einzelgänger, der in einem abgelegenen Haus wohnt, gehen auf geheime Ausflüge und riskieren dabei mehr als einmal ihr Leben. Denn die Natur rund um Neufundland ist rau. Die Klippen stürzen steil ins Meer, Eisberge tauchen vor der Küste auf, zerbrechen und machen Bootsfahrten gefährlich und dann gibt es noch eine Gruppe von gewaltbereiten Jungs, die allen anderen das Leben zur Hölle machen. Doch es gibt auch Lichtblicke: Die Mutter, die mit viel Feingefühl reagiert. Die zarten Bande, die sich zwischen Emily und Pierce entwickeln, der Zusammenhalt der Freunde und unerwartete Hilfe von unerwarteter Seite. Eine perfekte Mischung aus harter Realität, Spurensuche, Verlust und Neuanfängen zeichnet diesen ruhigen und gleichzeitig eindringlichen Roman aus. Ein typisches Buch des mare-Verlags: Sprachlich hochwertig und doch gut lesbar, realistisch und mit einem menschlichen Blick auf Unzulänglichkeiten, Verluste und neue Hoffnungen.